In diesem düsteren Krimi überzeugen vor allem ein sehr gut aufgelegter Nick Nolte, aber auch die Story kommt nicht zu kurz und daher kann man auch über einige technische Mängel hinwegsehen.
Bei Filmen von Neil Jordan kann man sich eigentlich immer ruhigen Gewissens in den Kinosessel begeben, denn mit seinen bisherigen Werken wie z. B. Michael Collins, Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles, High Spirits oder We're no angels konnte er den Zuschauer gute Filme präsentieren.
Ein Gentlemen, aber auch ein hinterlistiger Gauner ist Bob Montagnet. Auf seine alten Tage scheint ihn jedoch das Glück vernachlässigt zu haben, denn er ist den Casinos, den Drogen und den Huren verfallen. Ein ehemaliger Kumpan, Raoul, überredet ihn einen letzten großen Coup durchzuziehen, doch als sein guter Freund und Polizist Roger von dem geplanten Diebstahl erfährt, versucht dieser mit allen Mitteln den Einbruch zu verhindern bevor er überhaupt geschieht und somit auch Bob den Knast zu ersparen.
Die Geschichte ist an sich stimmig und auch die ruhige, langsame Erzählungsweise kann überzeugen. Aber auch die interessanten Ideen und Wendungen tragen zum Gelingen in Punkto Story bei. Bei den Charakteren gab man sich ebenso viel Mühe, jedoch hakt es ab und an und je tiefer man in diese reinschaut, desto eher fallen einen Logikfehler im Verhalten der einzelnen Persönlichkeiten auf.
Mag den Machern die düstere Stimmung und die kalte Atmosphäre auch sehr gelungen sein, so fallen einem vor allem in Sachen Schnitt deutliche Mängel auf, denn der Schnitt von Tony Lawson ist sehr missglückt, da die Übergänge von einer zur anderen Szene nur sehr selten gelungen sind und diese alles andere als Kinoniveau hatten.
Diese diversen Schnitzer können jedoch die Darsteller vollkommen kompensieren und zwar vor allem durch Nick Nolte, der hier eine der besten Leistungen seiner langen Karriere abliefert. Er spielt den sympathischen, heruntergekommenen Titelhelden mit einer Natürlichkeit, dass man glauben könnte er sei wirklich Bob Montagnet. Von ihm lebt eigentlich der gesamte Film, aber auch die Nebendarsteller Emir Kusturica, Nutsa Kukhianidze und Tcheky Karyo liefern ordentliche bis gute Vorstellungen ab.
Alles in Allem überwiegen größtenteils die positiven Elemente dieses Krimis (Atmosphäre, Darsteller, Story) und somit lieferte Neil Jordan wie gewohnt einen gelungenen, altmodischen Film ab, wenn auch nicht seinen Besten.