Erinnerung an meine traurigen Huren Poster

Film-Seite zu Erinnerung an meine traurigen Huren
Trailer zu Erinnerung an meine traurigen Huren
Poster zu Erinnerung an meine traurigen Huren
PDF zu Erinnerung an meine traurigen Huren

Erinnerung an meine traurigen Huren

(Memoria de mis putas tristes, 2011)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 13. Juli 2012
Premiere: 13. Oktober 2011 (Festival, Brasilien)
FSK: ab 16 Genre: Komödie, Drama, Romanze
Länge: 90 min Land: Mexiko, Spanien, Dänemark, USA
Darsteller: Geraldine Chaplin (Rosa Cabarcas), Angela Molina (Casilda), Emilio Echevarria (El Sabio), Alejandra Barros (Florina de Dios), Dominika Paleta (Ximena), Olivia Molina
Regie: Henning Carlsen
Drehbuch: Jean-Claude Carrière


Inhalt

Bei El Sabio steht der 90. Geburtstag vor der Türe. Der rüstige Senior möchte sich aus diesem Anlass ein ganz besonderes Geschenk machen: Eine Liebesnacht mit einer Jungfrau. Die befreunde Bordellbesitzerin Rosa besorgt ihm eine junge Frau. Doch in dieser Nacht verliebt sich El Sabio in sie und ist völlig überfordert mit seinen Gefühlen. Denn trotz seines bewegten Lebens und vieler Liebesabenteuer, vornehmlich mit Huren, war er nie verliebt.
Shopping-Box
DVDs zu Erinnerung an meine traurigen Huren Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Erinnerung an meine traurigen Huren Poster & Merchandise
zum Film
Erinnerung an meine traurigen Huren bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Erinnerung an meine traurigen Huren bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Erinnerung an meine traurigen Huren hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 30%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Carmen Porschen
Erinnerung an meine traurigen Huren hat eine Wertung von 30%
Die käufliche Liebe spielt im Leben des Journalisten El Sabio eine große Rolle, dafür blieb ihm die wahre Liebe stets verwehrt - bis zu seinem 90. Geburtstag. Da verliert er sein Herz an eine Jungfrau. Diese Geschichte, ursprünglich ein Roman von Gabriel Garcia Marquez, hat nun der Däne Henning Carlsen verfilmt. In seiner Darsteller-Auswahl bewies er ein glückliches Händchen, in der Umsetzung leider nicht. Vieles erscheint merkwürdig und langatmig, die Erinnerungs-Einschübe wirken meist bruchstückhaft. Von einer rührenden Geschichte mit gelungenem Spannungsbogen ist das weit entfernt.

Bild aus Erinnerung an meine traurigen Huren Der Zeitungskolumnist El Sabio wird 90 Jahre alt. Anlass für ihn, sein Leben stückchenweise Revue passieren zu lassen. Im Mittelpunkt standen stets die Frauen, angefangen bei einer Nacht, in der er sich als Junge in ein Bordell verläuft und dort von einer Hure verführt wird. Seitdem üben die Prostituierten eine starke Anziehung auf den selbstbewussten Lebemann aus. Immer wieder zahlt er für seine sexuellen Erlebnisse und zieht das sogar der Ehe mit einer Frau vor, die ihn aufrichtig liebt. Trotz der zahlreichen Sex-Abenteuer bleibt El Sabio eines verwehrt: sich einmal wirklich zu verlieben. Nun, zu seinem 90. Geburtstag, hat der Alte einen besonderen Wunsch, der - wen wundert's - wieder etwas mit der käuflichen Liebe zu tun hat: Er wünscht sich eine Nacht mit einer Jungfrau. Die befreundete Bordell-Besitzerin Rosa arrangiert das für ihn. Doch dann passiert das Unvorhergesehene: Der 90-Jährige verliebt sich in das Mädchen und erlebt plötzlich all das, was er in seinem bisherigen Leben versäumt hat: Schmetterlinge im Bauch, Verlangen und Eifersucht.

Sinnieren über Liebe und Lust kann man viel - der kolumbianische Literatur-Nobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez tat dies in seinem 2004 erschienen Roman "Erinnerung an meine traurigen Huren" auf eine leicht anrüchige Art und stellt die käufliche Liebe ins Zentrum seiner Gedankenspiele. Nun hat sich der dänische Regisseur Henning Carlsen des Stoffes angenommen und bewies bei seiner Auswahl der Darsteller ein äußerst glückliches Händchen: Emilio Echevarria ist für die Rolle des reflektierenden Greises genau der Richtige, seine jüngere Variante in den vierziger Jahren könnte wirklich er in jung sein. Auch andere Darsteller sehen ihrer jüngeren Ausgabe ähnlich - hier bewies der Regisseur Liebe zum Detail. Schauspielerisch tut sich Geraldine Chaplin als taffe Bordellbesitzerin Rosa besonders hervor. Die Darsteller sind die absoluten Stärken des Filmes.

