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Film-Seite zu Indiana Jones und der Tempel des Todes
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Indiana Jones und der Tempel des Todes

(Indiana Jones and the Temple of Doom, 1984)

Dt.Start: 03. August 1984 Premiere: 23. Mai 1984 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Action, Abenteuer
Länge: 118 min Land: USA
Darsteller: Harrison Ford (Indiana Jones), Kate Capshaw (Wilhelmina 'Willie' Scott), Amrish Puri (Mola Ram), Roshan Seth (Chattar Lal), Philip Stone (Captain Blumburtt), Roy Chiao (Lao Che), Jonathan Ke Quan (Short Round), David Yip (Wu Han), Ric Young (Kao Kan), Chua Kah Joo (Chen), Rex Ngui (Maitre), Philip Tan (Chief Henchman), Dan Aykroyd (Weber), Dr. Akio Mitamura (Pilot), Michael Yama (Co-Pilot)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Willard Huyck


Inhalt

Im Zuge einer spektakulären Flucht gelangt Dr.Jones überraschend nach Indien, wo er auf einen Volksstamm trifft, dessen Kinder allesamt entführt wurden. Gemeinsam mit seinen beiden Gefährten, dem Jungen Short Round und der Tänzerin Willie, beschließt Indie, der Sache auf den Grund zu gehen. In einem nahegelegenen Tempel machen die drei daraufhin eine grausame Entdeckung. Hinter den dort lebenden, nach außen hin äußerst vornehm und gastfreundlich erscheinenden Menschen verbirgt sich ein Todeskult, der Kinder versklavt und hart arbeiten lässt.
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Kritik

Indiana Jones und der Tempel des Todes hat eine Wertung von 90%
Indiana Jones und die hysterische Sängerin Willie gelangen nach Indien, wo sie sich einem tödlichen Kult gegenübersehen. Um selbst nicht geopfert zu werden und außerdem hunderte von entführten Kindern zu befreien, kämpfen sie bis zum Letzten ums Überleben. Gelungene, aber nicht perfekte Indiana Jones-Geschichte, die als "schwarzes Schaf" der Reihe gilt.

Bild aus Indiana Jones und der Tempel des Todes Indiana Jones und die Sängerin Willie Scott können mit etwas Glück und dank der Hilfe des Jungen Shorty aus einer sehr beklemmenden Situation in Schanghai entkommen. Auf dem Flug in Richtung Heimat stürzt das Flugzeug in Indien ab, wo es die drei in ein kleines Dorf verschlägt. Dort muss Indiana Jones erfahren, dass alle Kinder entführt wurden, außerdem wurden die drei heiligen Sankara-Steine entwendet und zusammen mit den Kindern nach Pankot gebracht.

Als ehrbarer Amerikaner mit Bildung und Moralverständnis kann Indiana Jones dieses Unrecht natürlich nicht ungesühnt geschehen lassen. Zusammen mit der in freier Natur eher dauerhysterischen Willie und dem zum Glück eher gelassenen Shorty macht er sich auf nach Pankot. Im Palast werden die drei gastlich aufgenommen und fürstlich behandelt. Doch bald muss Dr. Jones feststellen, dass tatsächlich unheimliche Dinge im Gange sind: Unter dem Palast befindet sich ein geheimer Tempel, der der Todesgöttin Kali gewidmet ist. Dort werden auch Menschenopfer gebracht. Der unschuldige Maharadscha vom eindrucksvollen Abendbankett nur wenige Stunden zuvor entpuppt sich als blutdurstiger Kali-Anhänger, der unbedingt gestoppt werden sollte.

Der zweite Teil der Indiana Jones-Trilogie spielt zeitlich sogar ein Jahr vor Jäger des verlorenen Schatzes, was für den Handlungsverlauf jedoch unwichtig ist. Der Film bricht ein wenig mit den ungeschriebenen Indiana-Jones-Gesetzen, da er in einer fantasiereichen, geradezu übertrieben exotischen Umgebung spielt, die kaum etwas mit Nazis und Archäologie zu tun hat. Nichtsdestotrotz wurde jeder Dollar, der in die Produktion gesteckt wurde, mehr als verzehnfacht.

Besonders einprägsam bei diesem Film sind die Ausstattung und die Effekte. Natürlich ist das Drehbuch ein Musterbeispiel gekonnter Dialoge zwischen Mann und Frau, auch in der synchronisierten Fassung. Das Buffet im Palast geistert noch heute in den Erinnerungen der Zuschauer herum. Das geflügelte Wort "Affenhirn auf Eis" für eine eher wenig attraktive Speise stammt aus dieser Filmszene.

Dreh- und Angelpunkt des Films sind zwei besondere Szenen, zum einen die Flucht vor den Verfolgern in einer Mine in einer Lore, zum anderen das strategische, schach-artige Taktikspiel an einer geflochtenen Seilbrücke, die der letzten verbleibenden Inka-Brücke in Chaka Stata nicht unähnlich sieht. Indiana Jones droht, die Brücke mit einem Schwert zum Einsturz zu bringen, was der erzböse Hohepriester Mola Ram zu verhindern sucht.

Die fantasievolle Achterbahnfahrt in der Mine, in der Indiana Jones, Willie und Shorty in halsbrecherischer Geschwindigkeit vor ihren Verfolgern fliehen, wurde in einem Modell in der auch heute noch angewendeten Stop Motion-Methode erzeugt. Weil kein Platz für eine Filmkamera war, wurde eben mit einem Fotoapparat gedreht, Bild für Bild, Film für Film. Dieser Szene wurde praktisch exakt genauso in Reise zum Mittelpunkt der Erde ein kleines Denkmal gesetzt.

Fans schmunzeln noch heute darüber, dass Spielberg ausgerechnet Kate Capshaw, die im Film überzeugend die völlig hysterische Sängerin Willie spielt, heiratete. Natürlich mag Capshaw in Realität eine völlig andere Person sein, doch was der Indiana Jones-Kenner von ihr zu wissen glaubt, bringt einen eben zum Schmunzeln.

Besonderes Augenmerk verdient auch Ke Huy Quan, der den Jungen Shorty, kurz für Short Round, spielt. Sein kurzer Ruhm im Spielberg-Lucas-Universum bestand in dieser Rolle sowie der des Data in Die Goonies. Der erwachsene Quan arbeitet heute als Stunt Coordinator in Hollywood.

Auch ist interessant, dass Amrish Puri für die Rolle des Hohepriesters Mola Ram ausgewählt wurde. Der beliebte indische Volksschauspieler sorgte quasi im Alleingang für massive Zuschauerzahlen auf dem Subkontinent. Amrish Puri war wegen seines wilden Blickes, ein Markenzeichen, auf Bösewichte abonniert. Er starb im Alter von 72 Jahren und hat ein Standardwerk über das indische Kino hinterlassen.

Indiana Jones und der Tempel des Todes ist zwar ein echter Indiana Jones-Film, doch bei den Fans eher das ungeliebte Anhängsel. Zumindest war es so, bevor Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels in die Kinos kam. Dennoch sollte der Film unbedingt einmal gesehen werden.

von Julian Reischl


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