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Kunstvoll inszenierte Biographie über die mexikanische Malerin Frida Kahlo mit Salma Hayek in der Titelrolle.
Frida. Ein einfacher Name für eine großartige Künstlerin. Und ein einfacher Name für ein großartiges Kunstwerk. Frida ist ein absoluter Hochgenuß für's Auge. Sinnlich, farbenfroh, originell und vor allem voller Leidenschaft inszeniert Jane Taymor das Leben der geschätzten mexikanischen Malerin. Jede Szene für sich stellt ein kleines Kunstwerk dar und fügt sich bis zum Ende zu einer prächtigen Kollage aus den Stationen von Frida Kahlos Leben zusammen. Schon in jungen Jahren entwickelt sie ihren eigenen Stil. Nach einem schweren Busunfall ist Frida mit zertrümmerten Wirbeln und gebrochenen Beinen ans Bett gefesselt. Ihren einzigen Lebenssinn findet sie in der Malerei. Jahre später bittet sie ihren späteren Mann und Mentor Diego Rivera um seinen fachmännischen Rat. Von nun an verbindet die beiden eine tiefe Liebe und gegenseitige Hochachtung, die jedoch diverse Affären, gesundheitliche und künstlerische Tiefschläge zu überstehen hat.
Man merkt dem Film an, dass er mit viel Hingabe und Enthusiasmus entstanden ist. Frida ist Salma Hayeks kleines Baby, für das sie lange von Studio zu Studio gelaufen ist, um es zum Leben zu erwecken. Nun kennt man die attraktive Table-Dancerin aus From Dusk Till Dawn eher als hübsches Accessoire neben den wahren männlichen Filmstars. Schön anzusehen ist sie auch hier - zumindest wenn man sich an die zusammengewachsenen Augenbrauen gewöhnt hat. Nur kann das kleine Energiebündel Salma Hayek weit mehr, als man ihr vielleicht zugetraut hätte. Sie spielt eine Frau, deren ganzes Leben von körperlichem und seelischem Schmerz geprägt ist. Es gelingt ihr tatsächlich, zwischen überschwenglichem Glück und leidvollem Unglück geschickt hin und her zupendeln, ohne dabei ihre Leidenschaft zu verlieren. Schnell kommt man zu der Erkenntnis: Salma Hayek ist Frida Kahlo, und zwar mit Leib und Seele.
Ebenfalls beeindruckend agiert Alfred Molina an ihrer Seite als Diego Rivera. Süffisant, arrogant, egoistisch und dennoch irgendwie liebenswert steht er seiner Partnerin bis zum Schluß bei. Auch der Rest der Besetzung harmoniert auf seltsame Weise. Jeder der namhaften Filmstars verkörpert eine wichtige Persönlichkeit im Leben der Riveras. So hat jeder die Freiheit, eine unabhängige Figur zu spielen, die dennoch zum Gesamtbild paßt. Geoffrey Rush, Edward Norton, Ashley Judd und Antonio Banderas haben ihren kurzen, aber prägnanten Auftritt, der ein wenig Glamour ins Geschehen bringt.
Jane Taymor hat es wirklich geschafft, einen simplen Film wie ein prachtvolles Kunstwerk aussehen zu lassen. Geniale und überraschende Übergänge zwischen Film und Kunst, zweiter und dritter Dimension, Leid und Glück gelingen der Regisseurin dank ihrer Liebe zum Detail und einer beachtlichen Fantasie. Die Bilder setzen sich direkt im Gedächtnis fest. Damit der emotionale Gesamteindruck nicht zu schnell verblaßt, wird man von einer eindringlichen Musikauswahl mitgerissen. Denn im Film werden Gefühle grundsätzlich gesungen, getanzt oder gemalt.
Frida ist auf gar keinen Fall eine langweilige Biographie, die in intellektuellen Kreisen ihr Publikum findet. Auch wenn man noch nie etwas von Frida Kahlo gehört hat, ist man im Nachhinein froh, dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit zwei Stunden gewidmet zu haben. Frida ist ein die Sinne ansprechender, phantastisch erzählter und kunstvoll inszenierter Augenschmaus, dem man sich nicht verschließen sollte. |