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Reservoir Dogs - Wilde Hunde

(Reservoir Dogs, 1992)

Durchschnittliche Redaktionswertung

87%



Inhalt

Sechs Gangster, die sich untereinander nicht kennen, werden für einen Diamantenraub engagiert, dessen Durchführung allerdings durch das plötzliche Erscheinen der Polizei vereitelt wird. Wie verabredet treffen sich die Männer nach dem missglückten Coup in einer Lagerhalle, wo sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen, da jeder den anderen für einen Spitzel der Polizei hält.

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Reservoir Dogs - Wilde Hunde

Kritik

von Sascha Bregenhorn

Wertung Kritik

87%

Tarantinos Regiedebüt über einen missglückten Diamantenraub spielt mit seinem rauen Charme zwar nicht in der Pulp Fiction und Jackie Brown Liga, aber mindestens im selben Stadion.

Der unbekannte Videothekar Quentin Tarantino und sein Kumpel und späterer Produzent Lawrence Bender verbrachten einige Zeit damit, an Türen zu klopfen, um ihre Reservoir Dogs Story an den Mann zu bringen. Erst als Kinolegende Harvey Keitel (Hexenkessel) über Umwege das Drehbuch in die Hände fiel, seine Begeisterung zeigte und ein Casting in NY spendierte, kam die Sache ins Rollen. Was das für Tarantino bedeutete, ist heute Filmgeschichte. Trotz falscher Filmprojektorlinse, Stromausfall und einem Filmriss kam der Film 1992 hervorragend auf dem berühmten Sundance Festival und einigen weiteren Veranstaltungen an und öffnete Tarantino etliche Türen.

Die Story ist mit der Inhaltsangabe zwar schnell erklärt, das Ende und die Identität des Spitzels bleibt für die, die den Film noch nicht gesehen haben, hier allerdings unverraten. In der Eröffnungsszene werden die Reservoir Dogs, die in einem Lokal über den Inhalt von Madonnas "Like a Virgin" diskutieren, vorgestellt: Mr. White (Harvey Keitel), Mr. Brown (Tarantino), Mr. Orange (Tim Roth; Planet der Affen), Mr. Blonde (Michael Madsen; Kill Bill - Volume 1), Mr. Pink (Steve Buscemi; The Big Lebowski) und Mr. Blue (Eddie Bunker, Real-Gangster und einst stolzer Teil der "10 Most Wanted"-Liste des FBI). Der 2002 verstorbene 50er Jahre Star Laurence Tierney spielt den Gangsterboss Joe Cabot, der die sechs Ganoven für einen Überfall versammelt und mit den farbigen Decknamen ausgestattet hat. Sean Penns Bruder Chris Penn (True Romance) spielt Nice Guy Eddie, den Sohn des Obergangsters Joe.

Zeitsprung. Mr. White und der angeschossene Mr. Orange sind auf der Flucht zu dem ausgemachten Treffpunkt, einer Lagerhalle, wo sie auf Mr. Pink treffen, der mit den Diamanten entkommen ist. Es wird klar, dass der Überfall durch den schießwütigen Mr. Blonde in einem blutigen Fiasko endete. Dieser erscheint auch beim Treffpunkt, mit einem geknebelten Cop (Kirk Baltz) im Kofferraum. Joe und Nice Guy Eddie werden informiert und einige Fragen drängen sich auf: Wer ist der Spitzel, der den Überfall der Polizei angekündigt hat? Wer lebt noch von den Nichtanwesenden? Wo hat Mr. Pink die Diamanten versteckt? Was soll mit dem Cop geschehen?

Der Zuschauer darf zunächst mit überlegen, während die ganze Geschichte in Form von Flashbacks Stück für Stück aufgedeckt wird. Die Rekrutierung des Spitzels, die einzelnen Fluchtgeschichten und das Zusammentreffen der Gangster vor dem Coup. Letzterer Teil ist besonders amüsant, der Polizeispitzel soll zwecks Glaubwürdigkeit seinen Komplizen eine Gangsteranekdote vortragen, was in den Phasen Instruktion, Probe, Generalprobe und Durchführung gezeigt wird; die Pointe der nie passierten Geschichte ist dann so zu sehen, wie sie passiert wäre. Diese Zeitsprünge und irrationalen Elemente machen neben den Tarantino-üblichen ausgefeilten Dialogen den Unterhaltungswert des Films aus. Wenn die Story um das Zusammentreffen in der Lagerhalle und das Spitzelraten gerade ausgereizt zu sein scheint, setzt wieder ein antreibendes Flashback ein.

Die in den Medien viel diskutierte Gewalt beschränkt sich hauptsächlich auf Schießereien und die blutigen Resultate. Doch der Film handelte sich besonders mit einer Szene, die etwas mit einem Rasiermesser und einem Ohr des Cops zu tun hat, "keine Jugendfreigabe" ein. Dabei schaut die Kamera zwar diskret weg, was die Szene - mit dem gute-Laune-Song "Stuck in the middle with you" untermalt - aber nicht weniger drastisch erscheinen lässt. DVD Freunde können sich zudem die Folter durch Mr. Blonde auf der Special Edition aus einer anderen Perspektive anschauen. Der Film geht nicht zimperlich mit den Hauptfiguren um, besonders Mr. Orange verbringt einen Großteil der Zeit mit Verbluten. Wer mit dieser Art von Crime-Inszenierung klar kommt wird an Reservoir Dogs - Wilde Hunde mit seiner unorthodoxen Umsetzung und den grandiosen Schauspielern seine helle Freude haben.

Keine weitere Wertung


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