James Camerons Fortsetzung seines eigenen Low Budget-Klassikers Der Terminator aus dem Jahre 1984 sprengte als erster Film überhaupt die Kostengrenze von $100 Mio. und wurde mit einem fünf Mal höheren Einspielergebnis zum Publikumshit. Dabei verknüpfte er Science-Fiction und Actionthriller mit gesellschaftskritischen Untertönen so geschickt, dass Terminator 2 - Tag der Abrechnung heute vollkommen zu Recht als ein moderner Genre-Klassiker und einer der besten Filme aller Zeiten gilt.
Eine verstopfte Autobahn im Sommer, dann Kinder auf einem Spielplatz vor dem Hintergrund der Hochhäuser einer Millionenmetropole. Das Bild eines schaukelnden Kindes friert ein und wir befinden uns im Jahre 2029, als die nach einem Atomkrieg verbliebenen Menschen einen aussichtslos erscheinenden Krieg gegen die selbstständig denkenden Maschinen kämpfen. Überall Tod und Zerstörung. Der Spielplatz brennt in einem Feuer, das ihn verschlingt. Dieses apokalyptische Szenario ist es, was die Menschen mit ihrem selbstzerstörerischen Forschungsdrang heraufbeschworen haben: Ein Programmierer namens Dyson (Joe Morton) will das Rätsel einer neuartigen Technologie, welche 1984 - also nach den Geschehnissen von Der Terminator - neben anderen metallischen Überresten eines bösen Terminators aus einer Fabrik geborgen wurde, lösen.
Dies ist nicht der einzige gesellschaftskritische Ansatz, der in Terminator 2 - Tag der Abrechnung Eingang gefunden hat. Die Botschaft des Films lautet, dass wir den Wert des Lebens schätzen lernen müssen, wenn es denn eine Maschine, die seiner Programmierung, Feinde kompromisslos zu töten, abschwört, auch kann. Eine Maschine, sehr ähnlich dem Modell aus dem ersten Teil (und wieder gespielt von Arnold Schwarzenegger), welche sich nun in der Mission befindet, John Connor (Edward Furlong), den zukünftigen Anführer des menschlichen Widerstands im Krieg der Maschinen, zu beschützen. Ein T-1000 (Robert Patrick) war zur Ermordung Connors in der Zeit zurück geschickt worden. Ein ungleicher Kampf, besteht der T-1000 doch aus Flüssigmetall und ist weiter entwickelt als der Beschützer von John. Unterstützung erhält das Duo schließlich noch von Johns Mutter Sarah Connor (Linda Hamilton), welche inzwischen ein trostloses Dasein in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik fristet.
Regisseur und Co-Autor James Cameron vermag dabei die Waage zu halten zwischen nahezu pausenloser Spannung, Mutter-Sohn-Beziehungsdrama und furiosem Actionkino mit damals bahnbrechenden Spezialeffekten (ausgezeichnet mit dem Oscar), die heute immer noch überzeugend wirken. Auf der Flucht vor dem T-1000 und in der Absicht, die bis dahin feststehende Zukunft inklusive drohendem Krieg gegen die Maschinen doch noch abzuwenden, bleibt in diesem packenden Spektakel kaum Zeit zum Luftholen. Cameron dosierte die Actionszenen dabei sinnvoll, indem er immer wieder vor allem pyrotechnische Nadelstiche setzt, ohne jemals der Versuchung zu verfallen, das Drehbuch in selbigen gleich mit abzufackeln und das Erzählen einer Geschichte aufzugeben. Dabei wird jedoch bei den gewagten Stunts und gigantomanischen Actionsequenzen nicht gekleckert, sondern geklotzt. Des Öfteren sind Materialschlachten zu bestaunen, die aufzeigen, wohin das Budget von über 100 Mio. Dollar geflossen ist. Insbesondere die Sprengung des Cyberdyne-Gebäudes (jene Firma, die die selbstdenkenden Maschinen produzieren soll, die das Ende der Menschheit bedeuten können) sowie das furiose Finale im Stahlwerk sind dabei zu erwähnen.
Und da der Film Anfang der 90er Jahre entstand, wird der Actionfan noch nicht mit dem vermeintlich "realistischen", zerhackt wirkenden Filmschnitt inklusive Wackelkamera genervt, wie es seit Die Bourne Identität gang und gäbe im Hollywood-Kino ist. Im Vordergrund steht auch bei schnellen Vorgängen die Übersichtlichkeit, was wiederum Camerons Talent als Actionregisseur betont, was er jedoch seit Aliens - Die Rückkehr eigentlich auch nicht mehr zu beweisen braucht. Zudem spricht es von inszenatorischer Reife, auch auf die Talente der Schauspieler in Dialogszenen zu vertrauen. Edward Furlong, der vernachlässigt von seiner Mutter eine neue Vaterfigur im Terminator findet, und Linda Hamilton, die sich von der unschuldigen Kellnerin im ersten Teil hier in eine psychopathisch-wehrhafte Amazone im Stile Ellen Ripleys verwandelt hat, spielen gut. Arnold Schwarzenegger muss in seiner Rolle als Terminator ohne eine Miene zu verziehen sowieso nur knackige Oneliner ("Hasta la vista, Baby!") aufsagen und zunächst wenig gesellschaftsfähige Umgangsformen an den Tag legen.
Während Terminator 2 - Tag der Abrechnung also eine deutliche Steigerung zum ersten Teil darstellte, hatte der dritte Teil Terminator 3 - Rebellion der Maschinen nur noch wenig hinzuzufügen. Und ob es 3 Engel für Charlie-Regisseur McG gelingen wird, mit Terminator: Die Erlösung in James Camerons große Fußstapfen zu treten und sie auszufüllen, darf ernsthaft bezweifelt werden. Zu befürchten ist jedenfalls nur lautes und unterhaltendes, aber stereotypes Blockbusterkino, das nicht annähernd die Tiefe von Camerons Action-Meilenstein erreicht.