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End of Watch

(End of Watch, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

57%



Inhalt

Die beiden Polizisten Offizier Taylor und Offizier Zavala sorgen im gefährlichsten Abschnitt von Los Angeles für Recht und Ordnung. Um ihr tägliches Tun im gefährlichen Job zu dokumentieren, haben sie beschlossen, alle ihre Schritte mit einem Camcorder aufzuzeichnen. So wird auch festgehalten, wie sie mit der Drogenmafia aneinander und immer mehr in deren Visier geraten. Die beiden Cops begeben sich dadurch in immer größere Gefahr.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

57%

Cop-Thriller laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Auf der einen Seite die Guten, auf der anderen die Bösewichter; und zuweilen sind die Cops die wahren Fieslinge. David Ayers versucht einen anderen Ansatz und bemüht sich, um eine authentische Sicht mitten aus dem Alltag zweier Polizisten, die in South Central Los Angeles ihren Dienst verrichten, einer Gegend, in der Drogen, Gewalt und Morde alltäglich sind. Um dem einen glaubwürdigen Anstrich zu geben, bedient er sich der Handkamera und erschafft eine Fake-Dokumentation, welche einer der Cops selbst im Dienst dreht. Eher anstrengend als intensiv wirkt End of Watch. Zudem haben die beiden Cops einen solchen Heiligenschein auf, dass man es bereut, im Leben einen anderen Beruf gewählt zu haben.

Bild aus End of Watch Die Officers Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zaval (Michael Pena) verrichten ihren Dienst mitten in der Verbrechenshölle, einem der schlimmsten Bezirke in der Stadt der Engel. Die beiden gehören zu den allerbesten. Für sie ist ihr Dienst mehr Berufung als Beruf. Sie stehen an vorderster Front, weil die meisten anderen es ungern tun. Und sie sind Partner. In Cop-Sprache heißt das Brüder. Schließlich muss jeder dem anderen sein Leben blind anvertrauen können. Nicht selten ist das auch wirklich nötig. Unversehens kann eine vermeintlich harmlos erscheinende Situation in einen Kampf auf Leben und Tod ausarten: Ein Autofahrer, der wegen überhöhter Geschwindigkeit gestoppt wird, entpuppt sich plötzlich als Schwerverbrecher, der tausende von Dollar Blutgeld und Maschinenpistolen im Wagen mitführt; oder der Anruf einer besorgten Frau, deren Mutter sich seit Tagen nicht mehr meldet, führt die beiden zu einem Haus, in dem sich bis zur Unkenntlichkeit zerstückelte Leichen türmen. Das alles ist der tägliche Wahnsinn von Brian und Mike, deren hohe Trefferquote und enorme Einsatzbereitschaft aber nicht nur Belobigungen und Orden einbringen. Bald schon sind sie einer Gang ein Dorn im Auge. Und die schreckt vor nichts zurück.

Das alles mag weitab unserer Realität anmuten, gehört in den Verbrechenshochburgen in den USA vermutlich aber leider zur Tagesordnung. Es ist dann auch weniger die Glaubwürdigkeit der Straßenrealität, die in Davi Ayers (Training Day) Cop-Film hinterfragt gehört, als die Darstellung der Polizisten. Um ein möglichst komplettes Bild zu zeichnen, enthält das dokumentarische Material auch reichlich außerdienstliche Aktivitäten, die in Verbindung mit den dienstlichen Sequenzen den Eindruck entstehen lassen, es würde sich bei den beiden um makellos reine Ikonen an Tugendhaftigkeit und Rechtschaffenheit handeln. Es haftet ihnen nicht die Spur von Doppelbödigkeit oder etwas Schmutziges an - nichts, was am Nimbus des in den Polizeidienst Berufenen kratzen könnte. Damit wirken die beiden wie eine Mischung aus Sozialarbeiter, Superheld, Staatsbediensteter und liebender Ehemann. Das klingt insgesamt eindeutig zu sehr nach: Cops sind die besseren Menschen.

Wenig glaubhaft mutet auch das Stilmittel der Subjektiven an. Als Erklärung für die Bilder wird der Umstand angeboten, dass einer der Cops neben seinem aufreibenden Vollzeitdienst noch Jura mit Nebenfach Film studiert. Er zeichnet demnach alles auf, um Material für eine Doku zu haben. Leider vergisst Ayers, dem Zuschauer zu erklären, wie beispielsweise die Aufnahmen entstanden sind, welche die Verbrecher alleine zeigen. Die haben sich vermutlich nicht gegenseitig gefilmt. Das grenzt mitunter an Beleidigung der Intelligenz des Publikums. Überdies ist die sogenannte Wackelkamera ein Stilmittel, das gezielt und temporär eingesetzt am effizientesten Atmosphäre und Nähe zum Geschehen vermittelt. Über einen kompletten Film hinweg strengt es hingegen sichtlich an und verliert auch zusehends die Suggestionswirkung.

End of Watch besitzt sicherlich einige intensive Augenblicke. Besonders das Finale will dann schon deutlich zupacken. Der Lobgesang auf die Vorzeige-Officers erscheint allerdings unreflektiert und eindimensional. Im Vergleich dazu erschien selbst Street Kings, Ayers anderer Polizei-Thriller, komplexer und vielschichtiger. Als Rechtfertigung mag herhalten, dass es überhaupt nicht die Absicht war, einen solchen Film zu machen, sondern nur möglichst Nahe an das Geschehen auf der Straße zu führen. Selbst aber als Trip in eine "Anderswelt" eignet sich der Streifen nur bedingt, dazu sind die Einblicke nicht intensiv genug - trotz einiger sehr gewaltvoller Momente. Filme wie Sin Nombre weisen diesbezüglich deutlich mehr Potenzial auf, wenn auch die Perspektive darin die der Gangs ist. Unterm Strich hinterlässt End of Watch somit einen ambivalenten Eindruck mit vielen interessanten Ansätzen, die aber allzu oft nicht ordentlich zu Ende gedacht wurden.

Keine weitere Wertung


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