Shanghai Knights bietet wie schon sein Vorgänger viel Wortwitz, gut inszenierte Kampfszenen, ein sympathisches Duo, jede Menge geschichtliche Zufälle und kann sich ohne Probleme mit dem sehr gelungenen ersten Teil messen.
Als großer Jackie Chan Fan und Liebhaber des ersten Teils war ich schon sehr gespannt auf die Fortsetzung von Shang-High Noon, da auch die Trailer wieder jede Menge Witz und Action versprachen. Ich hatte jedoch Zweifel ob der Film meine Erwartungen erfüllen könnte, doch diese waren ohne Grund, da Shanghai Knights ohne Probleme mit seinem Vorgänger mithalten kann.
Drei Jahre sind seit Teil 1 vergangen und die Wege der beiden Helden haben sich getrennt! Während es Chon Wang zum Sheriff von Carson City geschafft hat, schlägt sich Roy O'Bannen (aka Wyatt Earp) als Gigolo in einem Nobelhotel durch. Als Chon eine Nachricht von seiner Schwester erhält in der sie berichtet, dass sein Vater, der Hüter des kaiserlichen Siegels ermordet wurde und sich der Mörder in London aufhalten soll, schnappt sich Chon sein Pferd und seinen besten Buddy Roy um nach London zu reisen und den Täter zur Strecke zu bringen. Dort angekommen entdecken die Beiden recht schnell, dass hinter dem Mord ein Adeliger steckt, der mit aller Macht an die Krone von England möchte.
Die Geschichte ist wie schon bei Shang-High Noon alles andere als komplex, da es sich mal wieder um das typische Jackie Chan Schema handelt: Man nehme gut choreografierte Kämpfe, eine Prise Gags, gewürzt mit sympathischen Charakteren und garniert das Ganze dann mit einer einfachen Story. Es ist schon erstaunlich wie gut das immer aufgeht, denn auch hier stört es nicht sonderlich, dass man im Grunde schon dutzende Male Ähnliches gesehen hat.
Dies liegt unter anderem an der Chemie zwischen Jackie Chan und Owen Wilson (welcher mir persönlich eher zusagt als Chris Tucker in Rush Hour). Die beiden harmonieren wieder prächtig miteinander und schaffen es durch ihre charmante und sympathische Art (zu streiten) für einige Lacher zu sorgen. Generell liefern die Zwei wieder eine gelungene Vorstellung ab: Wilson reizt es mal wieder aus, den Möchtegernhelden raushängen zu lassen und gerade diese übertriebene Darstellung macht steht ihm gut. Jackie Chan spielt das genaue Gegenstück in seiner typischen, natürlichen Art und Weise wie gewohnt gut und darf in den perfekt choreografierten Fights wieder zeigen, dass er immer noch locker mit den jüngeren Stars wie Jet Li mithalten kann.
Herausheben möchte ich auch noch die Kostüme und die Kulissen, durch die das London, Ende des 19. Jahrhunderts, sehr liebevoll und detailreich in Szene gesetzt wurde. Auch sehr positiv anzusehen ist, dass der Schnitt wie in den letzten Filmen bei den Actionszenen nicht überhastet gesetzt wurde, sondern man endlich mal wieder eine komplette Fightszene aus einer Kameraperspektive zu sehen bekommt.
Mit Shanghai Knights hat Jackie Chan seinen letzten Film, den eher durchwachsenen The Tuxedo - Gefahr im Anzug, ohne Probleme ausgemerzt und bewiesen, dass dies wohl ein einmaliger Ausrutscher war. Wer Shang-High Noon mochte, der wird auch diesen lieben, denn er sprüht nur so vor Wortspielen, Gags und sehr guten Kampfszenen. Was will man mehr?