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Django Unchained

(Django Unchained, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

84%



Inhalt

Zwei Jahre vor Beginn des Bürgerkrieges in den Südstaaten: Sklave Django sieht sich nach brutalen Vergehen an seinen Besitzern dem deutschen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz ausgesetzt. Doch der erkennt, dass Django ihm bei der Jagd nach den Brittle-Brüdern behilflich sein kann. Als die beiden die Kriminellen finden und Schultz Django freilässt, trennen sich ihre Wege trotzdem nicht. Denn beide sind hinter dem zwielichtigen Plantagenbesitzer Calvin Candie her.

Kritik

von Lutz Granert

Wertung Kritik

86%

Schon viele Jahre arbeitete Quentin Tarantino an Django Unchained. Nun brachte er diesen merkwürdigen Spaghetti-Western mit dünner Story in epischen Bildern und Stars wie Leonardo DiCaprio und Jamie Foxx auf die große Leinwand. Doch vor originellen Ideen quillt seine 83 Mio. Dollar teure Produktion dennoch über.

Bild aus Django Unchained Recycling ist eine schöne Sache. Stoffe gelangen wieder in einen Kreislauf, werden zerkleinert, vielleicht auch bearbeitet und umgeformt, aber stets neu genutzt. Würde es auch im Kino eine "gelbe Tonne" geben, hieße sie vermutlich Quentin Tarantino. Ein Filmemacher, der zugleich auch Filmfan ist und gesegnet mit einem beeindruckenden Wissen um japanische, europäische und US-amerikanische Kinematografien fernab der breit getrampelten Mainstream-Pfade, auf die er einzelne, daraus aufgegriffene Elemente zerrt - mal recycelnd, mal 1:1 verwertend.

So führen seine einzelnen Referenzen und Einflüsse vom Offensichtlichen zum Verborgenen, von allzu bekannten Bildern und Filmschnipseln der Populärkultur zu den versteckten des tiefer gehenden, des unbekannteren Genre-Films, der sich der Kenntnis selbst von Filmkritikern ein ums andere Mal entzieht. Unter dieser Prämisse erinnert die Einstiegsszene von Django Unchained an den Spaghetti-Western, nein, imitiert dreist die ersten Filmminuten von Django (1967) von Sergio Corbucci. Die Hauptfigur stapft langsam durch eine Steppe, dazu Credits in Blutrot, Luis Bacalovs "Django"-Thema dominiert die auditive Ebene. Doch was ist das? Django (Jamie Foxx, Gesetz der Rache) zieht keinen Sarg hinter sich her, sondern Ketten, ist ein schwarzer Sklave, der 1858, kurz vorm US-amerikanischen Bürgerkrieg, zusammen mit weiteren Leidgenossen seinem neuen Besitzer zugeführt werden soll. Auch seine Frau ist nicht tot, sondern wird vom dekadenten Sklavenhändler Calvin Candie (Leonardo DiCaprio, J. Edgar) ausgebeutet, der sich in seiner Freizeit am brutalen Kampf zweier Sklaven auf Leben und Tod ergötzt. Bis beide aufeinander treffen, begegnet Django noch dem aufgeblasenen, aber gerissenen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz), der ihn befreit, in seinem Handwerk unterrichtet und schließlich bei seinem Rachefeldzug gegen den weißen Expropriateur unterstützt. Eine postmoderne Mixtur, die auch Zeitgeschichte um den Status von Schwarzen zu den "Blütezeiten" der Sklaverei zu ihren Zutaten zählt.

