Ende gut, alles gut? So möchte man meinen, wenn man dem bekannten Sprichwort Glauben schenkt. Bei der Romanverfilmung des erfolgreichen Männerromans von Hans Rath ist jedoch genau dieses Ende das, was das Vergnügen am gesamten Film, speziell für Kenner des Buches, enorm schmälert. Dabei beginnt der Film äußerst vielversprechend und hätte eine stilbewusste Beziehungskomödie aus deutschen Landen sein können.
Der Männerroman ist seit dem Erfolg von Tommy Jauds Vollidiot zu einer äußerst erfolgreichen Buchgattung geworden. Diesem Werk ist auch die Ehre einer Verfilmung zu Teil geworden, die den Tenor des Buches gut wiederspiegelte. Der Fokus lag neben dem Beziehungsleid des Titelhelden auch auf den eingestreuten Gags, auf die auch das Buch zum Teil bewusst abzielte. Hans Rath lieferte kurze Zeit später mit Man tut was man kann eine reifere Variante der Thematik rund um den beziehungsgeplagten modernen Mann ab. Neben einigen humorvollen wie ironischen Beobachtungen waren damit auch tiefere Einsichten in die Gedanken der Hauptfiguren möglich.
Der Film schafft es vor allem zu Beginn, genau diese getragene, immer zu leichtem Schmunzeln anregende Stimmung aus dem Buch zu übertragen. Zudem treffen die Darsteller ihre literarischen Vorbilder auch gekonnt. Speziell Wotan Wilke Möhring und Jan Josef Liefers wurden äußerst passend besetzt, da sie neben dem Gestus auch optisch den im Buch beschriebenen Charakteren entsprechen. So entsteht mit den Schauspielern und der zugrundeliegenden Geschichte eine in den ersten Teilen beschwingte und stilvoll eingefangene Komödie der leisen Töne. Es wird auf die großen Pointen verzichtet. Den Unterhaltungswert bezieht der Film aus dem Charisma seiner Hauptfiguren und den daraus entstehenden Situationen und Dialogen. So werden jegliche Gag-Untiefen umschifft und stattdessen immer wieder auch tiefere Einsichten in das Beziehungsleben der geschassten Figuren geboten. So wird aus der Frage "Mit welcher Frau würdest du gern zusammen sein, wenn du nur noch eine Stunde zu leben hast?" nicht nur ein tagelanges Problem, sondern auch eine Vorlage für die nächtlichen Tischgespräche der vier Herren, die dadurch eine wunderbar tiefergehende und leicht ironische Note bekommen.
Wieso aus der geschickt aufgebauten Vorlage jedoch gerade das gekonnt verfasste Ende zu Gunsten eines Happy Ends umgeschrieben werden musste, bleibt das Geheimnis der Macher. Gerade dieses Ende im Buch ist nachvollziehbar und fügt sich in das restliche Geschehen ein. So werden auch die vielen grauen Zwischentöne im Beziehungsleben von Paul exakt getroffen. Das Happy End im Film bricht mit der vorangegangen Tonart und Stimmung, da das neu geschriebene und sehr überkandidelte Ende kaum zum Rest des Films passen will. So werden auch die Grautöne rund um die abschließenden Geschehnisse einfach ausgeblendet. Speziell die Thematik des Fremdgehens bleibt so nur Randnotiz.
Dieses Ende schwächt den Film im Gesamten bedauerlicherweise ab. Der seichte und unnötig in den Film gepresste Abschluss der Geschichte verhindert, dass es sich hier um eine deutsche Produktion handelt, über die man noch lange nach dem Abspann hätte schmunzeln können. Zumal nun auch schwerlich die schon erschienenen Buch-Fortsetzungen umzusetzen sind. So bleibt nur eine romantische Komödie, die lieber auf den Pfaden der Konventionen wandelt, statt der eigenen Vorlage gerecht zu werden.