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Ronin

(Ronin, 1998)

Dt.Start: 03. Dezember 1998 Premiere: 12. September 1998 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: ab 16 Genre: Action, Krimi, Thriller
Länge: 122 min Land: UK, USA
Darsteller: Robert De Niro (Sam), Jean Reno (Vincent), Natascha McElhone (Deirdre), Stellan Skarsgard (Gregor), Sean Bean (Spence), Skipp Sudduth (Larry), Michael Lonsdale (Jean-Pierre), Jan Triska (Dapper Gent), Jonathan Pryce (Seamus O'Rourke), Féodor Atkine (Mikhi), Katarina Witt (Natacha Kirilova), Bernard Bloch (Sergi)
Regie: John Frankenheimer
Drehbuch: J.D. Zeik


Inhalt

Fünf Spezialisten erhalten den Auftrag, einen Koffer mit unbekanntem Inhalt zu beschaffen. Da dieser sehr begehrt ist, wird die Angelegenheit recht bald brenzlig. In den Straßen von Paris stellt sich mehr und mehr die Frage, wer eigentlich auf wessen Seite steht.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Ronin hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Ronin hat eine Wertung von 60%
Ronin hat besonders wegen seines Staraufgebots bis heute einen festen Platz in den Herzen vieler Filmfans. Doch fernab großer Namen kann der Streifen leider nicht durchgehend überzeugen. Zu schleppend und unspektakulär kommt die Handlung voran, die immer wieder durch minutenlange Autoverfolgungsjagden und Schießereien aufgelockert werden soll. Leider ist das nicht halb so spektakulär, wie sich das John Frankenheimer und seine Kollegen wohl erhofft haben, und daher auch nicht durchgehend unterhaltsam. Im Großen und Ganzen ist Ronin ein solider Action-Thriller, aus dem man mehr hätte machen müssen.

Bild aus Ronin Das große Plus von Ronin ist natürlich seine Besetzung und letztlich sind es auch die Stars, die den Film aus der Durchschnittlichkeit heben: Robert De Niro (Taxi Driver) und Jean Reno (Leon - Der Profi) in einem Film zu sehen, ist an sich schon ein kleines Highlight, das einen Film beinahe automatisch in die Riege beachtenswerter Werke der Filmgeschichte hievt. Ebenfalls hochkarätige Darsteller, wie Stellan Skarsgard (Melancholia), Jonathan Price (Brazil), Natascha McElhone (Die Truman Show) und Sean Bean (Equilibrium) in den Nebenrollen, ergänzen den Cast und sorgen dafür, dass zumindest in Punkto Besetzung alles im grünen Bereich ist.

Die Story hingegen ist mehr als dünn: Eine Gruppe von Söldnern will einen Koffer beschaffen und weiß irgendwann nicht mehr, wer auf welcher Seite steht. Das ist wirklich sehr minimalistisch, aber an sich noch nicht einmal problematisch, wenn beispielsweise der Fokus auf den Charakteren oder einem reinen Actionfeuerwerk liegt. Doch nichts davon ist bei Ronin der Fall, sodass es letztlich doch die Dramaturgie ist, die den Film ausmacht. Nach einem gelungenen und relativ spannenden Einstieg werden die Figuren eingeführt, wobei die Charaktere vor allem durch recht schablonenhaft gezeichnete Dialoge etabliert werden. An sich funktioniert das auch recht gut; ob man De Niro aber wirklich die Rolle des Sprücheklopfers geben musste, ist wohl eher fraglich. Etwas schwierig wird es dann, wenn es um die Beschaffung des Koffers geht. Hier wird dem Zuschauer ein Mix aus Action, Agententhriller und Handlungsarmut präsentiert. Tatsächlich passiert über weite Strecken nicht viel: Das Geschehen plätschert lange vor sich dahin, ohne dass entsprechende Akzente gesetzt und somit Erinnerungswerte geschaffen werden, und immer kurz bevor dem Zuschauer die Augen zufallen, flüchtet man sich in minutenlange Autoverfolgungsjagden, die jedoch schnell ihren Reiz verlieren und in ermüdenden Blechschlachten enden. So kommt zwischen hirnlosen Crashs und banalen Schießereien systematisch auch das Interesse an den eher unspektakulären Plot-Twists recht bald abhanden.

Natürlich machen diese Schwächen Ronin noch nicht zu einem schlechten Film, aber zu einem Ärgernis; denn wieder einmal wurde das Potenzial eines großartigen Casts nicht genutzt, und das obwohl mit John Frankenheimer (Der Gefangene von Alcatraz) ein erfahrener Mann auf dem Regiestuhl saß, der sein Handwerk verstand, was sich vor allem in der überzeugenden technischen Umsetzung zeigt. Auch atmosphärisch ist Ronin durchaus stimmig, wobei besonders die ersten Minuten zu gefallen wissen.

Wer auf spektakuläre Autoverfolgungsjagden steht, wird auf jeden Fall seine Freude haben. Der Rest erfreut sich an dem Darstellerensemble und kann, eine gemäßigte Erwartungshaltung vorausgesetzt, mit Ronin einen gelungenen Filmabend erleben.



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