Natürlich lässt Tarantino, der einmal mehr als Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion agiert, hier extreme Stereotype aufeinander los: Auf der Seite des "Guten" den wütenden Sklaven, auf der Seite des "Bösen" den sadistischen Rassisten. Der Einfluss des Spaghetti-Westerns, der Django Unchained aus jeder Pore quillt, ist unverkennbar - auch in den rasanten und heute stilistisch unsauber anmutenden Zooms von der Totalen in die Großaufnahme, die er Kameramann Robert Richardson, der auch schon Inglourious Basterds bebilderte, auftrug. Tarantino ist zwar in Django Unchained thematisch wie inhaltlich nicht mehr ganz so nah dran am Exploitation-Movie - dafür hätte Django sich entblößten wie geschundenen schwarzen Frauen aufdrängen müssen - doch der Pulp in seinen Motiven ist allgegenwärtig. Erwähnenswert sind der inflationäre und dadurch abgemilderte Gebrauch des Schimpfwortes "Nigger" in nahezu jeder Dialogzeile, die extrem blutigen Shoot-Outs oder Franco Neros Gastauftritt als Sklavenhändler, dem der neue Django Jamie Foxx erklärt, dass das "D" in seinem Namen stumm ist. Und Samuel L. Jackson darf mit seinem "Eigen-Rassismus" sein in Blei gegossenes Selbstbewusstsein als Schwarzer in vorangegangenen Tarantino-Filmen genüsslich demontieren.

Dies gehört ebenso wie der Pferde-Tanz am Ende, der an Vier Fäuste für ein Halleluja erinnert, der Kategorie der offensichtlichen Referenzen an. Im Verborgenen streift Christoph Waltz niemals den Hans Landa ab, gibt weiterhin eine kalte und berechenbare Gestalt, die seine deutschsprachigen Wurzeln vor wie hinter der Kamera in den Wilden Westen hinübergerettet hat, womit ihm Tarantino seine Wertschätzung erweist. Doch auch von der Narration her traut sich Tarantino etwas Beeindruckendes: Er unterbricht seine Erzählung, setzt sie aus, um Rückblenden oder andere längere Einschübe zu implementieren. Die Szene um die Unbrauchbarkeit der Stofffetzen-Masken hätte jeder andere Cutter zusammen mit dem Regisseur in die Liste der Outtakes für die DVD aufgenommen. Die ausgewaschenen Bilder von Djangos Erinnerungsfetzen hätte jeder andere Filmemacher mit Regulierung der Farbsättigung gelöst, eben zeitgemäß, nicht - aufgrund der Sehgewohnheiten des Publikums - Irritationen provozierend. Auch der epische Erzählstil, dessen an sich dünne Handlung nicht annähernd die stattliche Laufzeit von 166 Minuten rechtfertigt, oder die kurzen anachronistisch herausstechenden Hip-Hop-Passagen, die einen Sklaven-Marsch begleiten, hätte sich kein anderer Filmemacher getraut. Dieses Konglomerat aus Genre-Versatzstücken, Stereotypen in Inszenierung und Figuren, Absurditäten und Gewalt mit postmoderner too much-Prägung ist mutig, mitunter frech und nimmt aufgrund seines Detailreichtums gefangen.

Autorenfilmer Tarantino erfindet mit Django Unchained das Kino sicherlich nicht neu, aber bietet stumpfem Effekte-Kino wie Der Hobbit und Avatar - Aufbruch nach Pandora Paroli, das unter seiner Oberfläche voll technischer Innovationsfreude nur aalglatte Stromlinienförmigkeit in Buch und Szenenregie nach Schema F zu kaschieren weiß. Django Unchained ist eine Liebeserklärung - an ein längst untergegangenes Genre, an die 35 Millimeter-Projektion, ans Kino an sich und natürlich auch ans postmoderne Tarantino-Universum. Aber so charismatisch und stilsicher, dass der Cineast selbst bei zelebrierter Langsamkeit schwerlich widerstehen kann.

