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All or Nothing

(All or Nothing, 2002)

Dt.Start: 16. Januar 2003 Premiere: 17. Mai 2002 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 128 min Land: UK, Frankreich
Darsteller: Timothy Spall (Phil Bassett), Lesley Manville (Penny Bassett), Alison Garland (Rachel Bassett), James Corden (Rory Bassett), Ruth Sheen (Maureen), Marion Bailey (Carol), Paul Jesson (Ron), Kathryn Hunter (Cécile), Sally Hawkins (Samantha), Helen Coker (Donna), Daniel Mays (Jason), Ben Crompton (Craig), Robert Wilfort (Dr. Griffith), Gary McDonald (Neville), Diveen Henry (Dinah), Sam Kelly (Sid), Timothy Bateson (Harold), Edna Doré (Martha), Georgia Fitch (Ange), Tracy O'Flaherty (Michelle)
Regie: Mike Leigh
Drehbuch: Mike Leigh


Inhalt

In einer Hochhaussiedlung am Rande von London leben die Supermarkt-Kassiererin Penny mit Ihrem Partner Phil, der Taxi fährt. Die verschlossene Tochter Rachel ist Putzfrau im Altersheim und der arbeitslose und dicke Sohn Rory hängt den ganzen Tag zu Hause vor der Glotze. Außer den Freunden und Bekannten haben Penny und Phil nichts. Die Liebe und Zärtlichkeit scheint vollkommen aus dem Leben gewichen zu sein, doch dann kommt der heilsame Schock!
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Durchschnittliche Redaktionswertung

All or Nothing hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 23%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Ostertag
All or Nothing hat eine Wertung von 23%
Der Film erzählt die Geschichte einer armen Familie in London, deren Alltag keinerlei Abwechslung bietet und sie dadurch nach und nach auffrisst.

Bild aus All or Nothing Der Film wird/wurde von vielen Kritikern gelobt und auch in Cannes sorgte Mike Leighs angebliches Meisterwerk für Furore. Dummerweise verstehe ich nicht warum! Die Geschichte unserer Londoner Familie mag ja ganz nett (oder sagen wir eher: ganz traurig) sein, aber das rechtfertigt noch keine Beurteilung als "Meisterwerk". Ich für meinen Teil saß auf jeden Fall die vollen 128 Minuten in dem Film und jede Minute mehr bereute ich es, dass ich den Kinosaal betreten habe.

Anfänglich ging ich noch davon aus, dass mir nur eine Vorgeschichte erzählt wird und dann der interessante Part kommt, doch nach ca. einer Stunde musste ich einsehen, dass ich mich wohl getäuscht hatte. Der Film tröpfelt mehr als zwei Stunden einfach nur dahin. Es passiert nichts: Phil schläft täglich bis 10.00 Uhr und wundert sich, warum am Mittag niemand mehr zum Flughafen will. Penny steht früh morgens auf um im Supermarkt an der Kasse zu sitzen und ein bißchen Geld für die Familie zu verdienen. Die sehr verschlossene Tochter Rachel geht tagtäglich ins Altersheim um sich dort von einem Rentner anbaggern zu lassen und nebenher zu putzen. Und der stinkfaule, dicke und arbeitslose Sohn Rory liegt zu Hause den ganzen Tag auf der Couch und schaut fern. - Tolle Geschichte, oder?

Die Kritiker schreiben fast durchweg, dass Mike Leighs die Gefühle der Charaktere so unglaublich herausarbeitet, aber das muss an mir irgendwie vorbeigegangen sein (vielleicht war ich in der Szene gerade auf der Toilette), denn ich verstand die ganze Zeit nicht, warum man dem Sohn nicht mal Manieren beibringt und ihn rausschmeisst, wenn er nicht arbeiten will. Oder warum die Mutter ihren Lebensgefährten (denn verheiratet sind die Beiden nicht) nicht endlich mal in den Hintern tritt und ihn morgens um 7.00 Uhr schon zum Taxi fahren schickt, damit er mehr Geld nach Hause bringt und sie nicht ständig um Geld anbettelt. Also von herausgearbeiteten Gefühlen kann keine Rede sein und daher verstehe ich auch die Aufregung um den Film nicht. Für mich war es nichts anderes als ein britischer Film, der die harte Realität darstellen will aber dabei vollkommen vergisst, dass Kino unterhalten (oder zumindest zum Nachdenken anregen) soll.

Als dann am Schluß der "heilsame Schock" kam, war mir zum heulen zu Mute - nein nicht, weil es so traurig wurde - sondern weil jetzt eine minutenlange Aussprache geführt wurde, die in keinerlei Bezug zu dem Unfall stand. Bis heute ist mir nicht begreiflich, warum auf einmal alles Gut ist und jeder seine Fehler einsieht, denn das wurde mit keiner Silbe erklärt. Es wirkte fast so, als hätte sich Mike Leigh das Happy-End schon vorher ausgedacht und fand jetzt keine Verbindung zur eigentlichen Geschichte. Für mich ist der Film leider nicht mal mehr Durchschnitt sondern einfach nur eine langweilige Geschichte, die langweilig erzählt wird und am Schluß ein Happy-End findet, das so unglaubwürdig ist wie ein Kuhschwanz an einem Pferd.



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