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Les MisÚrables

(Les MisÚrables, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

79%



Inhalt

Jean Valjean erwartet nach seiner fast 20-jährigen Haftstrafe sehnsüchtig seine Bewährung, um zu beweisen, dass er durch die Zeit hinter Gittern geläutert ist. Doch Inspektor Javert traut dem Sträfling nicht, und so verfolgt er ihn auf Schritt und Tritt, um bei dem kleinsten Fehler Alarm zu schlagen. Da auch seine alten Freunde sich von Valjean abgrenzen, beschließt dieser gegen seine Bewährungsauflagen zu verstoßen und ein neues Leben zu beginnen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

79%

Musical und Kino ist stets eine komplizierte Vermählung. Noch schwieriger wird es allerdings, wenn, wie im Falle von Les Misérables weitaus mehr als eine Bühnenfassung die Basis der Geschichte bildet. Victor Hugos Roman gilt schließlich nicht umsonst als eines der bedeutendsten literarischen Werke der französischen Romantik. Ernstlich an eine Umsetzung wagte sich Regisseur Tom Hooper nicht und legte sein Augenmerk auf Musik und Bilder, um ein berührendes wie opulentes Spektakel zu inszenieren.

Bild aus Les MisÚrables Victor Hugos 1862 erschienener Roman, Les Misérables, zu Deutsch, Die Elenden, zählt heute zu den Klassikern der Weltliteratur. Dabei ist seine im Grunde ethisch-politisch motivierte Handlung, die in einer Liebesgeschichte steckt, überaus zeitlos. Sie bildet zwar die französische Gesellschaft, samt detailgenauer Milieustudie, von der napoleonischen Ära bis zu der des Bürgerkönigs Louis Philippe ab, ließe sich jedoch auch an anderen Orten oder Zeiten ansiedeln. Diesem Umstand verdankt diese Geschichte um Liebe, Reue, Freiheit und Erlösung vermutlich auch ihren großen Erfolg im angelsächsischen Raum.

Man schreibt das Jahr 1815. Jean Valjean (Hugh Jackman) wird nach beinahe 20-jähriger Haft, während der er dem tyrannischen Aufseher Javert (Russell Crowe) ausgeliefert war, in die Freiheit entlassen. Fünf Jahre hatte er wegen Diebstahl eines Brotes gesessen, den Rest wegen diverser Fluchtversuche. Von den anständigen Bürgern geächtet und mit dem Stigma des Verbrechers versehen, schlägt er sich wieder als Dieb durch. Mit Gott und den Menschen hat Valjean ohnehin längst gebrochen. Güte erfährt er einzig von einem Geistlichen, der den mittellosen Mann bei sich aufnimmt und ihn sogar dann in Schutz nimmt, als er ihn eines Tages zu bestehlen versucht. Diese noble Geste löst bei Valjean eine Wandlung aus.

Zeitsprung ins Jahr 1823. Unter dem Namen Monsieur Madeleine hat sich Valjean inzwischen Bildung, Reichtum und Ansehen erarbeitet. Sogar zum Bürgermeister und Fabrikant in Montreuil hat er es gebracht. Dort begegnet ihm Fantine (Anne Hathaway), die eine seiner Arbeiterinnen ist. Sie schlägt sich mit ihrer unehelichen Tochter Cosette allein durchs Leben. Um nicht als Dirne zu gelten, lässt sie aber ihr Kind bei den Thénardiers (Sasha Baron Cohen und Helena Bonham Carter), einem Ganovenpaar, das ein Wirtshaus betreibt, aufwachsen. Für ihre Tochter ist sie aber stets bereit, ihr Letztes zu geben. Um die Medizin zu bezahlen, die das Mädchen benötigt, verkauft sie zuerst ihr Haar und dann ihren Körper. Beinahe wäre sie sogar im Gefängnis gelandet. Nur durch das beherzte Einschreiten Valjeans, der die völlig abgemagerte Frau ins Hospital bringt, entkommt sie ihren Häschern. Auf ihrem Sterbebett verspricht er ihr, sich fortan um ihre Tochter zu kümmern.

