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Adaption

(Adaptation., 2002)

Dt.Start: 13. März 2003 Premiere: 06. Dezember 2002 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 115 min Land: USA
Darsteller: Nicolas Cage (Charlie Kaufman/Donald Kaufman), Meryl Streep (Susan Orlean/Orleans Mutter), Chris Cooper (John Laroche), Cara Seymour (Amelia), Rheagan Wallace (Kim Canetti), Jim Beaver (Ranger Tony), Brian Cox (Robert McKee), John Cusack (Er selbst), Roger Fanter (Onkel Jim), Gary Farmer (Buster Baxley), Paul Fortune (Er selbst), Judy Greer (Alice), Maggie Gyllenhaal (Caroline), Curtis Hanson (Orleans Ehemann), Peter Jason (Alan Lerner), Catherine Keener (Sie selbst), Fred Lerner (Aristoteles), Ron Livingston (Marty), Laura Love (Diane), Lisa Love (Sie selbst), Harris Mann (Kaufman Twin), Tilda Swinton (Valerie), Jay Tavare (Matthew Osceola), Stephen Tobolowsky (Steve Neely), Roger Willie (Randy), Bob Yerkes (Darwin)
Regie: Spike Jonze
Drehbuch: Charlie Kaufman, Donald Kaufman


Inhalt

Der Drehbuchautor Charlie Kaufman ist schwer darum bemüht, einen Roman aus der Feder von Susan Orlean mit dem Titel "The Orchid Thief" fürs Kino zu adaptieren. In der Geschichte geht es um einen Orchideenzüchter namens John Laroche, der Raritäten dieser Blumenart züchtet und an Sammler verkauft.
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Kritik

Adaption hat eine Wertung von 93%
Drehbuchautor Charlie Kaufman macht selbst aus der Not eine Tugend und erzählt in diesem genialen Film, wie er versucht, ein Buch zu adaptieren.

Bild aus Adaption Drehbuchautor Charlie Kaufman lies bereits in Being John Malkovich durchblicken, dass ihm Mainstream-Kino, mit ideenlosen Drehbüchern von der Stange, fern liegt. Für sein neues Drehbuch Adaption wählte er einen noch viel radikaleren Ansatz und schildert darin, wie er versucht, einen als unverfilmbar geltenden Roman zu adaptieren. Das geniale an dieser Geschichte ist, dass sie sich weitestgehend in Wirklichkeit so zugetragen hat, wie sie Charlie Kaufman hier erzählt. Noch während der Dreharbeiten zu Being John Malkovich bekam er den Auftrag den Bestseller The Orchid Thief von Susan Orlean zu adaptieren. Voller Tatendrang und Enthusiasmus nahm er die Aufgabe an und fiel sogleich in ein tiefes kreatives Loch, da er keinen Zugang zu der Geschichte über den abgedrehten Orchideen-Sammler John Laroche fand. Schließlich fand Charlie Kaufman seine Genialität zum Glück wieder und bettete den Roman The Orchid Thief mit samt der Autorin Susan Orlean in eine Geschichte über sich selbst und seine Adaption der Geschichte ein. So ist Adaption quasi ein Film, der von seiner eigenen Entstehungsgeschichte erzählt.

Der Film besteht im Wesentlichen aus zwei Handlungssträngen, die sich in einem zeitlichen Abstand von drei Jahren abspielen und am Ende zusammenlaufen. Zum einen handelt er von der Autorin Susan Orlean (Meryl Streep), die viel Zeit mit John Laroche (Chris Cooper) verbringt, um möglichst viel Material für ihren Roman zu sammeln. Dabei wird ihr mehr und mehr bewusst, dass sie ein langweiliges und eintöniges Leben lebt, aus dem sie liebend gerne ausbrechen möchte. Zum anderen handelt der Film von dem depressiven und introvertierten Charlie Kaufman (Nicolas Cage), der vergeblich versucht, den Roman The Orchid Thief zu adaptieren und durch das Scheitern seine ganze Person in Frage stellt. Der echte Charlie Kaufman griff zur besseren Darstellung seines filmischen Ichs ganz tief in die Trickkiste und genehmigte sich einen fiktionalen Zwillingsbruder namens Donald (Nicolas Cage), der das exakte Gegenteil seiner selbst darstellt. Donald ist cool, oberflächlich und vor allem erfolgreich bei Frauen, ein Gebiet auf dem Charlie nicht so recht Fuß fassen kann. Die Figur des Donald kommt vor allem dann zum Tragen, wenn es um die Adaption des Romans geht. Donald ist nämlich ein Verfechter des Kommerzes, den Charlie so verabscheut und partout von seiner Arbeit fernhalten will. Er symbolisiert somit das kleine Teufelchen auf Charlies Schulter, das ihn von seinem idealistischen zwanghaft unorthodoxen Weg abbringen will.

Das eigentlich bewundernswerte an diesem Film ist nicht die geniale Idee, sondern der Mut, diese tatsächlich umzusetzen. Denn die Filmfigur Charlie Kaufman ist zwar ein netter und sympathischer Mensch, doch auf der anderen Seite ein armes Würstchen. Beispielsweise bemitleidet er sich auf Grund seines Gewichts ständig selbst oder tagträumt vom Sex mit fremden Frauen. Neben dieser bewundernswert ungeschminkten Darstellung seiner eigenen Person, thematisiert Charlie Kaufman in Adaption sein persönliches Dilemma als Drehbuchautor in Hollywood. Zum einen beschreibt er in interessanter Weise, wie er sich an die Adaption eines Romans herantastet und wie er verzweifelt versucht seine kreative Ader wieder zu entdecken. Zum anderen nimmt er in Form seines fiktionalen Bruders Donald die 0815-Drehbuchautoren auf die Schippe, deren uninnovative Werke zu allem Überfluss auch noch bei den Produzenten Anklang finden.

Die Inszenierung von Adaption übernahm Spike Jonze, der mit Being John Malkovich bereits ein Charlie Kaufman Drehbuch auf die Leinwand gebracht hat. Durch sein hervorragendes Gespür für das Material seines begnadeten Drehbuchautors, gelingt es ihm, die teilweise absurden Ideen Kaufmans in seinem Film verständlich und nachvollziehbar zu präsentieren, ohne dessen unnachahmlichen Stil zu verwischen. Für die Hauptrolle in Adaption wurde Nicolas Cage verpflichtet, der sowohl in der Rolle des Charlie Kaufman, als auch in der seines Zwillingsbruders Donald zu sehen ist. Er liefert in diesem Film als pummeliges Klöschen mit dünnem Haar seine wohl beste Leistung seit Jahren ab. Man merkt ihm an, dass er viel Zeit mit Charlie Kaufman verbrachte, um ihn zu studieren und um herauszufinden, wie er sich seinen fiktionalen Bruder vorstellt. Im Endeffekt gelang es Nicolas Cage, die beiden Zwillingsbrüder nur durch ihre Mimik und Gestik voneinander abzugrenzen. Ein wahrlich hervorragende Leistung mit viel Liebe zum Detail. Auch Meryl Streep und Chris Cooper konnten in ihren Rollen vollends überzeugen und leisteten damit einen erheblichen Beitrag zum nahezu perfekten Gesamteindruck dieses Films, der mit einer unkonventionellen und erfrischenden Geschichte glänzt, die zum Nachdenken anregt und umso genialer wird, je mehr man sich damit beschäftigt.

von Thomas Straßer


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