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Matrix: Revolutions

(The Matrix: Revolutions, 2003)

Durchschnittliche Redaktionswertung

37%



Inhalt

In dem dritten Teil der Matrix-Trilogie stehen die Maschinen kurz vor den Toren Zions. Nur noch wenige Stunden verbleiben, ehe die todbringenden Gegner der Menschheit die Stadt erreichen. Dort bereitet man sich auf den letzten Kampf im Krieg zwischen Mensch und Maschine vor, während Neo wieder mal zu sich selbst findet und eine Reise zum Ursprung des Übels unternimmt. Kann das bevorstehende Debakel noch abgewendet werden?

Kritik

von Sylvre Strmann

Wertung Kritik

37%

Viele Spekulationen heizen die Vorfreude auf Matrix: Revolutions an und dennoch schaffen es die Wachowski-Brüder nicht an den Erfolg der ersten beiden Teile anzuknüpfen: Der dritte und letzte Teil der Saga kann in keinem Punkt überzeugen.

Bild aus Matrix: Revolutions Als 1999 die Wachowski-Brüder still und heimlich den epochalen und wegweisenden ersten Teil der Matrix-Trilogie weltweit anlaufen ließen, gab es nicht mehr als einen wenig sagenden, aber dafür äußerst beeindruckenden Trailer. Irgendwie wollte jeder diesen kuriosen Film sehen, über den schnell alle sagten, es sei ein Meisterwerk. Innovative Filmtechnik, ungewöhnliche Handlung, Vermischung religiöser und philosophischer Motive und ein unschlagbarer Soundtrack - dies zeichnete den Beginn einer Trilogie, die einige Zeit die Fans auf der ganzen Welt den Atem anhalten ließ.

Entstanden war der Mythos bereits lange vorher - in den Köpfen der zwei Wachowski-Brüder, Andy und Larry. Lange hatten sie sich mit Comics ihr Geld verdient und über die Zeit hinweg ein Werk zusammengestellt, das seiner Realisierung in Form der Verfilmung harrte. Doch ehe sich eine Produktionsfirma bereit erklärte ein solch aufwändiges und teures Projekt zu finanzieren, galt es, das eigene Können zu demonstrieren. Es entstand der nicht überragende, aber vom Publikum durchaus beachtete Film Bound, der letztlich die Bewilligung der Matrix einleitete.

Wie sich schnell herausstellte, hatte man damit keinen Fehler begangen. Das heiß erwartete DVD-Release kulminierte letztlich in über einer Million verkauften Exemplaren - und das zu einer Zeit, da sich die DVD gegenüber der guten, alten VHS noch nicht behauptet hatte. Irgendwann einmal drang auch die Meldung durch, es würde zwei Sequels geben. Die Fangemeinde jubelte; ein Jubel, der auch noch durch die Meldung verstärkt wurde, beide Nachfolgerfilme würden direkt produziert und in zeitlich kurzer Abfolge die Kinoleinwände erreichen. Die Wachowskis hatten fürs Erste geschafft, was sie wollten.

Im Mai 2003 war es dann endlich so weit: die Matrix wurde neu geladen, Matrix: Reloaded kam in die Kinos. Die Erwartungen waren hoch. Wie sollte der erste Teil überboten werden, wie würde die Geschichte weitergehen? Es gab vieles, das es noch zu erklären galt, viel Spekulation über den weiteren Verlauf. Um den Hype zusätzlich zu entfachen, setzte diesmal die Produktionsfirma nicht auf die spartanischen, gar zögerlichen und ängstlichen Werbemaßnahmen, die sich beim ersten Teil eigentlich bewährt hatten. Man entschied sich, das volle (Marketing-)Potenzial, die Matrix barg, auszuschöpfen. So gesellten sich zu Trailern auch einige Dutzend Poster, eine gezielte Mobilisierung der Medien, ein Computerspiel und eine DVD mit Kurzfilmen (The Animatrix).

Der Film erfüllte viele der treuen Fans mit Enttäuschung. Die Tiefe der gedanklichen Auseinandersetzung, die Teil 1 noch hervorrief, konnte nicht erreicht werden, die weitere Innovation, die so manch einer gern gesehen hätte, blieb aus. Viel Enttäuschung resultierte aus zu hohen Erwartungen, die nicht realistisch waren. Andererseits gab der zweite Film nicht die Satisfaktion, die man zuvor erlangte, wenn man sich mit den zentralen Motiven auseinandersetzte. Es blieb ein unzufrieden stellendes Gefühl, das sich jedoch schnell wieder legte, denn allen schien klar, dass die vielen unbeantworteten und neu aufgeworfenen Fragen in dem grand finale des dritten Teils teilweise beantwortet würden.

