Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahre 2000 mit nahezu identischer Story und gelungenen Todesszenen.
Da ich niemanden mit meiner 0815-Sequel-Aufreg-Einleitung auf die Nerven gehen will, komme ich heute mal direkt zur Sache: Die Erwartungen an einen Film wie Final Destination 2 sind denkbar schnell formuliert. Zunächst mal will man genauso gut, wenn nicht sogar besser, unterhalten werden, als im ersten Teil. Desweiteren bedarf es einfallsreicher Todesszenen mit einem schaurigen aber auch gleichzeitig humorvollen Unterton. Schließlich wäre eine halbwegs vernünftige Story von Nöten, die zumindest im Ansatz an die Idee des ersten Teils anknüpft. Nachdem sich die Macher des Films diese drei Grundfesten scheinbar mehrmals gegenseitig eingebläut haben, kann das Sequel die Erwartungen im Großen und Ganzen erfüllen. Andererseits muss man ganz klar unterstreichen, dass dieser Film dem ersten Teil in keinster Weise das Wasser reichen kann, da Final Destination den Bonus der genialen Storyidee hatte.
Schon in den ersten zehn Minuten gibt uns der Film das Gefühl, das Geld nicht aus dem Fenster geschmissen zu haben, da Regisseur David R. Ellis, seines Zeichens gelernter Stuntman und gefragter Stunt Coordinator, im Rahmen einer blitzsauber inszenierten Massenkarambolage vorführt, was gutes Actionkino bedeutet. Danach begibt sich die Story von Final Destination 2 auf die altbewährten Pfade des ersten Teils und beginnt zunächst damit, uns ein buntes Grüppchen vorzustellen, dass dank der Vorhersehung der Studentin Kimberly (A.J. Cook) besagte Maassenkambolage überlebte. Schnell werden Erinnerungen an Flug 180 wach, dessen traurige Geschichte zufällig ein Jahr zurückliegt. Doch die meisten halten diese Parallele für ein Hirngespinst, ändern aber schnell ihre Meinung, als der Sensenmann damit beginnt, einen nach dem anderen abzumurksen.
Ein Bezug zum ersten Teil wird nicht nur durch die mehrfache Erwähnung der "Überlebenden" von Flug 180, sondern auch durch die einzige Überlebende Clear Rivers (Ali Larter), hergestellt. Clear hat sich freiwillig in eine spartanische Gummizelle einschließen lassen, um dem Sensenmann keine Möglichkeit zu geben, ihr das Lebenslichtlein auszupusten. Zwar sind ihr die Überlebenden der Massenkarambolage zunächst egal, doch schließlich lässt sie sich erweichen, den zukünftigen Opfern zu helfen, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Im weiteren Verlauf des Films stellt sich außerdem heraus, dass jeder Überlebende der Massenkarambolage indirekt mit einem Toten aus dem ersten Teil in Verbindung steht. Diesem Umstand ließ Regisseur David R. Ellis aber nahezu keine Bedeutung zukommen, da er das Ganze im Rahmen einer mehr als hingeschluderten Szene dem Publikum hinrotzt. Sein Spezialgebiet ist halt die Action und nicht der gefühlvolle Dialog.
Das Interessanteste an Final Destination 2 sind aber zweifelsohne die Todesszenen, die denen des ersten Teils in nichts nachstehen. Auch im zweiten Teil begleiten wir die dem Tod geweihten Person und warten angespannt darauf, wann und wie sie schließlich zu Tode kommt. Einziger Wehmutstropfen ist die übertriebene Blutlust von Regisseur David R. Ellis, dem es nie reichte, den Tod der Person einfach nur anzudeuten und dann den Schnitt zu machen. Er hielt mit der Kamera immer voll drauf, was teilweise in einer arg übertrieben Splatter-Orgie endete. Übrigens lässt Final Destination 2 im Gegensatz zum ersten Teil die Sequel-Türe sperrangelweit auf, weshalb wir uns wahrscheinlich über einen dritten Teil freuen/ärgern dürfen. Vorausgesetzt die Bilanz stimmt...