Der Rachewestern von Tonino Cervi, der hier sein Regiedebüt gibt, bietet natürlich keine sonderlich neue oder gar originelle Handlung. Doch Cervi inszeniert seine Geschichte ohne Längen und Schnörkel, weshalb man hier unterm Strich einen gut gemachten, wenngleich auch austauschbaren Italowestern zu sehen bekommt.
Ein Mann übt nach dem Mord an der Frau, die er liebte, brutale Rache an ihrem Mörder und dessen Helfershelfern. Diesen Satz könnte man, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, gut und gerne als passende Inhaltsangabe zu nahezu jedem Italowestern verwenden. So auch in dem hier vorliegenden Film von Tonino Cervi. Dies soll jetzt nicht so verstanden werden, dass Heute ich... morgen Du! deswegen ein schlechter Film ist. Im Gegenteil, Cervi setzte den Film genauso in Szene, wie ihn Italowestern-Fans lieben: blutig und ohne Längen.
Die Darsteller machen hierbei ihre Sache ebenfalls ordentlich. Zwar hat Cervis Hauptdarsteller Brett Halsey (Der Pate - Teil III) nicht diese düstere Aura, die andere gebrochene Italowestern-Helden wie Franco Nero in Django oder Klaus Kinski in Satan der Rache in ihre Filme mitbrachten. Dennoch hinterlässt Halsey als Hauptfigur Bill Kiowa einen guten, wenn auch leider recht austauschbaren Eindruck.
Gleiches gilt für seine vier Mitreiter Franco Borelli (Ein Mann schlägt zurück), William Berger (Djangos Rückkehr), Wayde Preston (Der Gefürchtete) und Bud Spencer (Die rechte und die linke Hand des Teufels) in einer seiner wenigen harten Western. Tatsuya Nakadai (Yojimbo - Der Leibwächter), der als schwertkämpfender asiatischer Gegenspieler der fünf Reiter ein wenig internationales Flair in den Film bringen soll, macht seine Sache ebenfalls gut. Allerdings gelingt es auch ihm nicht wirklich, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
So gelang Tonino Cervi mit seinem Regiedebüt am Ende ein wirklich guter Genrefilm, der Freunden des Italowesterns sehr viel Spaß bereiten wird. Allen anderen wird Heute ich... morgen Du! mit Sicherheit weniger Freude bereiten, da der Film dem Rachethema im Grunde nichts hinzuzufügen hat.