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Voll Frontal

(Full Frontal, 2002)

Dt.Start: 03. Juli 2003 Premiere: 02. August 2002 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 101 min Land: USA
Darsteller: Blair Underwood (Nicholas/Calvin), Julia Roberts (Catherine/Francesca), David Hyde Pierce (Carl), Catherine Keener (Lee), Mary McCormack (Linda), Erika Alexander (Lucy), Rainn Wilson (Brian), David Duchovny (Bill/Gus), Enrico Colantoni (Arty/Ed), Nicky Katt (Hitler), David Alan Basche (der Agent), Joe Chrest (Mitchell), Alison Ebbert (Hitlers Freundin), David Fincher (Regisseur), Lacy Livingston (Rezeptionistin), Justina Machado (Mavis), Mike Malone (Carls Kollege), Eddie McClintock (David), Brad Pitt (Er selbst), Laurent Schwaar (Danny), Dina Spybey (Arlene), Soledad St. Hilaire (Soledad), Terence Stamp (Wilson), Tracy Vilar (Heather), Jerry Weintraub (Jerry), Brandon Keener, Brad Rowe, January Jones
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Coleman Hough


Inhalt

Hollywood: Linda würde es lieben geliebt zu werden. Carl liebt seine Frau, Lee. Lee bemüht sich von Calvin geliebt zu werden. Calvin spielt im Film Nicholas, der entdeckt, dass er in Catherine verliebt ist. Catherine, die in Wirklichkeit Francesca ist, findet die wahre Liebe. Und Gus liebt sich selbst.
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Kritik

Voll Frontal hat eine Wertung von 21%
Regisseur Steven Soderbergh präsentiert ein aussageloses Portrait verschiedenster Personen aus Los Angeles und setzt dabei auf amateurhafte Optik. Nur für Hartgesottene...

Bild aus Voll Frontal Nach seinen beiden großangelegten Mainstream-Produktion Traffic - Macht des Kartels und Ocean's Eleven wagt Star-Regisseur Steven Soderbergh eine Kehrtwende und inszeniert das Sequel zu seinem Debüt Sex, Lies and Videotape. Ausgestattet mit einem Mini-Budget, geht er dabei fast ausschließlich mit der Digitalkamera zu Werke und verzichtet fast vollkommen auf Maske und Beleuchtung. Das Resultat ist eine grobkörnig und unscharf photographierte Geschichte über die unterschiedlichsten Personen aus Los Angeles, die alle irgendwie miteinander zu tun haben und bei dem Produzenten Gus (David Duchovny) zum Geburtstag eingeladen sind. Der einzig visuelle Lichtblick in diesem gewollt amateurhaften Look ist ein Film im Film, namens "Rendezvous". Dieser ist in normalem Kinoformat gefilmt und hebt sich dadurch auffallend vom Rest ab.

Im Zentrum des Films "Rendevous" stehen eine Journalistin (Julia Roberts), die einen schwarzen Filmstar (Blair Underwood) begleitet und interviewt. Das Ganze verläuft aber bis auf ein paar Annäherungsversuche und einen witzigen Rap über die Diskriminierung schwarzer Darsteller im Business eher unspektakulär ab. Interessant ist dagegen, dass beide Darsteller auch im richtigen Film vorkommen und dort quasi sich selbst spielen. Da sich "Rendezvous" optisch deutlich vom Rest des Films abhebt, besteht aber keinerlei Verwechslungsgefahr. Neben den beiden bisher erwähnten Figuren lernen wird noch das Ehepaar Lee und Carl (Catherine Keener und David Pierce Hyde) kennen. Lee ist eine typische Karrierefrau und verbringt ihren Arbeitstag als Personnel Director hauptsächlich damit Angestellte zu schikanieren. Der neurotische Carl arbeitet als Journalist und hat größte Mühe sich mit dem Image seines Arbeitgebers zu identifizieren. Außerdem treffen wir Lees Schwester Linda (Mary McCormack), die als Masseuse arbeitet und ein Blind-Date mit einem Mann aus einem Chat vereinbart hat. Lindas Blind-Date ist der Theater-Regisseur Arty (Enrico Colantoni), der das Stück "The Sound and the Führer" mit seinem exzentrischen Hitler-Darsteller (Nicky Katt) inszeniert.

Die Handlung von Voll Frontal spielt an einem Tag im Leben der oben erwähnten Personen und endet Abends auf der Geburtstagsfeier von Gus. Dabei verfolgt der Zuschauer die Geschicke der Personen und bekommt zwischendurch ein paar Brocken hingeworfen, die auf Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren hindeuten. Dieses Vorgehen vermittelt den Eindruck, dass am Ende des Films eine große Auflösung folgt, die die Hinweise zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammenfügt. Doch diese Art von Auflösung fehlt vollkommen und so endet der Film so undurchsichtig und nichtssagend, wie er sich die Ganzen 101 Minuten präsentierte. Schlussendlich bleibt noch eine Frage zu klären: Warum? Warum hat Steven Soderbergh diesen Film gemacht? Wollte er ungeschminkten und dokumentarischen Eindruck über die Leute und Probleme in Hollywood vermitteln? Wollte er beweisen, dass ein talentierter Regisseur auch mit amateurhaft photographierten Filmen Erfolg haben kann? Oder wollte er sich einfach mal wieder selbst verwirklichen und einen absolut anderen Film drehen (man denke an Schizopolis)? Das wahre Motiv liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, ist aber angesichts des unbefriedigenden Resultats eher zweitrangig. Denn wer will schon eine Geschichte geringer Aussagekraft sehen, die in einer äußerst anstrengenden Art und Weise präsentiert wird?

von Thomas Straßer


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