So sind nun vielleicht die Erwartungen an den letzten Teil der Trilogie, Matrix: Revolutions, etwas realistischer gesteckt. Längst glaubt keiner mehr an die vollständige Beantwortung der vielen Geheimnisse, die die Matrix birgt. In gewisser Hinsicht ist sie wohl auch nicht wünschenswert - entspräche es doch ganz und gar nicht dem Stil der Wachowski. In diesem Punkte erfüllt der Film auch die Erwartungen, wenn auch in einer wieder sehr unbefriedigenden Weise. Die Zusammenhänge zwischen den Vorgängern und dem dritten Teil sind so diffus, dass darunter der Gesamteindruck schwer leidet. Während die vielen Spekulationen zum weiteren Verlauf unterschiedlichste Möglichkeiten in Betracht zogen, war allen Theorien gemeinsam, dass der dritte Teil die Trilogie abrunden und in sich stringent beenden würde; das bedeutet nicht, das Ende könne nicht in gewisser Ausprägung offen bleiben. Doch alle Teile zusammen sollten eine Einheit bilden, die die Story verstehbar macht und dennoch zum Denken anregt - so wie es der erste Teil alleine für sich bereits tat.

Matrix: Revolutions hat Einiges zu bieten, leider aber nicht das, was man gerne hätte. Wieder einmal ist viel satte Action dabei, die aber immer noch an dem Problem schwächelt, dem man bereits im zweiten Teil begegnete: Sinnleere. Hier und da geht es munter zu, doch nicht immer sind die Kämpfe erträglicher, wirken teilweise gar langatmig. "Manche Dinge ändern sich nie," würde Niobe wohl sagen. Andere Szenen jedoch sind sehr ansehnlich und wundervoll gelöst, gerade die wohl am meisten antizipierten Szenen dieses dritten Teils: der Kampf Zions gegen die Maschinen und der Kampf zwischen Neo und Agent Smith. Gerade hier beweisen die Macher wieder Können und setzen die schwungvollen Akte sowohl kinematografisch sehr erfreulich in Szene.

Bei 129 Minuten Länge ist aber ein Plot, der nicht nur aus Action besteht, durchaus verständlich. Weniger verständlich bleibt dabei aber die Plattitüde des gebotenen Materials. Mit Gesprächen, die vor Geist wohl triefen sollten und eigentlich auf peinliche Art und Weise eher (fatalistische) Belustigung bewirken, kann keine rechte Freude aufkommen, zumal die Rahmenhandlungen der Storyline sich in keine erkennbare Richtung fortbewegen. Wenn also die Erkenntnis, manche Dinge änderten sich, in der finalen Weisheit enden, manch andere Dinge würden sich ändern, empfindet man den philosophischen Diskurs auf der Ebene sich entwickelnder Kinder, die ihre Umwelt zu begreifen verstehen und sich Gegensätze vergegenwärtigen müssen, um sie zu begreifen. Die Banalität dieser Aussagen mag zwar eine nicht unerhebliche Bedeutung in ihrer Substanz haben, effektuiert sich aber dermaßen, dass sie bleibt, was sie ist: banal und lächerlich. Dem steht gegenüber der gelungene Diskurs des ersten Teils, der noch immer die Dimension gedanklicher Auseinandersetzung, wenn es um die Matrix geht, maßgeblich bestimmt. Dass es nicht gelungen ist, dies fortzusetzen, muss als eindeutige Schwäche identifiziert werden - und ist tonangebend bei der Misere, die aus der Unzufriedenheit mit dem letzten Teil entsteht.

Bitter bleibt auch das Marketingkonzept, das vielen bereits beim zweiten Teil der Trilogie den Appetit verdarb. Schon damals hieß es, die Hintergründe ließen sich nur dann wirklich erschließen, wenn Computerspiel und Trickfilm-DVD konsumiert würden. Daran hat sich nichts geändert. Als Beispiel soll hier die Erscheinung einer gänzlich veränderten Figur des Orakels behilflich sein. Der filmtechnische Hintergrund besteht im Prinzip darin, dass die Schauspielerin, die in den ersten beiden Teilen das Orakel verkörperte, zwischenzeitlich verstorben ist. Story-inhärent ist die Erklärung im Computerspiel zu finden. Dort nämlich verkaufen zwei Matrix-Programme, die im dritten Film zu sehen sind, den Terminations-Code für das Orakel an den Merowinger, um das Leben ihrer Tochter zu retten. Der Merowinger ist deswegen an diesem Code interessiert, da er das Orakel gewarnt hatte, sie müsse bezahlen, wenn sie Neo helfe. Das kleine Mädchen erscheint auch im Film und hat dort eine besondere Rolle, die allerdings auch nur im Spiel erklärt wird... und wahrscheinlich erst im aufkommenden Matrix Online endgültig aufgeklärt wird.

Sicher kann man sagen, haben die Wachowskis etwas erreicht: der dritte Teil endet nicht so, wie man es sich auf mannigfaltige Weise vorgestellt haben. Die roten Fäden der Geschichte enden nicht an einem Strang, viel Unvorhergesehenes geschieht. Man könnte argumentieren, gerade das sei ein Geniestreich. In gewisser Weise ist es das wohl auch. Dennoch geschieht dies in einer Art, die den Spaß an der Matrix dermaßen verdirbt, dass es sehr schade darum ist. Keiner hat ein ordinäres hollywoodeskes Ende gewollt. Aber das Ende wird sicherlich auch keiner gewollt haben...

Keine weitere Wertung


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