Die Mischung aus Armageddon und Jules Vernes Klassiker Journey to the Center of the Earth ist ein einziges Debakel!
Pah! Was für ein Film ist das denn? Eigentlich hatte ich ja praktisch null Erwartungen an diesen Film, denn was soll schon dabei rauskommen, wenn man versucht Armageddon und Jules Vernes Journey to the Center of the Earth zu kreuzen. Aber das, was ich dann im Kino sah, schlug dem Faß echt den Boden aus! Aber beginnen wir am Anfang: Wir sehen einen Mann, der einfach tot umfällt. Wie sich herausstellt fiel sein Herzschrittmacher aus und das nicht nur bei ihm, sondern bei 31 anderen Personen im Umkreis von zehn Blöcken. Diese mysteriösen Vorfälle häufen und breiten sich auf die ganze Welt aus, so z.B. am Londoner Trafalgar Square, an dem die Tauben plötzlich umherirren und nicht mehr navigieren können. Sie fallen vom Himmel, fliegen gegen Scheiben oder Gebäude und knallen in die Windschutzscheiben von Autos. Chaos pur also! Durch diese Vorfälle aufgeschreckt ruft Washington zwei Wissenschaftler zu sich, die den mysteriösen Geschehnissen auf den Grund gehen sollen. Einer der beiden Wissenschaftler ist Josh Keyes, der an der Universität von Illinois Geophysik lehrt und bei seinen Nachforschungen herausfindet, woher die Phänomene kommen: Der innere Kern hat sich aufgehört zu drehen!
Hier bin ich vor Lachen (oder war es schon weinen) fast nicht mehr aus dem Sitz gekommen. Also hier wird einem verkauft, dass das Innere der Erde sich dreht (nun gut, das mag ja noch sein) und durch diese Drehung wird ein elektromagnetisches Feld erzeugt, dass uns vor Mikrowellenstrahlung, elektromagnetischen Stürmen und Außerirdischen (kam nicht vor, aber hätte gut gepasst) schützt. Nun muss dieser "Motor der Erde" wieder gestartet werden und wie macht man das? Klar! Man reist zum Mittelpunkt der Erde und lässt dort ein paar Atombomben knallen (Man kann in der heutigen Zeit sehr viel mit Atombomben lösen, hab ich das Gefühl). Nur wie kommt man zu dem so heißen Mittelpunkt? Klar! Man reist in die Wüste, denn dort ist ein Wissenschaftler, der ein Metall erfunden hat, dass allem Widerstand leistet und unkaputtbar ist. Daraus bauen wir in 3 Monaten und 16 Milliarden US-Dollar eine Art bemannten "Bohrer".
Ihr wundert Euch vielleicht warum ich kaum Namen nenne oder irgendwelche Charaktere erwähne? Das liegt daran, dass keiner der Charaktere auch nur ansatzweise herausgearbeitet wird (nicht, dass es für den Film wichtig gewesen wäre), sondern jeder taucht einfach nur auf und ab diesem Zeitpunkt darf er dann mitspielen. Überhaupt der ganze Film läuft sehr flach und geradlinig ab. Keinerlei Szenen, die irgendwie parallel spielen oder gar Plot-Twists, die den Film interessanter machen. Auch die Specials-Effects - das Einzige, was einen solchen Film vor dem Desaster retten könnte- sind so grottenschlecht, dass ich mir heute nicht sicher bin, ob das mit einem Palm oder einem Taschenrechner gerendert wurde.
So richtig schlimm wurde es dann erst, als wir endlich zum Mittelpunkt der Erde aufbrachen. Hier führten uns die Crew durch die verschiedenen Schichten der Erde. Doch dann fällt das Schiff in ein tiefes Loch und unsere Helden steigen aus, um einen Kristall zu entfernen, der das Schiff blockiert. Ich wiederhole: Die Helden steigen aus! Nicht, dass der Druck unter der Erde so groß ist, dass sie sofort platt wie 'ne Flunder wären - was nebenbei auch im Film mehrmals erwähnt wird - oder dass die Hitze sie sofort verbrennen lassen würde. Vor alldem schützen grandiose Anzüge, die unsere Helden tragen (für mich sahen die aus, wie die Intelanzüge aus den Fabriken).
Alles in Allem war die Leistung von The Core - Der innere Kern mehr als erbärmlich. Keine bis sehr schlechte Story, schlechte Schauspieler, schlechte Charaktere, schlechte Special Effects. All das was ein Film nicht braucht, aber davon ganz viel. Man kann die Produzenten wirklich nur bemitleiden und hoffen, dass jeder Deutsche diesen Film boykottiert, damit wir von einem Sequel verschont bleiben, denn das tu ich mir nicht nochmal an! Eines sei aber noch gesagt: Die Kamerafahrt am Anfang des Filmes ist cool, aber nach diesen 2 Minuten kann man leider aus dem Kino gehen, denn sonst bereut man das Eintrittsgeld bezahlt zu haben!