|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Spider(Spider, 2002)
| Dt.Start: |
10. Juni 2004 DVD: 26. Oktober 2004
|
 |
Premiere: |
21. Mai 2002 (Cannes Film Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 12
|
Genre: |
Drama |
| Länge: |
98 min
|
Land: |
Kanada, UK, Frankreich |
|
Darsteller:
|
Ralph Fiennes (Spider), Miranda Richardson (Yvonne), Gabriel Byrne (Bill Cleg), Lynn Redgrave (Mrs. Wilkinson), John Neville (Terrence), Bradley Hall (Boy Spider), Gary Reineke (Freddy), Philip Craig (John), Cliff Saunders (Bob), Tara Ellis (Nora), Sara Stockbridge (Gladys), Arthur Whybrow (Ernie), Nicola Duffett (Barmaid), Jake Nightingale (Large Man), Alison Egan (Flashing Yvonne) |
|
Regie:
|
David Cronenberg |
|
Drehbuch:
|
Patrick McGrath |
|
 Inhalt
Dennis Cleg ist in seinen dreißiger Jahren und hat sein halbes Leben in einem Haus für Geisteskranke in London verbracht; Dennis, der von seiner Mutter "Spider" genannt wird, leidet an akuter Schizophrenie; er hat sich nie wirklich erholt und bald wird klar, wie weit sein Realitätsverlust reicht. |  |
|
Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Markus Müller
Spider überzeugt mit der eindringlichen Darstellung der Geschichte eines Schizophrenen aus der Sicht eines Schizophrenen. Zudem wissen die durchgehend hervorragenden Schauspielerleistungen und die dichte Atmosphäre zu gefallen. Leider verliert er jedoch besonders im letzten Drittel durch einige Längen und ein zu unspektakuläres Ende an Intensität. Cronenbergs Film ist auf jeden Fall interessant, wird aber den meisten nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben.
Seit eXistenZ von 1999 hat David Cronenberg keinen Film mehr gedreht, der thematisch direkt an die "Body-Horror"-Werke aus früheren Zeiten anknüpft. Cronenberg selbst zu Folge möchte er immer wieder in neue Bereiche vorstoßen und keinesfalls "Remakes" seiner alten Filme drehen. Abgesehen davon mag er den von Kritikern geprägten Begriff "Body-Horror" nicht. Doch das nur am Rande. Wenn man die Spielfilme nach eXistenZ, also Spider, A History of Violence, Tödliche Versprechen, Eine Dunkle Begierde und Cosmopolis betrachtet, wird diese Abwendung von alten Motiven hin zu neuen, wenn auch teils deutlich konventionelleren, sehr deutlich. So geht es in Spider, einer Romanadaption des gleichnamigen Werkes von Autor Patrick McGrath, der auch das Drehbuch verfasste, wesentlich subtiler zur Sache, als in den meisten der älteren Filme des kanadischen Kultregisseurs.
Im Mittelpunkt stehen blasse, farbarme Bilder, die durch einen passenden Score von Cronenbergs Stammkomponisten Howard Shore untermalt werden, und natürlich die Hauptfigur Dennis Cleg. Die Handlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, wobei der junge Dennis Cleg, der von seiner Mutter den Spitznamen Spider bekam, überzeugend vom Jungschauspieler und Leinwanddebütanten Bradley Hall verkörpert wird. Wirklich auffällig ist aber natürlich nur der alte, psychisch stark gestörte Spider, der hervorragend von Ralph Fiennes (Coriolanus) gespielt wird. Das Erzähltempo ist bewusst ruhig gehalten. Aber auch, wenn sich zwischenzeitlich kleine Längen einschleichen, ist Spider zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig. Dies liegt auch an der recht dichten Atmosphäre, die durch die kargen Landschaften und die minimalistische Optik entsteht. Abgesehen von Fiennes ist auch das restliche Darstellerensemble in guter Form, und besonders Gabriel Byrne (Fräulein Smillas Gespür für Schnee) in der Rolle des Vaters - und somit der zentralen Schlüsselfigur - weiß zu gefallen.
Das größte Problem bei Spider ist ungünstiger Weise ausgerechnet das Ende. Dieses ist nur einigermaßen gelungen und wirkt somit nur wenig nach. Hier hätte man dem Film ein Highlight geben müssen, das dafür sorgt, dass keiner, der Spider jemals gesehen hat, ihn jemals vergisst. Es hätte einen Paukenschlag gebraucht. Stattdessen hat man sich mit einem Ende nach "Standard-Überraschungsschema" abgefunden, dass sehr gut in einen konventionellen Krimi oder Psycho-Thriller passt, für einen Film, der ansonsten in jeder Hinsicht sehr eigene Wege geht, aber zu unspektakulär ausfällt.
Am Ende bleibt, trotz insgesamt guter Qualität, der Eindruck, dass man mehr aus dem Stoff holen könnte. Speziell mit einem innovativeren Schluss hätte der Film enorm punkten können. So bleibt ein interessanter Film, der laut Cronenberg auch bei Konferenzen von Psychiatern gezeigt wurde, da es sich hierbei um eine der überzeugendsten filmischen Darstellungen von Schizophrenie handeln soll.  Weitere interessante Filme
|
 |
 |
 |
 |
© 2012 MovieMaze.de |
 |
 |
 |
|