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7 Psychos

(Seven Psychopaths, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

80%



Inhalt

Marty ist ein Drehbuchautor in Hollywood, dem der große Erfolg bisher verwehrt blieb. Als sein bester Kumpel Billy in Los Angeles einen Shih Tzu stielt, steckt Marty plötzlich selbst mitten im kriminellen Geschehen. Denn der Besitzer des kleinen Hundes ist der durchgeknallte Gangster Charlie, der seinen Vierbeiner mit allen Mitteln zurück haben will.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

66%

Nachdem Martin McDonagh das Publikum erst nach Brügge einlud, wird es diesmal mit einer Reihe Irrer konfrontiert. Auslöser der Geschichte ist der irische Autor Marty, der sieben Psychopathen für sein gleichnamiges Filmskript sucht. Mit zur surrealen Show tragen die Ganoven Billy und Hans bei, die Hunde stehlen und sie anschließend den Besitzern zurückbringen, um die Belohnung einzuheimsen. Der Wahnsinn gastiert in 7 Psychos in allen Ecken und Enden, zuweilen ist es aber sogar des Guten zu viel, zumal vieles den Eindruck erweckt, als sei es lediglich des Effektes willen betrieben worden, und vieles besitzt nicht unbedingt den absoluten Neureiz. Dennoch hat das Stakkato an coolen Sprüchen, grotesken Gags und lässigen Dialogen einiges an Unterhaltungswert.

Bild aus 7 Psychos Es gibt Die Sieben Samurai, Die glorreichen Sieben und auch die 7 Zwerge. Fehlen eigentlich noch die Sieben Psychos? Beinahe. Der erfolglose irische Drehbuchautor Marty (Colin Farrell) versucht sich an einem dubiosen Skript, das den Titel Seven Psychopaths trägt, jedoch zugleich eine pazifistische Botschaft vermitteln soll. Bisher existiert allerdings außer dem Titel noch keine einzige Zeile an Story. Inspirationsvakuum und Schreibblockade lassen Marty nicht vorankommen. Gefangen in der Schaffenskrise sucht er frustriert Zuflucht in der Flasche. Um ihm auf die Sprünge zu helfen, kommt sein bester Kumpel Billy (Sam Rockwell), ein arbeitsloser Schauspieler, daraufhin auf die Idee, eine Zeitungsannonce aufzugeben. Und tatsächlich melden sich eine ganze Reihe abgefahrener Irrer, jeder mit seiner eigenen wahnwitzigen Lebensgeschichte, die im Verlauf Teil der ebenso überbordenden wie abgefahrenen Filmgeschichte werden.

Wirklich leicht fällt es allerdings nicht, zu sagen, wer der allergrößte Psycho in diesem Story-in-Story-Wahnsinn ist. Auch Billy bildet da keine Ausnahme. Lebt er doch davon, einer wohlbetuchten Klientel ihre vierbeinigen Gefährten zu entführen, die sein bizarrer Partner Hans (Christopher Walken) anschließend, heuchlerisch den edlen Finder mimend, zurückbringt und saftige Belohnungen kassiert. Marty, dem es in der Zwischenzeit gelungen ist, von seiner Freundin auf die Straße befördert zu werden, zieht kurzerhand bei den beiden Dognappern ein. Dummerweise just zu dem Zeitpunkt, als die sich den Schoßhund des skrupellosen Gangsters Charlie (Woody Harrelson), ebenfalls ein großer Psycho vor dem Herrn, geschnappt haben. Der macht nun gnadenlose Jagd auf die Hundeentführer und Marty gerät, ob er es will oder nicht, mit in die Schusslinie.

Ohne Zweifel gehört 7 Psychos zum "postmodernen Hollywoodkino", das auf der Klaviatur der Konventionsbrüche spielend eine neue Ästhetik auf die Leinwand beförderte. Vater dieser Bewegung ist niemand geringeres als Quentin Tarantino. Kaum ein anderer Regisseur beeinflusste in den letzten beiden Jahrzehnten jene Filmemacher mehr, die wie er auf das Althergebrachte pfiffen und nach neuen Wegen suchten, um filmische Realitäten zu schaffen, die sich Gegenentwurf definierten. Oft zitiertes Beispiel dafür ist Pulp Fiction, in dem nichtlinear angeordnete Episoden, die wie kleine Minifilme aufgezogen sind, einen wild durcheinander gewürfelten Handlungsreigen bilden, dessen Erzählstränge aber irgendwie dennoch miteinander korrespondieren. Begleitet von aberwitzigen Wendungen und oft geradezu aus dem Nichts heraus explodierender Gewalt, etablierte er damit einen Stil, der an den Blick durch ein Kaleidoskop während einer Achterbahn erinnert.

