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On the Road - Unterwegs(On the Road, 2012)
| Dt.Start: |
04. Oktober 2012
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Premiere: |
23. Mai 2012 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Abenteuer, Drama |
| Länge: |
140 min
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Land: |
Frankreich, UK, USA, Brasilien |
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Darsteller:
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Sam Riley (Sal Paradise), Garrett Hedlund (Dean Moriarty), Kristen Stewart (Marylou), Amy Adams (Jane), Kirsten Dunst (Camille), Viggo Mortensen (Old Bull Lee), Steve Buscemi, Elisabeth Moss (Galatea Dunkel), Terrence Howard (Walter), Alice Braga (Terry), Tom Sturridge (Carlo Marx), Kaniehtiio Horn (Rita Bettancourt), Sarah Allen (Vicki), Joe Chrest (Virginia Cop), Kim Bubbs (Laura) |
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Regie:
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Walter Salles |
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Drehbuch:
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Jose Rivera |
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 Inhalt
Nach dem Tod seines Vaters bricht der junge, erfolglose Schriftsteller Sal Paradise auf, um das Amerika der 1950er Jahre zu erkunden. Zusammen mit seinem Freund und persönlichen Vorbild Dean Moriarty, einem rastlosen Reisenden, den Sal für die Personifizierung der Beat Generation hält, fährt der angehende Hipster durch die Staaten bis nach Mexiko. Ihren Weg pflastern zahllose Frauenbekanntschaften, Rauscherlebnisse und Jazz-Sessions in rauchigen Bars, bis der Selbstfindungstrip droht, sie und ihre neuen Freunde komplett aus der Bahn zu werfen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Ein waschechtes Roadmovie ist On the Road, und erzählt die Geschichte ein paar junger Menschen, die sich neu zu erfahren suchten und dabei auf die Konventionen der amerikanischen Spießbürgergesellschaft pfiffen. Leider stellt sich bei der Adaption von Jack Kerouacs Kultroman, einem der intellektuellen Väter der Beatniks, aber weder aus emotionaler Sicht noch aus erzählerischer Perspektive irgendeine Form von Spannung oder Fesselkraft ein. Der Film kratzt atmosphärisch an der Nulllinie und entlässt das Publikum, abgesehen von einigen schmuddeligen Sexexzessen, ohne ihm die Akteure oder den Zeitgeist wirklich näher gebracht zu haben.
Mit On the Road gelangt die Verfilmung des gleichnamigen Kultromans von Jack Kerouac auf die Leinwand, der als emotionale Mitte einer ganzen Generation junger Amerikaner angesehen werden kann, für deren Lebenshunger es in der verkrusteten US-Gesellschaft der 1950er-Jahre kaum Raum gab. Kerouac gilt als eine der Ikonen der sogenannten Beat Generation; einer Art Hippie-Bewegung lange vor dem eigentlichen Entstehen der "Hippie-Kultur", welche erst gegen Ende der 1960er als Reaktion auf das Kriegstreiben Amerikas in Vietnam entstand. In der Folge wurde daraus eine eigenständige Subkultur, die weitreichende Umbrüche in der konservativen Gesellschaft forderte, wie sofortigen Stopp des Kriegs, gleiche Rechte für Homosexuelle, für Farbige und für Frauen, kein Raubbau an der Natur und das Ende jeglicher Form von Diskriminierung. Freie Liebe und exzessiver Drogenkonsum waren Mittel der Provokation, um auf diese Forderungen aufmerksam zu machen. Das Aufbegehren spiegelte sich auch in der Literatur, der Dichtung, im Film und in der Musik wider. Zu einem der Gipfeltreffen des Protestes wurde das legendäre Festival in Woodstock, das Ang Lee samt dem damaligen Zeitgeist in seinem Film Taking Woodstock recht gut porträtierte.