Dahingegen hapert es daran, eine ergreifende Geschichte zu erzählen. Die aktuellen Geschehnisse beim 90-jährigen El Sabio sind gespickt von Episoden aus seiner Vergangenheit: entweder als er noch ein kleiner Junge war, der an der Schwelle zur Pubertät steht, oder als Mitvierziger. Oftmals sind es nur kurze Szenen, manchmal etwas längere Sequenzen. Doch immer wirken diese Einschübe zu bruchstückhaft und es gelingt nicht, sich ein Bild von der Persönlichkeit dieses Mannes zu machen. Hin und wieder sind die Übergänge immerhin ganz raffiniert gemacht und damit schön anzusehen. El Sabio ist eine tragische Figur, denn das viel zu frühe Erlebnis mit der Prostituierten hat ihn "verdorben". Von nun an ist er der Auffassung, für Sex zahlen zu müssen - das muss so sein, sagt er in einer Szene. Daher meint er offensichtlich auch, dass es legitim ist, seine Haushaltshilfe zweckzuentfremden - immerhin bezahlt er sie für ihre Dienste. Dass das trotz ihrer späteren Zuneigung einer Vergewaltigung gleich kommt, scheint zweitranging. Doch sind es genau solche Situationen, die die Hauptfigur unsympathisch und völlig verkorkst erscheinen lassen. Und der Blick, den der Film auf solche Begebenheiten wirft - auch um die Vergangenheit zu markieren, überbelichtet und damit verklärt sowie romantisch angehaucht - wirkt unpassend und skurril zugleich.

Nun erlebt El Sabio auf seine alten Tage noch die Liebe - völlig unverhofft. Angesichts seiner Vorgeschichte verwundert es nicht, dass er mit den neuen Gefühlen kaum umzugehen weiß. Doch auch das auserwählte Mädchen verhält sich sonderbar und so entsteht zwischen den beiden, die Großvater und Enkelin sein könnten, eine merkwürdige Beziehung, die auf Körperlichkeit weitestgehend verzichtet, und sich vor allem im Kopf abspielt. Sie lebt von Fantasien und von der Unberührtheit. Dieser Tenor ist der Handlung zwar anzumerken, aber die Umsetzung wird dem einfach nicht gerecht. Die Erzählung ermüdet und wartet oft mit seltsamen Verstrickungen und Bebilderungen auf. Eine schöne Stimmung kommt dabei gar nicht erst zustande. Die Idee, dass der 90-Jährige und Bordell-Besitzerin Rosa ohne Telefon auch über Entfernungen hinweg kommunizieren, ist wohl als metaphorischer Einfall gedacht, doch so recht will man sich an dieses Stilmittel nicht gewöhnen.

Einen Höhepunkt gibt es in Erinnerung an meine traurigen Huren nicht, vom Titel mal ganz abgesehen. Im Roman ergibt er vielleicht Sinn, doch im Film sind es am ehesten die Huren, die Lebensfreude statt Traurigkeit ausstrahlen. Ob nur oberflächlich, um den Freiern zu gefallen, wird nicht deutlich, und um das näher zu ergründen, spielen die Prostituierten auch eine viel zu nebensächliche Rolle. Die Hauptfigur bleibt fragwürdig und verfällt in eine Liebe, mit der er gar nicht viel anzufangen weiß. Das gar nicht mal so unspannende Thema rund um die Bedeutung von körperlicher und geistiger Liebe bleibt bei Henning Carlsen leider auf der Strecke und rückt vor einer unausgewogenen Erzählweise in den Hintergrund. Zugute halten kann man dem erotischen Drama die gute Auswahl der Schauspieler und einige gelungene Überleitungen von Rückblenden zurück in die Gegenwart. Doch insgesamt bleibt Erinnerung an meine traurigen Huren doch ein ermüdender Film, der Fragezeichen bezüglich der Botschaft und vieler kleiner Abstrusitäten ohne Bewertung oder Einordnung hinterlässt.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Birth
Dt. Start: 23. Dez 2004
Vorschlag entfernen
Solitude - Die geheimnisvolle Welt des Leland Fitzgerald
Dt. Start: nicht bekannt
Vorschlag entfernen
Die Versuchung des Padre Amaro
Dt. Start: 15. Mai 2003
Vorschlag entfernen
Midnight in Paris
Dt. Start: 18. Aug 2011
Vorschlag entfernen

 

© 2013 MovieMaze.de