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Ender's Game

(Ender's Game, 2013)

Durchschnittliche Redaktionswertung

56%



Inhalt

Die Erde wird von einer feindlichen, insektenartigen Alien-Rasse, den Formics, bedroht. Auf der Suche nach neuen Soldaten wird der hoch angesehene Colonel Graff auf den schüchternen Jungen Ender Wiggin aufmerksam, der ein brillanter Taktiker ist. Schon bald setzen Graff und Flotten-Kommandant Mazer Rackham ihre gesamte Hoffnung in den Jungen, der die Soldaten in eine letzte große Schlacht führen soll, die das Schicksal der Erde entscheiden wird.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

55%

Seit Darwin gehört das "Survival of the Fittest" zu den elementaren Kernsätzen der Evolutionslehre. Diejenige Spezies, die in ihrer Umwelt am besten zurechtkommt, besitzt die größten Aussichten zu überleben. Doch gibt es auch ein Recht auf Überleben? Inwiefern spielt Moral eine Rolle, wenn sich Arten begegnen, die nicht mehr auf einem tierischen Niveau sind? Darf sich der Stärkere erheben und den Unterlegenen ein für allemal auslöschen - nur weil er dazu in der Lage ist? Mit solchen Fragestellungen wartet Ender's Game konsequent erst im Finale des Films auf. Zuvor gibt es überwiegend kurzweilige wie visuell opulente, jedoch wenig gehaltvolle SciFi-Durchschnittskost.

Bild aus Ender's Game Die Verfilmung von Orson Scott Cards erstem Roman des Ender-Zyklus entführt in eine Nah-Zukunft, in der die Erde von technologisch überlegenen Aliens mit einer an Ameisen erinnernden Physiologie angegriffen wird. Millionen sterben. Die Menschheit scheint dem Untergang geweiht, ein todesmutiger Pilot rettet aber in allerletzter Sekunde den Tag für die Erdenkinder. Mit seinem Jäger steuert er mitten hinein in das feindliche Mutterschiff (Independence Day lässt grüßen) und zerstört es; die anderen außerirdischen Kampfschiffe fallen daraufhin wie Blätter vom Himmel. Seither wird dieser Mann, Mazer Rackham, der dieses Opfer brachte, als größter Held der Erde wie ein Heiliger verehrt.

Der Invasionsversuch hat die Menschheit jedoch paranoid werden lassen. Ein halbes Jahrhundert später wird sowohl mit Stolz als auch mit Furcht immer wieder auf diesen einen Tag zurückgeblickt. Und es wird sich gewappnet, um bereit zu sein, für den Zeitpunkt, an dem die Aliens noch einmal zurückkehren werden. Zu diesem Zweck wurde ein militärisches Programm ins Leben gerufen: Kinder und Jugendliche durchlaufen ein hartes Training, das sie am Ende dazu befähigen soll, ferngesteuerte Drohnen, Raumschiffe und ganze Flottenverbände in die Schlacht zu führen und zu befehligen. Die Selektion ist gnadenlos, nur die besten kommen weiter. Der vielversprechendste Kandidat ist Ender Wiggin (Asa Butterfield). Keiner kann derart schnell komplexe Daten verarbeiten und ist überdies in der Lage, sich die Loyalität seiner Kameraden zu sichern. Er scheint der geborene Führer. Das denkt auch Colonel Graff (Harrison Ford), der Leiter dieser strengen Ausbildung.

Das Schlachtfeld von morgen wird ein rein elektronisches sein. Diese Zukunftsvision ist allerdings schon heute zu einem großen Teil Realität. Nicht mehr lange, und von Spezialisten ferngesteuerte Kampfeinheiten werden dem Feind einheizen, ohne dass es auf der eigenen Seite zu empfindlichen Verlusten kommt. Dass Kinder und Jugendliche in diesem Videogame-Lookalike-Szenario die Kommandeure von morgen sein könnten, erscheint gar nicht abwegig: Wer den Kids beim Zocken ihrer Games über die Schulter schaut und einmal mitansieht, mit welcher Geschwindigkeit sie in der Lage sind, multiple Aktionen zu koordinieren, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Das lernt ein Erwachsener nimmer mehr.

