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Der Geschmack von Rost und Knochen

(De rouille et d'os, 2012)

Durchschnittliche Redaktionswertung

77%



Inhalt

Ali und sein Sohn Sam sind obdachlos, bis sie in die kleine Garage von Alis Schwester ziehen können. Das ist nicht viel, aber genug! Bei einer Kneipenschlägerei lernt der junge Vater dann plötzlich die schöne Stéphanie kennen, mit der er danach viel Zeit verbringt. Und obwohl die beiden Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten, verlieben sie sich ineinander. Aber eines Tages wird Stéphanie Opfer eines schrecklichen Unfalls und alles ändert sich.

Kritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kritik

70%

Sehr verspielt, mit viel Lust an Licht und Schatten, erzählt der gefeierte französische Regisseur Jacques Audiard (Ein Prophet) eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem heruntergekommenen Kampfsportler (Matthias Schoenaerts, Bullhead) und einer Killerwal-Trainerin (Marion Cotillard, The Dark Knight Rises), die beinahe an den Folgen einer Tragödie zerbricht. Einige warme Bilder laden zum Träumen ein, doch Audiards zuweilen arg gemächliches Erzähltempo wird auf Dauer zum Störfaktor.

Bild aus Der Geschmack von Rost und Knochen Da ist Ali (Schoenarts). Der stapft wie ein Stadtstreicher über Frankreichs Straßen, seinen fünf Jahre alten Sohn Sam (Armand Verdue) im Schlepptau, mit dem er nichts Rechtes anzufangen weiß. Abgebrannt und heimatlos findet Ali, ein früherer Boxer, Unterschlupf bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) an der Cote d'Azur und einen Job als Türsteher in einem Club. Und da ist Stéphanie (Cotillard), die just in diesem Club einen anderen Gast erst heiß macht und dann abblitzen lässt, was dem Abgewiesenen so wenig gefällt, dass er handgreiflich wird. Es kommt zu einer flüchtigen Begegnung zwischen dem einschreitenden Kraftprotz und der Schönen, an dessen Ende Ali Stéphanie seine Handynummer reicht. Doch sie wird ihn nicht anrufen - scheint es.

Dann jedoch hat die Killerwal-Trainerin einen schweren Unfall und nistet sich ein in eine Welt voller Dunkelheit und Selbstmitleid - bis ihr einige Wochen später Alis Nummer wieder in die Hände fällt. Der führt inzwischen ein fast normales Leben, hat einen neuen Job und mithilfe des verzottelten Martial (Bouli Lanners, Nichts zu verzollen) in die Szene illegaler Straßenkämpfe Eingang gefunden, in der sich gutes Geld verdienen lässt. Aus dem ersten Wiedersehen von Ali und Stéphanie entsteht eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen, oder steckt da noch mehr dahinter?

Vor knapp drei Jahren verhalf Ein Prophet dem Regisseur Jacques Audiard auch außerhalb seiner französischen Heimat zu Bekanntheit und Ansehen. Mit Der Geschmack von Rost und Knochen kehrt der Pariser nun in die deutschen Kinos zurück, kann aber trotz spannender Ansätze nicht an die Strahlkraft seines Vorgängers anknüpfen. Da ist zunächst einmal das Problem, dass sich Audiard und sein Co-Autor Thomas Bidegain nicht zu entscheiden scheinen können, welche Geschichte sie eigentlich erzählen wollen. Die von Ali, dessen Handlungsmotive vor allem gegen Ende nicht immer nachvollziehbar sind, die von Stéphanie oder die der Verbindung der beiden. Die häufigen Sprünge schaden der Klarheit. Zudem sorgt das Erzähltempo für Längen. Verspielt fängt die Kamera mal nur Schatten ein und stellt sich dann der Sonne entgegen. Das ist visuell interessant, aber nur bis zu einem gewissen Grad.

Dennoch ist Der Geschmack von Rost und Knochen durchaus ein sehenswerter Film. Das liegt vor allem an der Hauptdarstellerin. Marion Cotillard, die 2008 für ihre vielschichtige Darstellung von Edith Piaf in La Vie en Rose mehrere bedeutende Auszeichnungen erhielt, schlüpft in die Rolle der Stéphanie wie in eine zweite Haut. Sie ist erst trotzig und rotzig, dann zerbrechlich und lebensmüde, später wütend und kraftvoll, läuft die Klaviatur der Gefühlslagen einmal rauf und runter. Der hierzulande recht unbekannte Belgier Matthias Schoenaerts macht als eine Mischung aus Jason Statham und Ryan Gosling ebenfalls eine anständige Figur. Für ein Stück Herzenswärme in kalten Wintertagen reicht das allemal.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

84%

Jacques Audiards neuestes Werk braucht sich vor seinem mit vielen Preisen ausgestatteten Vorgnger Ein Prophet nicht zu verstecken. Bei Der Geschmack von Rost und Knochen handelt es sich um eine recht ungewhnliche Liebesgeschichte zweier vom Schicksal schwer getroffener Menschen, die so unfilmisch und ehrlich miteinander umgehen, wie man es nur selten auf der Leinwand zu sehen bekommt. Die beiden Haupdarsteller Cotillard und Schoenaerts harmonieren prchtig, spielen groartig und haben das Glck, dass ihre gleichwertig prsentierten Figuren eine berzeugende Geschichte zu erhlen haben. Dabei umschifft Audiard die gngigen Klischees und bringt seinen Film zudem auch im richtigen Moment zu Ende. Ein absolut sehenswerter Film und gleichzeitig auch tolles Darstellerkino.



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