Der Zorn, der sich in der Hippie-Bewegung entlud, resultierte zum Teil jedoch aus einer Zeit, die vielen heutzutage weitaus weniger gegenwärtig ist. Bereits in den 1950ern versuchten junge Rebellen, die puritanisch-spießigen Moralkonvention der US-Gesellschaft, die zudem oft von Bigotterie durchsetzt waren, aufzubrechen. Musiklegenden wie Elvis Presley oder Leinwandikonen wie James Dean leisteten dazu einen immensen Beitrag. Darüber hinaus gab es allerdings noch eine jugendliche Protestkultur, die sich intellektuell gegen ihre Altvorderen abzugrenzen suchte. Bedeutende literarische Vertreter der Beat Generation (in Anlehnung an die Lost Generation, die zwischen den beiden Weltkriegen aufwuchs) waren Allen Ginsberg, Jack Kerouac und William S. Burroughs.
Walter Salles (Die Reise den jungen Che) Adaption von Kerouacs Roman präsentiert sich als waschechtes Roadmovie. Im Zentrum der Geschichte von On the Road finden sich zwei junge Männer und eine Frau wieder. Nach dem Tod seines Vaters lernt Sal Paradise, der Schriftsteller werden möchte, durch den Verlust aber aus der Bahn geworfen wurde, den lebenshungrigen Dean Moriarty (Garrett Hedlund) kennen. Dieser reißt Sal aus seiner stagnierenden Arbeit an seinem Roman und nimmt ihn mit auf einen langen Trip Richtung Westen. Zu den beiden gesellt sich Marylou (Kristen Stewart), die unsterblich in Dean verliebt ist. Dean berauscht sich zwar an ihr, heiraten wird er aber Camille (Kirsten Dunst). Vorher gibt sich diese Menage a trois aber auf der Reise dem Alkohol, den Drogen und sexueller Freizügigkeit hin - und wenn das Geld nicht mehr reicht, hält man sich mit kleinkriminellen Diebstählen über Wasser.
Sichtlich um Atmosphäre bemüht, schließlich steht und fällt jedes Roadmovie damit, versagt On the Road genau in diesem Punkt über den größten Teil der Zeit. Verworren bis leicht kryptisch gestaltet sich bereits der Einstieg. Eine saubere Einführung der Charaktere bleibt aus. Und auch später wird es kaum besser: Motivation und die Psychologie der Figuren gehen über die Distanz geradezu im Nebel einer schlecht ausbalancierten Inszenierung unter. Besonders die männlichen Protagonisten gewinnen kaum an Profil und wirken zuweilen beinahe schon austauschbar. Differenzierter gestalten sich hingegen die weiblichen Figuren - was jedoch mitunter auch daran liegen mag, dass die Charaktere Marylou und Camille von sehr gegensätzlichen Schauspielerinnen-Typen verkörpert werden. Wirklich erwähnenswert bleibt aber lediglich der Auftritt Viggo Mortensens, der die Figur des morphiumsüchtigen und schießwütigen Old Bull Lee verkörpert, die ihrerseits an den "Drogenpapst" William S. Burroughs angelehnt ist.
Nach über zwei Stunden, die sich ordentlich lang hinziehen, drängt sich aber unausweichlich die Frage auf, was On The Road eigentlich erzählen wollte. Eine erhellende Antwort muss darauf aber leider ausbleiben und das Publikum ohne nennenswerte oder gar erinnerungswürdige Momente aus dem Kinosaal entlassen werden. Dafür irrlichtert der Film viel zu lange herum, ohne wirklich etwas zu erzählen. Ein Echo im Bewusstsein des Zuschauers zu hinterlassen, wird damit kaum möglich, zumal vom Flair einer Aufbruchsstimmung viel zu wenig spürbar wird. Im Gegenteil: Anstelle von Figurenentwicklung scheint es, als würden sich diese auf dem Weg regelrecht verbrauchen. Was Lebensbejahung und Neugier sein sollte, verkommt zu einer dramaturgisch faden Show ein paar Halbstarker, die mit sich wild herum experimentierten, weil sie sonst wenig mit sich anzufangen wussten. Da gab Howl - Das Geheul, der den Gerichtsprozess um Allen Ginsberg thematisierte, der wegen seines "obszönen Gedichtes" Howl im Jahre 1955 geführt wurde, den emotionalen Wirrwarr dieser Generation weitaus besser wieder.  Weitere interessante Filme
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