Silver Linings Poster

Film-Seite zu Silver Linings
Trailer zu Silver Linings
Poster zu Silver Linings
Kinoprogramm f�r Silver Linings
Offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Silver Linings
PDF zu Silver Linings
Forum-Topic zu Silver Linings

Silver Linings

(Silver Linings Playbook, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

50%



Inhalt

Pat ist so ziemlich am Ende mit seinem Leben. Nachdem er Haus, Job und Frau verloren hat, war er acht Monate in einer psychiatrischen Anstalt und wohnt jetzt wieder bei seinen Eltern. Ein Neuanfang muss her, und am liebsten auch seine Frau. Bei seinem Versuch, sie zurückzuerobern, hilft ihm die mysteriöse Tiffany.

Kritik

von Markus Mller

Wertung Kritik

40%

In Silver Linings bekommt ein Mann, nachdem er alles verloren hat und wegen seiner bipolaren Störung in einer Psychiatrie behandelt wurde, die Chance auf eine Neuorientierung als Tanzpartner einer jungen Frau, die es auch nicht leicht hat. Trotz einer starken Besetzung und einiger durchaus innovativer Ideen ist David O. Russels neuestes Werk leider langatmig und insgesamt enttäuschend. Die für Hollywood-Verhältnisse unkonventionelle Geschichte hätte auch in deutlich kürzerer Zeit erzählt werden können, und so ist der dialoglastige Streifen eine überaus zähe Angelegenheit, die nach einem recht albernen Finale eher gemischte Gefühle hinterlässt.

Bild aus Silver Linings The Fighter-Regisseur David O. Russel schuf mit Silver Linings eine weitgehend unkonventionelle, romantische Tragikomödie auf der Grundlage des gleichnamige Romans von Matthew Quick. Im Mittelpunkt stehen dabei keine "gewöhnlichen" Liebeskomödien-Protagonisten, wie man sie von zahllosen Genrevertretern kennt, sondern zwei Personen, die mit ernsthaften psychischen Erkrankungen beziehungsweise Problemen zu kämpfen haben. Das klingt an sich interessant und innovativ, funktioniert letztlich aber nur bedingt.

Das Hauptproblem von Silver Linings ist dabei sein zäher Erzählfluss. Zwei Stunden lang wird die Handlung größtenteils von Dialogen, in denen die Charaktere ausführlich vertieft werden, vorangetrieben. Doch trotz ausreichender Zeit bleibt der Film in der Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen oberflächlich. Ein ausführliches Psychogramm sollte niemand erwarten, viel mehr sind die labilen Geisteszustände der Protagonisten im Wesentlichen nur Mittel zum Zweck, um eine charakteristische, "etwas andere" Geschichte zu erzählen. Die aus der Interaktion der zweifellos eigenwilligen Figuren entstehende Komik ist meistens vor allem eines: wenig amüsant. Gut, es sollte offensichtlich ohnehin ein leiser Humor präsentiert werden, doch wird man das Gefühl nicht los, dass "leise" bedeutet, dass der Film über weite Strecken seine interessanten Momente "flüstert".

Sind die ersten Minuten noch recht vielversprechend, ist es besonders das letzte Drittel, das so gar nicht überzeugen will. Abgesehen von einigen unausgegorenen Eskapaden in der Handlung, konnte man leider nicht der Versuchung wiederstehen, einzelnen Genreklischees nachzugeben, und als wäre das nicht schon inkonsequent genug, musste auch noch unbedingt ein Tanzwettbewerb integriert werden. Leider will das ebenso wenig wie der Besuch eines Footballspiels so gar nicht in den Film passen. Die Geschehnisse gegen Ende wirken wie ausgefeilte Drehbuchkonstrukte, die im fertigen Film einfach nicht zünden wollen.

