Gwyneth Paltrow zeigt uns die traumhafte Welt einer Flugbegleiterin. Doch leider verstrickt sich der Film zu sehr in seine Traumwelt.
Es ist einer der großen Traumberufe! Nein, ich spreche nicht von Arzt, Feuerwehrmann, Pilot oder Lokomotivführer, sondern von Stewardess zu Neu-Deutsch "Flugbegleiterin"! Auch die hübsche Donna Jensen (Gwyneth Paltrow) wünscht sich nichts sehnlicher als Den Blick von oben. In einer kleinen Stadt in der Wüste Nevadas aufgewachsen, zieht es sie in die große Welt und was liegt da näher als eine Stewardess-Karriere?
Der Film kann sich während seiner kompletten Laufzeit leider nicht dazu durchringen eine klare Stellung zu beziehen - weder im Hinblick auf das Genre noch auf Pro oder Contra "Traumjob Stewardess". Anfänglich freut man sich noch über den Witz und Charme, den der Film in der ersten Hälfte versprüht, doch leider ändert sich das im Laufe des Films und die dramatischen Handlungsstränge gewinnen die Überhand. Ähnlich verhält es sich mit der Darstellung des Berufsbildes - sicherlich kann man nicht erwarten, dass ein Hollywood-Streifen eine objektive und realistische Beurteilung abgibt, aber so wie hier das Thema angegangen wird, halte ich für fragwürdig.
Unsere junge Donna erhält eine Chance bei einer Mini-Fluggesellschaft, die aber alles andere als den Charme hat, den sie sich von ihrem Arbeitgeber wünscht und so bewirbt sie sich bei Royalty Airlines und wird zusammen mit ihrer neuen Freundin Christine (Christina Applegate) tatsächlich genommen! Nach dem äußerst harten Training bei Ausbilder John Whitney (Mike Myers) wird Donna nach Cleveland versetzt und trifft dort eine alte Liebe wieder, der sie damals keine Chance gegeben hatte.
Vor allem die Ausbildung bei Chief Instructor Mike Myers ist das definitive Highlight des Films, denn niemand, außer Austin Powers kann einen so verbitterten und hochkorrekten Ausbilder spielen, der so ungezwungen komisch wirkt! Leider passen seine Kollegen nicht so gut in ihre Rollen und so wirkt vor allem Christina Applegate mehr passend gemacht als wirklich passend in ihren zwielichtigen Charakter.
Gegen Ende kommt dann das, was kommen muss: Donna wird durch besondere Umstände doch noch in die First Class der Royalty Airlines versetzt und ist damit endlich am Ziel ihrer Träume - auch wenn sie dafür ihren Geliebten in Cleveland zurücklassen musste. Leider verpasst das Drehbuch hier deutlicher die Kehrseite des Traumberufes Stewardess darzustellen, denn außer einer kurzen 30 Sekunden-Sequenz wie selten Donna zu Hause ist, wird praktisch mit keiner Silbe erwähnt, wie einsam sie jetzt auf einmal wirkt. Hätte man diesen Umstand besser hervorgehoben, so wäre auch die Einsicht, die natürlich dann die Wendung des Filmes darstellt, erklärbar gewesen und das Ende würde nicht so aufgesetzt wirken.
Sicherlich kann man diesem Film etwas Positives abgewinnen, so zeigt sich Mike Myers in gewohnt komischer Manier und beweist auch diesmal wieder sein Comedy-Talent. Auch für Fans von Gwyneth Paltrow oder Christina Applegate ist Flight Girls sicherlich zu empfehlen, aber um sich über den Traumberuf Stewardess zu informieren sollte man doch lieber zum Arbeitsamt gehen, denn das was hier gezeigt wird, ist leider viel zu einseitig und bekommt dadurch eine sehr einfarbige Fassade. Leider wankt der Film sehr oft zwischen verschiedenen Genres und kann sich keinem letztendlich wirklich zuordnen, daher ist der Film nichts weiter als ein Kartenhaus, welches beim kleinsten Lüftchen zwar umfällt, aber ohne Wind ganz stabil wirkt.