Die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit können dabei schnell verschwimmen. Spielt es dann noch eine Rolle, ob ein solcher Operator am Bildschirm gerade virtuelle Feinde eliminiert oder bereits Tausende von echten Gegnern tötet? Was aber, wenn dem elektronischen Krieger einmal bewusst wird, welche Massaker er real anrichtet? Vermag das eine Kinderseele zu ertragen? Ender's Game berührt im Verlauf der Handlung eine Vielzahl Fragen, wartet jedoch auch mit ein paar nahezu überflüssigen Familiendrama-Plattitüden auf. Mit seiner Zeitgeist- und Gesellschaftskritik würde er im Prinzip in der Tradition solcher Neoklassiker wie War Games stehen, erreicht aber leider niemals deren existenzialistische Tiefe oder auch nur deren dramaturgische Intensität. Dafür lässt er sich dank überaus gelungener Trickeffekte, guter Darsteller und einem durchweg überzeugenden Look unangestrengt weggucken; was im Grunde aber zu wenig für den betriebenen Aufwand ist.

Wieder mal wurde reichlich Potenzial verschwendet. Ender's Game mag sich an ein jüngeres Publikum richten, dank solcher Stars wie Harrison Ford oder Ben Kingsley wäre er im Grunde auch in der Lage gewesen, ältere Science-Fiction-Fans für sich zu gewinnen. Dazu bedürfte es jedoch einer Story, die nicht so ausgesprochen naiv zusammenfabuliert und wenig überzeugend hergeleitet ist. Unterm Strich erinnert das Geschehen die meiste Zeit über an eine extrem weichgespülte Version von Starship Troopers. In einem Jugendfilm will man aber logischerweise weder Gewaltexzesse noch solch ätzenden Zynismus wie in der Verfilmung von Robert Heinleins Roman sehen; ein wenig mehr Biss und offensivere Kritik an dem Gebaren der Militärs und deren Doktrinen sowie eine deutlichere Überzeichnung des Drills, den die Kadetten durchlaufen, vermisst man aber schon.

Zudem wurde derart verkrampft versucht, mit einem besonders überraschenden Ende um die Ecke zu kommen, dass die Pointe den Zuschauer schon lange vor dem Finale ungewollt anspringen muss. Verzweifelt wird dann aber noch einer draufgesetzt, was den Film im Abgesang eine völlig unplausible 180-Grad-Wende durchlaufen lässt. Vielleicht spart man sich die sinnigere Herleitung aber für einen möglichen Director's Cut auf.

Kurzkritik

von Daniel Licha

Wertung Kurzkritik

55%

Die Geschichte von Ender's Game wirkt zunächst überaus interessant und birgt auch ein großes filmisches Potenzial, doch irgendwie hat man das Gefühl, dass die Macher ein wenig überfordert waren, die Buchvorlage vernünftig in ein anderes Medium umzuwandeln. Als Nichtkenner des Buches wirkt das Ganze nämlich überaus abgehackt, besonders die Ausbildung der Titelfigur erscheint redundant und hat fast schon Videospielcharakter ... ein Level folgt auf das nächste, ohne dass sich groß etwas an der Ausgangssituation ändert. Schade auch um die talentierten Darsteller, die leider nur wenig von ihrem Talent zeigen können, während im Gegensatz dazu der Hauptdarsteller Asa Butterfield sichtlich überfordert ist. Die Kohlen aus dem Feuer holt dann das überzeugende und kompromisslose Ende, was jedoch wohl auch eher ein Verdienst der Buchvorlage ist. Unterm Strich sicherlich kein schlechter Film, jedoch hat man als Zuschauer über die komplette Laufzeit das Gefühl, dass da sichtlich mehr drin gewesen wäre.

Kurzkritik

von Lutz Granert

Wertung Kurzkritik

58%

Ähnlich dem Adoleszenz-Drama After Earth verspielt auch die SciFi-Action Ender's Game viel von seinen Potenzial. (Fingierte) Weltraumschlachten finden nur als Simulation in einem schwerelosen Spielplatz statt, um den besten Anwärter aus allen Kindern für den Kampf gegen bedrohliche Aliens ausmachen zu können. Warum Kinder rekrutiert werden und was eigentlich alle anderen Menschen abseits des Militärs so auf der Erde treiben, bleibt dabei ein Geheimnis der Drehbuchautoren. Harrison Ford spielt auch eher Schmierentheater als seltsam parteiischer Space-Commander im "Boot Camp in Space", und die Filmmusik quillt über vor militärisch-treibendem Pathos. Einzig die Pointe - so antiklimaktisch vorbereitet wie selten in der jüngeren Filmgeschichte - hebt dann Ender's Game noch über den Genre-Durchschnitt.



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