Steve Martin und Queen Latifah bescheren mit ihrer Komödie einen mehr als nur unterhaltsamen Abend. Bei den Beiden bleibt kein Auge trocken: Der Spaßfaktor ist garantiert!
Unser guter alter Steve Martin... an sich bin ich kein besonderer Fan seines Humors, da mir dieser immer ein wenig zu plump und unbeholfen vorkommt. Allein bei der diesjährigen Oscarverleihung hoffte ich inständig, dass er nicht zu viele Auftritte hätte, denn Whoopi fehlte mir doch sehr. Und jetzt dieser Mann, gepaart mit Queen Latifah, die mir erst mit Chicago so richtig ins Bewusstsein rückte - das schien mir eine äußerst unpassende Kombination, die nichts Großes versprach. Doch die Zahlen des US-Boxoffice machten deutlich, dass ich mich wohl getäuscht hatte und so ging ich mit äußerst gemischten Gefühlen durch die Tür des Kinosaals.
Die Story beginnt noch recht unscheinbar mit einem Chat (irgendwie erinnerte mich das an You've Got Mail), in dem der Anwaltsworkaholic Peter Sanderson (Steve Martin) mit einer scheinbar hübschen und äußerst intelligenten Anwältin chattet. Als es dann zum ersten Treffen bei ihm zu Hause kommt, traut er seinen kaum als Charlene (Queen Latifah) vor der Tür steht. Durch diesen Schock aufgerüttelt versucht er diese - in seinen Augen - Betrügerin wieder loszuwerden. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Charlene macht unserem Peter daraufhin die Hölle heiß und krempelt sein perfekt organisiertes Leben kräftig um.
Anfänglich läuft sich der Film erst warm, denn zum Lachen war mir noch nicht sonderlich zu Mute. Aber spätestens als Charlene in der Tür steht, beginnt der Humor der Films seine Wirkung zu entfalten. Jason Filardi, der sein Autorendebüt mit Haus über Kopf - Betreten auf eigene Gefahr gibt, erzeugt die Lacher durch ein simples aber sehr effektives Prinzip: Bringe zwei komplett gegensätzliche Menschen zusammen und lasse jeden versuchen, den anderen zu verändern. Das endet natürlich im vollkommenen Chaos, denn Charlene sieht so gar nicht ein, dass sie wieder aus Peters Lebens verschwinden soll und so lädt sie gleichmal ihre kompletten afroamerikanischen Freunde ein, die in der Villa (in mitten eines Weißen-Viertels) eine ordentliche Party feiern.
Dieses Konzept funktioniert sehr gut, aber lässt auf Dauer doch zu wünschen übrig, aber auch hierfür hat Jason Filardi eine Lösung gefunden: Eine Romanze muss her! Zum Glück ist unser Peter ja geschieden und liebt seine Ex-Frau eigentlich immer noch, da er gar nicht versteht, warum er sie überhaupt verloren hat. Also schießt sich die Geschichte nach einiger Zeit auf diese Beziehung ein und rettet sich somit über die Zeit. Sicherlich ist auch der zweite Handlungsstrang, der aus Spoilergründen nicht näher beschrieben wird, interessant und witzig, aber eher nicht der Rede wert.
Als Fazit kann man sagen, dass Haus über Kopf - Betreten auf eigene Gefahr das Genre sicherlich nicht neu erfindet, aber doch überzeugen kann, da der Humor sehr differenziert und so für jeden etwas dabei ist. Man sollte sich allerdings keinen Klassiker wie Das Leben des Brian erwarten, aber für den typischen Comedy-Abend mit einem Schuss Romantik reicht es allemal. Unser Duo, bestehend aus Steve Martin und Queen Latifah, konnte dann sogar mir einige Lacher entlocken und so denke ich, dass dieser Film für jeden geeignet ist, auch wenn er kein Fan der beiden Hauptdarsteller ist.