Martin McDonagh ist sicherlich einer der Regisseure, die von dieser Strömung ebenfalls nicht unbeeinflusst blieben. Sein Erstling Brügge sehen... und sterben?, eine blutige Gangsterkomödie mit zwei Killern auf Kultururlaub, ließ allerdings durchaus eine eigene Handschrift erkennen und avancierte alsdann zum Kult. Mit seinem Nachfolgewerk 7 Psychos scheinen mit ihm aber einerseits die Pferde durchgegangen zu sein, und wenn er auch in puncto knalligem Überraschungswert mitunter Höchstnoten einfahren kann, ist er andererseits wieder erkennbar nah an den tarantinoesken Mustern, die ihrerseits mittlerweile den absoluten Neuwert längst nicht mehr inne haben.

7 Psychos präsentiert sich als abgedrehter cineastischer Tornado; samt schreiend überzogenen Charakteren und bereichert durch grandios aufspielende Schauspieler, die pointierte Dialoge nur so rauspfeffern (ganz meisterlich: Christopher Walken). Pulp Fiction mag im Vergleich dazu zuweilen eher als Sturm im Wasserglas erscheinen. Dafür besaß Tarantinos Meisterstück jedoch eine Raffinesse und Eleganz, die McDonaghs Gangstergroteske weitestgehend abgeht. Zu abgeklärt auf ultracool gepimpt, mit an der Grenze zur Selbstgefälligkeit heranzitierten zahlreichen Verweisen auf andere Werke offenbart das einiges an selbstverliebter Schlaumeierei.

Es wundert dann auch nicht, wenn der Film den Eindruck erweckt, als ermangele es ihm mitunter an Seele, wie auch an solchen Augenblicken, in denen sich nicht alles darum dreht, scheinbar losgelöst von aller Vorkonfektionierung, sich über die Altvorderen lustig zu machen. Es mag aber vielleicht auch im Auge des Betrachters liegen, ob der Mangel an Momenten, in denen die Akteure aus dem Korsett des Wahnsinns, der ihnen zwangsläufig anhaftet, heraustreten, um mehr als die bloße Rolle zu sein, störend auffällt. Unterhaltungswert besitzt 7 Psychos schließlich unleugbar: Irrwitzige Typen, markige One-Liner, ein Feuerwerk an skurrilen Wendungen und gleich ein doppelter Show-Down lassen selten Langeweile aufkommen, allerdings muss man auch mit einer Überfülle an Gewalt, die zweifelsohne enthalten ist, rechnen. Ob nun aber meisterlicher Trash-Diskurs oder überflüssiges Derivat postmoderner Filmarchitektur - das Pendel schwingt womöglich in beide Richtungen.

Kurzkritik

von Michael Schmidt

Wertung Kurzkritik

90%

Martin McDonagh hat mit Colin Farrell den Kultfilm Brgge sehen... und sterben? gedreht. Nun kommt das nchste Werk des Filmemachers wieder mit Farrell in einer der Hauptrollen in die Kinos. Das Endergebnis lsst sich als britisches Kino "at its best" beschreiben. McDonagh hat einiges dazugelernt seit seinem Brgge-Ausflug. Vor allem zieht er in den Bereichen Zynismus, Groteske, Meta-Ebene und Handlungsideen nochmal deutlich an. Er breitet zahlreiche Geschichten aus und erzhlt dabei auch ber das filmische Erzhlen selbt. Der Kreativkopf wirft dabei alle diese Zutaten zusammen, sodass eine hchst zynische Thriller-Groteske entsteht, bei der aber sowohl der Humor als auch die Spannung nie zu kurz kommen. Bei all dem zum Teil absurden Treiben muss man den Film vor allem dafr loben, dass er es immer wieder schafft, menschliche Momente einzubringen, die den Film erden. So wird eine nahezu perfekte Balance gehalten, bei der man nur gelegentlich mit den grotesken Elementen ber das Ziel hinaus schiet. Der Film ist somit ein Juwel. Er schafft es, all seine Ideen zu vereinen und dabei immer rund, fordernd, aber auch emotional zu sein.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

85%

Nach Brgge sehen... und sterben? meldet sich Martin McDonagh wieder zurck und schuf erneut einen wunderbar absurden Film. Dieser lebt nicht nur von seinen abgefahrenen Charakteren, sondern auch von der Kaltbltigkeit, die ihnen gegenber gestellt wird. Hier gibt es keinerlei Artenschutz, jeden kann es erwischen und auch sonst wirft der Film nur so mit kreativen Ideen um sich. Die grte ist dabei wohl das Film-im-Film-Element, denn wir drfen selbst Zeuge beim Erstellen des Drehbuchs der 7 Psychos dabei sein. Ein wunderbar schrger Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte. Was fr ein Spa ...



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