Das Liebesdrama Nur mit dir erfüllt nicht nur die Kriterien eines typischen Teenie-Streifens, sondern erstickt förmlich in Kitsch und Klischees. Regisseur Adam Shankman gelingt zwar ein äußerst berührender Spielfilm, der jedoch an vielen Stellen zu aufdringlich wirkt und insbesondere gegen Ende mit allen Mitteln versucht, auf die Tränendrüse zu drücken. So bleibt die Romanze trotz der soliden Darstellerleistungen insgesamt leider eine herbe Enttäuschung.
Nur mit dir ist die Verfilmung von Nicholas Sparks Roman "Zeit im Wind" und gehört mit Sicherheit zu der Sorte Film, an der sich die Geister scheiden. Viele unterschiedliche Kritiken bekam das Liebesdrama von Regisseur Adam Shankman, der für sein Werk die Nachwuchstalente Mandy Moore und Shane West gewinnen konnte. Für die beiden Hauptdarsteller erwies sich der Spielfilm als kleiner schauspielerischer Durchbruch. So konnte Mandy Moore im Jahre 2002 unter anderem den MTV Movie Award und gemeinsam mit Shane West den Teen Choice Award gewinnen.
Bei einer Mutprobe kommt es zu einem schweren Unfall, für den Landon Carter (Shane West), der Anführer einer Clique, verantwortlich gemacht wird. Zur Strafe muss der hypercoole und angesagte Teenager Nachhilfe geben und am Schultheater teilnehmen, wo er auf die anscheinend spießige Pfarrerstochter Jamie Sullivan (Mandy Moore) trifft. Landon ist zunehmend von Jamie fasziniert und verliebt sich schließlich in die lebensfrohe junge Frau. Doch Jamie trägt ein Geheimnis mit sich und kann sich deshalb nicht an Landon binden...
Es liegt nicht an den schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptakteure, sondern an der äußerst fragwürdigen Story, die nach einiger Zeit einfach nicht mehr ernst genommen werden kann. Zahlreiche Liebesfilme bedienen sich natürlich einigem Kitsch und so mancherlei Klischees, doch Nur mit dir übertreibt es derartig, dass man schon das Gefühl hat, man befände sich in einem Märchen anstatt in einem ernst gemeinten Beziehungsdrama.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, hier ein etwas ausführlicherer Einblick in die Geschehnisse, der allerdings nur von denjenigen gelesen werden sollte, die wirklich alles darüber wissen möchten: Der böse Bube trifft auf das uncoole Mauerblümchen. Natürlich verliebt sich der Junge in das Mädchen und verändert sich für sie. Doch da ist noch der strenge Pfarrer, der Vater des Mädchens, der diese Beziehung nicht will. Zufälligerweise hat das Mädchen zudem noch Leukämie und wird schon bald sterben, so dass die Liebe zwischen ihr und dem Jungen zum Scheitern verurteilt ist. Doch um ihrer unglaublichen Verbundenheit Ausdruck zu verleihen, heiraten die beiden am Ende - natürlich in der Kirche des jetzt liebenswürdigen Pfarrers.
Wahrscheinlich werden sich nun viele Leute denken, dass jemand, der diesen Film als schwach bewertet, entweder keine Gefühle für die einzelnen Charaktere entwickeln konnte oder gar die Intention des Werkes nicht verstanden hat. Über die Qualität von Nur mit dir lässt sich streiten. So urteilte der bekannte Kritiker Roger Ebert in der Chicago Sun-Times im Gegensatz zu manch anderem: "A love story so sweet, sincere and positive that it sneaks past the defenses built up in this age of irony."
Glück, Liebe, Trauer und Trost sind Motive, die in Shankmans Romanze vorkommen. Doch auch wenn man während des Filmes davon noch sehr gerührt und angetan ist, so fragt man sich im Nachhinein, mit etwas Abstand zu den Ereignissen, wie man sich von solch einem extrem kitschigen Werk und einer zum Weinen unrealistischen Geschichte einlullen lassen konnte.