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Frida

(Frida, 2002)

Dt.Start: 06. März 2003 Premiere: 29. August 2002 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 123 min Land: USA, Kanada
Darsteller: Salma Hayek (Frida Kahlo), Alfred Molina (Diego Rivera), Geoffrey Rush (Leo Trotzky), Ashley Judd (Tina Modotti), Antonio Banderas (David Alfaro Siqueiros), Edward Norton (Nelson Rockefeller), Valeria Golino (Lupe Marin), Mia Maestro (Cristina Kahlo), Roger Rees (Guillermo Kahlo), Patricia Reyes Spindola (Matilde Kahlo), Saffron Burrows (Gracie), Margarita Sanz (Natalie Trotzky), Diego Luna (Alejandro Gomez Arias), Jorge Valdés Garcia (Arzt), Felipe Fulop (Jean van Heijenoort), Anthony Alvarez (Trotzkys Bodyguard), Chavela Vargas (Tod), Ehécatl Chávez (betrunkener Mann), Lila Downs (Geliebte), Julian Sedgwick (Fotograph)
Regie: Julie Taymor
Drehbuch: Diane Lake, Gregory Nava, Clancy Sigal, Anna Thomas


Inhalt

Frida Kahlo erfährt schon früh, was es heißt zu leiden. Schwere gesundheitliche Schäden und eine nicht ganz einfache Ehe mit dem untreuen Maler Diego Rivera machen ihr das Leben zur Hölle. Dennoch findet sie immer wieder eine Zuflucht in der Malerei. In ihren Bildern drückt sie ihre Emotionen aus, gnadenlos ehrlich und oft schockierend. Schnell avanciert die künstlerische, sexuelle und politische Revolutionärin zu einer der meistgeschätzten Persönlichkeiten Mexikos.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Frida hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 90%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Bettina Friemel
Frida hat eine Wertung von 90%
Kunstvoll inszenierte Biographie über die mexikanische Malerin Frida Kahlo mit Salma Hayek in der Titelrolle.

Bild aus Frida Frida. Ein einfacher Name für eine großartige Künstlerin. Und ein einfacher Name für ein großartiges Kunstwerk. Frida ist ein absoluter Hochgenuß für's Auge. Sinnlich, farbenfroh, originell und vor allem voller Leidenschaft inszeniert Jane Taymor das Leben der geschätzten mexikanischen Malerin. Jede Szene für sich stellt ein kleines Kunstwerk dar und fügt sich bis zum Ende zu einer prächtigen Kollage aus den Stationen von Frida Kahlos Leben zusammen. Schon in jungen Jahren entwickelt sie ihren eigenen Stil. Nach einem schweren Busunfall ist Frida mit zertrümmerten Wirbeln und gebrochenen Beinen ans Bett gefesselt. Ihren einzigen Lebenssinn findet sie in der Malerei. Jahre später bittet sie ihren späteren Mann und Mentor Diego Rivera um seinen fachmännischen Rat. Von nun an verbindet die beiden eine tiefe Liebe und gegenseitige Hochachtung, die jedoch diverse Affären, gesundheitliche und künstlerische Tiefschläge zu überstehen hat.

Man merkt dem Film an, dass er mit viel Hingabe und Enthusiasmus entstanden ist. Frida ist Salma Hayeks kleines Baby, für das sie lange von Studio zu Studio gelaufen ist, um es zum Leben zu erwecken. Nun kennt man die attraktive Table-Dancerin aus From Dusk Till Dawn eher als hübsches Accessoire neben den wahren männlichen Filmstars. Schön anzusehen ist sie auch hier - zumindest wenn man sich an die zusammengewachsenen Augenbrauen gewöhnt hat. Nur kann das kleine Energiebündel Salma Hayek weit mehr, als man ihr vielleicht zugetraut hätte. Sie spielt eine Frau, deren ganzes Leben von körperlichem und seelischem Schmerz geprägt ist. Es gelingt ihr tatsächlich, zwischen überschwenglichem Glück und leidvollem Unglück geschickt hin und her zupendeln, ohne dabei ihre Leidenschaft zu verlieren. Schnell kommt man zu der Erkenntnis: Salma Hayek ist Frida Kahlo, und zwar mit Leib und Seele.

Ebenfalls beeindruckend agiert Alfred Molina an ihrer Seite als Diego Rivera. Süffisant, arrogant, egoistisch und dennoch irgendwie liebenswert steht er seiner Partnerin bis zum Schluß bei. Auch der Rest der Besetzung harmoniert auf seltsame Weise. Jeder der namhaften Filmstars verkörpert eine wichtige Persönlichkeit im Leben der Riveras. So hat jeder die Freiheit, eine unabhängige Figur zu spielen, die dennoch zum Gesamtbild paßt. Geoffrey Rush, Edward Norton, Ashley Judd und Antonio Banderas haben ihren kurzen, aber prägnanten Auftritt, der ein wenig Glamour ins Geschehen bringt.

Jane Taymor hat es wirklich geschafft, einen simplen Film wie ein prachtvolles Kunstwerk aussehen zu lassen. Geniale und überraschende Übergänge zwischen Film und Kunst, zweiter und dritter Dimension, Leid und Glück gelingen der Regisseurin dank ihrer Liebe zum Detail und einer beachtlichen Fantasie. Die Bilder setzen sich direkt im Gedächtnis fest. Damit der emotionale Gesamteindruck nicht zu schnell verblaßt, wird man von einer eindringlichen Musikauswahl mitgerissen. Denn im Film werden Gefühle grundsätzlich gesungen, getanzt oder gemalt.

Frida ist auf gar keinen Fall eine langweilige Biographie, die in intellektuellen Kreisen ihr Publikum findet. Auch wenn man noch nie etwas von Frida Kahlo gehört hat, ist man im Nachhinein froh, dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit zwei Stunden gewidmet zu haben. Frida ist ein die Sinne ansprechender, phantastisch erzählter und kunstvoll inszenierter Augenschmaus, dem man sich nicht verschließen sollte.



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