Das ist doch mal eine Botschaft: Alkohol kann Leben retten! Zumindest in diesem Creature Feature von Jon Wright, wenn eine Gruppe Iren sich mit ihrem Blutalkoholspiegel gegen außerirdische Tentakelmonster erwehren. Das Resultat hat, wie zu erwarten war, keine wirkliche Handlung, dafür aber jede Menge charmanter Figuren und ordentlich Klamauk.
Dass Iren als trinkfest gelten, ist keine Neuigkeit. Man wundert sich als Zuschauer daher nicht, wenn eine irische Filmfigur gerne mal einen hebt. So wie Richard Coyle in diesem Creature Feature, der mit Alkohol am Morgen nicht nur Kummer und Sorgen vertreibt, sondern auch den faden Restgeschmack der durchzechten Nacht zuvor. Und was ein echter Kerl ist, der akzeptiert auch kein Pfefferminzbonbon, selbst wenn es die neue Polizeipartnerin vom Festland ihm anbietet. Coyles Garda O'Shea steht somit in der Tradition von Brendan Gleesons Vorjahresbullen aus The Guard - und das in mehrfacher Hinsicht.
Ähnlich wie der Kollege genießt Garda O'Shea ein ziemlich ruhiges Polizeileben, welches unerwartet aus den Fugen gerät, als eine externe Bedrohung den lokalen Strand betritt. Wo es Gleeson mit Gangstern zu tun bekam, muss es Coyle mit einem außerirdischen Tentakelvieh und seiner Nachkommenschaft aufnehmen. Letztlich sind die Aliens aber nur ein Vorwand, um das Dorfvolk in die lokale Taverne zu treiben. Hier gilt es, sturzbetrunken zu werden, ist es doch Blut, nach dem die Monster dürsten. Je höher der Blutalkoholspiegel, desto weniger genießbar der jeweilige Betrunkene. Für die trinkfesten Iren natürlich ein Kinderspiel.
Und damit ist das Geschehen im Grunde auch vollständig zusammengefasst. Natürlich verwebt Regisseur Jon Wright noch andere Elemente in seinen Film, beispielsweise in der Kombination von love interest und buddy cop. So prallen mit Alkoholiker O'Shea und Workaholic Lisa Nolan zwei berufliche Weltbilder aufeinander, was am Ende weitaus harmonischer funktioniert als die unnötig aufs Auge gedrückte Liebesgeschichte der beiden, die so unausweichlich wie zugleich unerklärlich ist. Aller Unausgegorenheit von Grabbers zum Trotz, mag man dies dem Film jedoch nicht zum Vorwurf machen.
Sein Trumpf ist sein Figurenensemble und das Spiel mit den Klischees des Genres einerseits, sowie dem internationalen Bild der Iren andererseits. Coyle funktioniert dabei nicht minder gut als Hauptprotagonist wie sein weibliches Pendant Ruth Bradley. Hinzu kommt die erste Riege der Nebendarsteller, die genüsslich ihr subtil liebevolles Gezanke zelebriert und so für den bemerkenswerten Charme des Filmes sorgt. Zwar ist die finale Lösung des Alien-Problems nicht sonderlich überzeugend und der Film generell etwas zu lang geraten. Daran, dass sich Grabbers als perfektes Futter für einen humorigen DVD-Abend unter Freunden eignet, ändert dies jedoch nichts. Am besten als Double-Bill mit The Guard.