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Gelungene Komödie zum Thema Mauerfall, in der ein Junge (Daniel Brühl) seiner Mutter vorgaukelt, die DDR sei noch existent.
Regisseur Wolfgang Becker (Das Leben ist eine Baustelle) erzählt in diesem Film über die deutsche Wiedervereinigung und begleitet dabei den 22-jährigen Alex Kerner, der versuchen muss, die Geschehnisse vor seiner ans Bett gefesselten Mutter geheimzuhalten. Die einst engagierte Sozialistin war vor der Wende ins Koma gefallen und hatte vom Einzug des Kapitalismus in Ostdeutschland nichts mitbekommen. Nun da sie wieder erwacht ist, muss jede Aufregung vermieden werden, da sonst ein erneuter Herzinfarkt droht. Deshalb darf sie von den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen nichts merken. Zu diesem Zweck lässt Alex in der familiären Wohnung den Sozialismus wiederauferstehen. Zunächst muss er nur dafür Sorge tragen, dass die westlichen Lebensmittel in die altenbekannten Verpackungen umgefüllt werden. Doch als die ersten Coca Cola Werbebanner die Hochhäuser zieren und Werbe-Zeppeline über der Stadt kreisen, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden, um die Wende zu vertuschen.
Der Film versteht sich nicht nur als Komödie sondern hat auch einen dokumentarischen Charakter. Immer wieder wird altes Videomaterial von Erich Honecker, Helmut Kohl und schließlich auch vom Mauerfall und der Fußballweltmeisterschaft eingestreut und von Alex kommentiert. Parallel zu dieser wahren Entwicklung, erlebt der Zuschauer die von Alex für seine Mutter erfundene Geschichte. Diese wird meist in selbstgedrehten Nachrichtensendungen erzählt, die Alex mit einem Arbeitskollegen produziert. Beispielsweise berichtet er eines Tages, dass Erich Honecker die Grenzen öffnet, um die westlichen Opfer des Kapitalismus in den Schoß des Sozialismus aufzunehmen. Dabei wirkt Good Bye, Lenin! in keiner Szene albern und kindisch, sondern schildert die Entwicklungen in der Familie Kerner mit einem Augenzwinkern. Wolfgang Becker vermied es tunlichst ein primitives Ost-West-Gag-Feuerwerk abzufackeln, sondern setzte gekonnt auf intelligenten Humor. Entsprechend wird man in den meisten Szenen leise vor sich hinschmunzeln, anstatt inbrünstig loszulachen.
In der Hauptrolle des Alex Kerner erleben wir mit Daniel Brühl den momentan wohl vielversprechendsten deutschen Darsteller. Gewohnt souverän meistert er auch diese Aufgabe und überzeugt als treusorgender Sohn, der für die Gesundheit seiner Mutter, fast seine komplette Freizeit opfert. Erwähnenswert ist außerdem die großartige Leistung von Katrin Saß, die in ihrer Rolle als ungeschränkt überzeugte Sozialistin sehr gut gefiel. Dankenswerterweise wurde den Darstellern kein ostdeutscher Akzent aufgezwungen, der zu flachen Sprachspäßchen hätte missbraucht werden können. Abgesehen vom etwas schleppenden Anfang entstand mit Good Bye, Lenin! eine sehr gute Komödie mit einer hervorragend erzählten tragisch komischen Geschichte und einem kleinen historischen Rückblick auf die deutsche Wiedervereinigung. Diese besondere Mischung macht den Film so empfehlenswert und vermittelt das Gefühl, sich intelligent unterhalten zu haben. |