Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger Poster

Film-Seite zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
Trailer zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
Poster zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
Offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
PDF zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger
Forum-Topic zu Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

(Life of Pi, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

81%



Inhalt

Der junge Pi wächst als Sohn eines Zoodirektors im indischen Pondicherry auf. Dadurch lernt er den Umgang mit den Tieren, aber auch, was für Gefahren sich dahinter verbergen. Als Pi mit seiner Familie nach Kanada übersiedeln will, erleidet ihr Frachter Schiffbruch. Nur Pi kann sich retten, gemeinsam mit Richard Parker, dem bengalischen Tiger aus dem Zoo.

Shopping zu

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

65%

Für die Fans fällt mit der Adaption des als unverfilmbar geltenden Romans von Yann Martel vermutlich Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Distanziert betrachtet ist ein Werk mit Höhen und Tiefen entstanden. Im Mittelpunkt steht die Lebensgeschichte des Inders Pi, insbesondere sein abenteuerlicher Schiffbruch, der ihn in ein Rettungsboot befördert, das er sich mit einem bengalischen Tiger teilen muss. Gute Schauspieler und eine tragikomische Handlung mit viel metaphysischem Zuckerguss garniert kreieren einen Film, der zwischen magisch und einschläfernd pendelt.

Bild aus Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger Ang Lee, dem man solche Meisterwerke wie Tiger & Dragon verdankt, gehört sicherlich zu den Regisseuren, die wegen ihren besonders gefühlsbetonten Inszenierungen bekannt sind. Tatsächlich legt Lee, ob er nun ein Martial-Arts-Epos in Szene setzt oder einen Schwulen-Western, immer auf die zwischenmenschlichen Aspekte viel Wert; allerdings auch auf die Bilder. In der Literaturadaption des internationalen Bestsellers von Yann Martel Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger hatte er Gelegenheit, beidem so viel Raum als möglich einzuräumen.

Die Geschichte beginnt in Kanada, in Montreal. Dort besucht ein Schriftsteller auf der Suche nach Inspiration den inzwischen im besten Mannesalter stehenden Pi (Irrfan Kahn). Dieser erzählt dem Schriftsteller von seiner schier unglaublichen Reise auf dem Ozean und seiner Suche nach Gott. Zeitsprung in die 1970er Jahre: Der kleine Pi (Ayus Tandon) - eigentlich Piscine Molitor Patel, benannt nach einem luxuriösen Schwimmbad in Frankreich - lebt ein zufriedenes Leben im indischen Pondicherry. Sein Vater (Adil Hussain), ein Zoobesitzer, und seine Mutter (Tabu), die von ihren Eltern verstoßen wurde, weil sie unter ihrer Kaste heiratete, sind zwei moderne säkulare Inder, die Pi und seinen Bruder Ravi weltlich und liberal erziehen.

Pis größtes Problem ist während seiner Kindheit sein Name. Wird das französische Piscine etwas verschliffen ausgesprochen, hört es sich schnell wie das englische "Pissing" an. Das bringt dem Jungen viel Spott und Häme in der Schule ein, bis er eines Tages auf die Idee kommt, seinen Namen vom mathematischen Pi herzuleiten. Die übrige Zeit bringt er damit zu, auf der Suche nach Gott alle möglichen Religionen durchzuexerzieren; mit dem Resultat, dass er als erwachsener Mann von sich behaupten kann, katholischer Hindu-Moslem zu sein. Seine wichtigste Lektion lernt er aber, als ihm sein Vater eines Tages im Zoo demonstriert, dass der dort lebende bengalische Tiger, Richard Parker genannt, ein tödliches Raubtier ist und kein seelenverwandtes Wesen, mit dem man Freundschaft schließen kann. Eine Lektion, die Pi nicht vergessen soll.

Wenige Jahre später entschließt sich Pis Vater, den Zoo aus finanziellen Gründen aufzugeben. Er verkauft die Tiere, um mit seiner Familie in Kanada ein neues Leben zu beginnen. Gemeinsam mit der ganzen tierischen Menagerie fahren die Patels auf einem Handelsschiff über das Meer, ihrer neuen Heimat entgegen. Ankommen werden die meisten von ihnen dort aber nie. Eines Nachts beschädigt ein schwerer Sturm das Schiff derart stark, dass es sinkt. Mit Mühe und Not gelingt es Pi (Suraj Sharma), sich in ein Rettungsboot zu retten. Gemeinsam mit einem verletzten Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und Richard Parker, dem Tiger. Es dauert nicht lange, und der nackte Kampf ums Überleben beginnt.

Lange Zeit galt Martels Roman als unverfilmbar. Inwieweit nun Lee es tatsächlich gelang, die Geschichte und zugleich den philosophischen Kontext des Buches auf die Leinwand zu übertragen, kann nur jener, der die literarische Vorlage kennt, für sich selbst beurteilen. Rein filmisch betrachtet, ohne Kenntnis des Buches, entsteht ein ambivalenter Eindruck. Auffällig ist sofort die Bildsprache. Schwelgerisch führt bereits der Vorspann durch den Zoo und stellt uns seine Bewohner vor. Ein wenig entsteht dabei der Eindruck, als wäre das alles dem irdischen leicht entrückt; ein in sich geschlossener Mikrokosmos, ein Garten Eden von Menschenhand erschaffen. Begleitet werden diese Eindrücke von "Krischna-Hymnen". Solch musikalische Untermalung muss man allerdings schon mögen wollen, wenn sich kein Unwillen breit machen soll. Das Ganze soll vermutlich die Einstimmung, der Vorgeschmack und ein Ausblick auf die noch kommenden metaphysischen Fragestellungen sein. Allein die schiere Länge des Vorspanns gemahnt jedoch zugleich zur Geduld und verlangt einiges an Durchhaltevermögen ab.