Unzählige Male wurde diese ergreifende Geschichte bereits adaptiert. Darunter auch oft für TV und Kino. Zu den bekannteren Spielfilmfassungen gehört die aus dem Jahre 1998 mit Liam Neeson und Uma Thurman. Regisseur Tom Hooper (The King's Speech) wollte diesmal aber etwas Neues schaffen. Deshalb verschmolz er die Qualitäten des Musicals, das für sich schon ein Welterfolg war, mit dem, was solch einer Story am ehesten visuell gerecht werden kann, und kreierte ein opulentes Filmspektakel, in dem jedoch beinahe durchgängig gesungen wird. Das geht nur, wenn man dafür auch die geeigneten Schauspieler findet. Möglicherweise wäre solch eine Fassung vor zehn oder fünfzehn Jahren also noch gar nicht möglich gewesen.

Hugh Jackman entpuppt sich als die ideale Besetzung für die überaus kraftvolle Figur des Valjean. Mit seinem gestählten Körper verleiht er diesem Charakter etwas Urwüchsiges. Doch Jackman ist mehr als ein Wüterich, auch wenn einige seiner Fans ihn am liebsten als Wolverine die Klauen wetzen sehen. Er ist ein erfahrener Musicaldarsteller mit großen tänzerischen und gesanglichen Qualitäten. Und versteht es sehr wohl, auch in den sensiblen Momenten zu brillieren. Beinahe noch mehr überrascht aber sein Film-Antagonist, Russell Crowe, mit seiner baritonlastigen Gesangsperformance, da man solches von ihm überhaupt nicht gewöhnt ist.

Die bewegendsten musikalischen Momente gehören dennoch Anne Hathaway, die mit ihrer herzzerreißenden Version von I dreamed a dream unter Beweis stellt, dass sie viel mehr kann, als im sexy Latex-Catsuit Bösewichter zu vermöbeln. Zurecht gilt sie damit auch als ganz heiße Oscar-Anwärterin. Beinahe Vergleichbares vollbringt jedoch auch Eddie Redmayne (My Week With Marilyn) mit seinem Song Empty chairs at empty tables. Und dass Amanda Seyfried wie eine Nachtigall zu trällern vermag, weiß man spätestens seit Mamma Mia!. Ihr wird aber beinahe von Samantha Barks die Show gestohlen. Um das alles bestmöglich zu arrangieren und Spiel wie dem Gesang die gewünschte Authentizität zu verleihen, ließ Hooper die Schauspieler ihre Lieder live während des Drehs singen; und nicht wie sonst üblich im Nachhinein im Studio lippensynchron einspielen. Damit war es den Akteuren möglich, ihr Timing selbst zu bestimmen, was zum Resultat hatte, dass viele der Lieder auf eine einzigartige Weise neu interpretiert wurden.

In satten zweieinhalb Stunden überträgt Hooper die Musicalfassung auf die Kinoleinwand. Trotz der bildgewaltigen und immer wieder emotional aufwühlenden Umsetzung lieferte er aber nicht mehr als ein inszenatorisch lückenhaftes Gebilde ab. Den Gehalt des 1500 Seiten zählenden Romans zu übertragen, gelingt ihm nicht. Charakterprofile und Psychogramme der Figuren fallen leidlich dünn aus. Ihre Triebfedern und Motive wollen oft nicht wirklich einleuchten, und manch eine Wendung kommt wie aus heiterem Himmel, ohne sich wirklich aus dem Geschehen heraus zu entwickeln. Dennoch fällt es schwer, ihm dieses negativ anzulasten. Das zu leisten, wäre in der Zeit kaum möglich gewesen. Eine vierteilige TV-Adaption aus dem Jahr 2000 mit Gerard Dépardieu und Charlotte Gainsbourg nahm sich dafür ganze sechs Stunden Zeit. Hooper legte in Les Misérables unübersehbar seinen Fokus auf die Musik, Ausstattung und die Optik. Lässt man sich davon einnehmen, wird man mitgerissen werden, selbst wenn man kein ausgesprochener Musicalfan ist.

Keine weitere Wertung


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