Kurzkritik

von Bettina Friemel

Wertung Kurzkritik

80%

Man kann nur den Gttern des Hollywood-Olymp danken, dass sie Quentin Tarantino und Christoph Waltz zusammengefhrt haben. Wie schon in Inglourious Basterds macht es wieder unheimlich viel Spa, Waltz in einer Rolle zu beobachten, die ihm auf den Leib geschrieben wurde. Da wirkt Jamie Foxx in der Hauptrolle des Ex-Sklaven Django fast ein wenig blass an seiner Seite.
Dennoch siegt am Ende die Coolness, die Bilder sind wunderbar episch, die Musik ist wie immer handverlesen, einzig die Handlung ist ein wenig zu dnn, um die Spannung ber drei Stunden zu halten. Da hat sich Quentin Tarantino stellenweise ein bisschen zu sehr in Details verrannt. Dennoch ist auf den Regisseur Verlass - nach dem etwas langatmigen Mittelteil spritzt genug Blut, um den Zuschauer wieder zu vershnen.

Kurzkritik

von Markus Mller

Wertung Kurzkritik

85%

In Anbetracht der berschaubaren Komplexitt der Story ist Django Unchained eindeutig zu lang geraten und hat besonders im Mittelteil mit einigen dramaturgischen Unzulnglichkeiten zu kmpfen. Er ist zweifellos einer von Tarantinos schwcheren, aber gleichzeitig amsantesten Werken.
Das hervorragende und gut aufgelegte Darstellerensemble ist das eigentliche Highlight des Filmes: Christoph Waltz und Jamie Foxx ergeben ein beraus unterhaltsames Duo, und einige der Dr.-King-Schultz-Zitate haben das Zeug dazu, legendr zu werden. Die groe Leistung des Filmes liegt aber nicht zuletzt darin, dass die kritische und durchaus ernstzunehmende Auseinandersetzung mit der Sklaverei auf der Leinwand selten zuvor so eindringlich ohne bermige Sentimentalitt erfolgte.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

86%

Unterm Strich gesehen ist Django Unchained fast so etwas wie die Lightversion der Inglourious Basterds und somit auch ein ganzes Stck schwcher als Tarantinos vorangeangenes Werk, aber das ist Meckern auf hchstem Niveau. Tarantino liebt Kino und versteht es einmal mehr, aus seinen Lieblingsfilmen nahezu perfekt zusammenzuklauen und sie in seinen eigenen Film zu packen. Trotz einiger kleiner Lngen macht das Ganze groen Spa, der zu einem Groteil auch von dem spielfreudigen Cast ausgeht. Christoph Waltz mimt den freundlichen Hans Landa in seiner unnachahmlichen Art und Weise, Di Caprio darf einmal mehr aus dem Vollen schpfen und der Scene Stealer des Films, Samuel L. Jackson, liefert wohl eine seiner besten Leistungen berhaupt ab. Sicherlich gibt es einige Mngel wie die Notwendigkeit des nachgeschobenen zweiten Showdowns oder die schon angesprochenen Lngen, aber unterm Strich wird dennoch wohl nahezu jeder Tarantino-Fan bestens unterhalten werden.

Kurzkritik

von Florian Tritsch

Wertung Kurzkritik

82%

Schon vorherige Werke zeigten, dass Quentin Tarantino ein groer Fan des Italowesterns ist. Und Tarantinos neustes Werk beginnt dann auch vielversprechend mit erstklassigen Aufnahmen und der originalen Django-Musik.
Doch nachdem alle Figuren eingefhrt sind, verliert das Werk leider deutlich an Fahrt und wird stellenweise ein wenig zu zh. Hier ist man von Tarantino in der Regel bessere Drehbcher gewohnt. Glcklicherweise kann der gut aufgelegte Cast um Christoph Waltz einiges durch die sichtbare Spielfreude kompensieren, weshalb man zu keinem Zeitpunkt in die Gefahr gert, vollends das Interesse zu verlieren.
Ebenfalls als problematisch und leider nicht durch die Darsteller auszugleichen erweist sich die Auswahl der Filmmusik. Die immer wieder verwendete Rapmusik zur Unterlegung der Szenen will sich nicht wirklich in das Gesamtbild einpassen und wirkt stellenweise sehr strend.
Doch unterm Strich ist auch Tarantinos neustes Werk ein gelungenes Stck Kino, das einen jede Sekunde die Begeisterung des Regisseurs fr das Medium (und das Genre) spren lsst.



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