Erstmalig setzte Lee die inzwischen nicht mehr wegzudenkende 3D-Technik ein. Es wäre zwar vermessen zu behaupten, dass Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger keinesfalls ohne diese ausgekommen wäre, doch manchen Aha-Effekt begünstigte die Zugabe der dritten Dimension schon. Sowohl die Tiefe des (neu entstandenen) Raums als auch Objekte, die geradezu in den Kinosaal hinein geschossen kommen, wie ein Schwarm fliegender Fische, sprechen eine deutliche Sprache für die rasche Weiterentwicklung, welche die neue Technik erfuhr, seit beispielsweise 2009 Avatar die Kinowelt verblüffte. In Verbindung mit CGI-Elementen auf höchstem Niveau wurden auf diese Weise einige höchst beeindruckende visuelle Augenblicke geschaffen.

Diese optischen Qualitäten, samt dem feinsinnigen Humor und einigen existentialistischen Momenten während des Überlebenskampfes, nebst der Fragestellung wie viel oder wie wenig nötig ist, bis die Menschlichkeit abgebaut ist und wir ebenso animalisch wie ein Tier handeln, das von seinen Instinkten geleitet wird, stellen dann auch die nennenswerten Höhepunkte des Films dar. Es dauert lange, bis die Geschichte überhaupt an Fahrt gewinnt und auch so etwas wie ein roter Faden ersichtlich wird. Zuvor wirkt das Geschehen oft zerfahren und es macht zuweilen Mühe, an der Handlung zu haften. Das wiederholt sich leider noch einmal zum Ende hin. Sichtlich merkt man dem Film an, dass ihm nach den Szenen auf hoher See deutlich die Puste auszugehen droht. Besaß die Dialoglastigkeit zu Beginn aber einiges an Charme - was vor allem den durchgängig guten Schauspielern geschuldet war - wirken die letzten Meter mehr und mehr plapperhaft und dehnen sich über Gebühr.

Ang Lee gelang mit der Adaption von Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger ein durchaus feinsinniger Film mit streckenweise interessanten Dialogen und oft spektakulären Bildern. Er ist angefüllt von zutiefst menschelnden Momenten und lädt mit einer Überfülle an philosophischen Fragestellungen zur Diskussion ein. Leider wirkt er jedoch auch metaphysisch überladen und in seiner Aussage zu verschwurbelt. Das und die Zähigkeit zum Ende hin verleihen ihm ein gewisses Maß an Schwere und Angestrengtheit, die ihm viel von jener Leichtigkeit raubt, die er eigentlich zu suggerieren sucht. Wer aber das Buch mochte und es nun vor lauter Neugier nicht aushält oder sich auf einen bildgewaltigen Genuss freut und etwas Geduld mitbringt, sollte sich den Film ruhig im Kino gönnen. Alle anderen machen mit dem Warten auf die Silberscheibe aber nichts verkehrt.

Kurzkritik

von Max Fischer

Wertung Kurzkritik

88%

Das Leben des Pi und seines Tigers hat einen langatmigen Einstieg, darauf sollte man sich einstellen. Doch wer den durchhält, wird belohnt, denn Regisseur Ang Lee zaubert danach ein audiovisuell so meisterhaftes Stück Film auf die Leinwand, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Jeder animierte Pixel scheint hier lebendig geworden zu sein und die Musik erfüllt den Zuschauerraum mit himmlischen Klängen. Wenn Tier und Mensch zusammen auf einem kleinen Rettungsboot durch den einsamen Ozean treiben, dann trifft Existenzangst auf Glaubensfrage und der tierische Überlebensinstinkt auf die Kraft der Vernunft. Das wirkt jedoch nicht beliebig, sondern realistisch. Das Raubtier bleibt auch bis zum Schluss der gefährliche Jäger, und jede Annährung des Protagonisten wird sehr feinfühlig erklärt. Dieser Umstand steht im krassen Gegensatz zur durch und durch märchenhaften Inszenierung Lees, die jedoch nie aufgesetzt wirkt. Am Ende lebt das Werkt aber von einzelnen Momenten, die so voller Leben stecken, dass man den Schiffbruch eigentlich gar nicht enden lassen möchte.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

91%

Wurde ja oft als der beste Film des diesjährigen Kinojahres bezeichnet; nicht zu unrecht. Man ist schnell in der Welt von Pi gefangen. Alleine diese unglaublichen Bilder, die in einem perfekten 3D vorgetragen werden, sind jegliches Eintrittsgeld wert. Aber auch die Geschichte weiß zu überzeugen, denn auch wenn der Großteil der Geschichte sich nur auf einem kleinen Boot abspielt, ist der dargelegte Überlebenskampf zwischen Mensch und Tier zu keiner Sekunde langweilig und kann alleine schon aufgrund seiner Ideenvielfalt begeistern. Gleiches gilt für die Tricktechnik, denn die am Computer generierten Tiere sehen einfach nur umwerfend aus und es gibt kaum Sequenzen, in denen man deren Echtheit anzweifelt. Der große Clou des Filmes ist aber letzten Endes doch das Drehbuch, denn wie sich Life of Pi in den letzten 20 Minuten entwickelt, ist einfach nur als perfekt zu bezeichnen. Ein absolut empfehlenswerter Film, den man sich zudem unbedingt in 3D ansehen sollte.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Titanic
Dt. Start: 08. Jan 1998
Vorschlag entfernen
Verschollen
Dt. Start: 11. Jan 2001
Vorschlag entfernen
 
 

 

© 2014 MovieMaze.de