Bradley Cooper (Hangover) und Jennifer Lawrence (Die Tribute von Panem) erweisen sich als erstaunlich gut aufspielendes Duo, das für sich genommen durchaus überzeugt, doch auch nichts gegen die sich ausbreitende Langeweile machen kann. Cooper, der sicherlich zu Unrecht von einigen schon als Hollywood-Schönling ohne Aussicht auf künstlerische Verwirklichung abgetan wurde, darf seine schauspielerischen Qualitäten ausspielen und agiert überzeugend - auch wenn seine Figur streckenweise an die ewigen Selbstfindungsprobleme von Adam Sandler erinnert. Jennifer Lawrence hingegen bestätigt ihren Status als eine der vielversprechendsten Newcomerinnen, die das amerikanische Filmgeschäft zu bieten hat. Sie erweist sich tatsächlich als Idealbesetzung für die gestörte, aber doch irgendwie sympathische junge Frau, wobei sich, unabhängig von ihrem Spiel, das Interesse an ihrer Figur früher erschöpft, als von den Machern gewollt sein konnte. Robert De Niro spielt mal wieder einen Vater mit schwierigem Verhältnis zum Nachwuchs. Diese Rolle hatte er von seinem Regiedebüt In den Straßen der Bronx, über The Fan, Meine Braut, ihr Vater und ich bis hin zu dem desaströsen Happy New Year immer wieder inne. Natürlich agiert er gewohnt überzeugend, doch ist er im Grunde austauschbar. Sei es drum, ein De Niro tut einem Film immer gut.

Trotz allem wird Silver Linings, der im Original den Titel Silver Linings Playbook trägt und im Deutschen mit dem fürchterlichen Subtitel Wenn Du mir, dann ich Dir abgestraft wurde, von dem größten Teil der Kritiker gefeiert. Sicherlich liegt dies auch daran, dass er für eine amerikanische Mainstreamproduktion einen lobenswert anspruchsvollen Ansatz verfolgt und zumindest streckenweise neue Wege geht. Doch ändert dies nichts daran, dass er nur einen sehr eingeschränkten Unterhaltungswert besitzt. Eigentlich ist Silver Linings paradox: Das vielleicht einzige, was man den platten, amerikanischen, romantischen Komödien fast immer zu Gute halten kann, ist, dass sie angenehm kurzweilig und leicht konsumierbar sind. Wenn genau dies fehlt, bleibt in diesem Fall nur noch ein zäher Streifen, der mehr sein will, als er eigentlich ist und sicherlich viele Zuschauer von Minute zu Minute vorfreudiger dem Abspann entgegen fiebern lässt.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

59%

Bei Silver Linings handelt es sich um einen kleinen, hochgelobten Independentfilm, der leider seinem Hype zu keinem Zeitpunkt gerecht wird. Der Zuschauer bekommt ein recht typisches 08/15-Drama geboten, mit den blichen, liebenswrdigen und schrulligen Charakteren. Doch es lsst dabei ber weite Strecken den Realismus und die Figurengestaltung auf der Strecke. Es wimmelt hier nur so von den blichen Klischees (wie die Bombe, die eine Sekunde vor der Detonation entschrft wird); so wird beispielsweise der spielschtige Vater nicht als Problem, sondern als liebenswrdig schrullig verkauft. Die Krankheit der bipolaren Strung wird alles andere als glaubwrdig dargestellt und die Chemie der beiden Hauptdarsteller stimmt leider auch nicht. Nicht einmal im Ansatz nimmt man hier Gefhle wie Liebe oder Zuneigung wahr. Schlecht ist der Film deshalb noch lange nicht, denn die Inszenierung ist solide, die Darstellerleistungen berzeugen, doch inhaltlich geht leider alles seinen blichen Gang, ohne jegliche Neuerung oder berraschung. Gerade nach der Lobhudelei im Vorfeld eine echte Enttuschung. Nett, mehr nicht.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Crazy, Stupid, Love.
Dt. Start: 18. Aug 2011
Vorschlag entfernen
The Station Agent
Dt. Start: 10. Juni 2004
Vorschlag entfernen
King of California
Dt. Start: 15. Nov 2007
Vorschlag entfernen

 

© 2014 MovieMaze.de