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Amüsante Doku über fünf New Yorker, die absolut nichts anderes tun, als den ganzen Tag ins Kino zu gehen.
Jeden Tag im Kino sitzen und sich einen Film nach dem anderen ansehen - für viele Cineasten ein Traum, für einige Journalisten ein harter Festivalalltag, für fünf New Yorker eine Obsession. In "Cinemania" bekommt man einen interessanten Einblick in ein Dasein jenseits der Realität, der diese Cinemaniacs alltäglich entfliehen. Alle fünf kommen mit dem wahren Leben nicht besonders gut zurecht. Doch wenn sie vor der Leinwand Platz genommen haben, sind sie restlos glücklich.
Sein Leben im Kinosaal zu verbringen, heißt jedoch: Programme wälzen, Tagespläne entwerfen, die Bahnabfahrtszeiten auswendig lernen, kein entspanntes Wochenende zu Hause verbringen, keine Freunde haben und auch kein Privatleben außerhalb des Filmtheaters. In New York haben die Regisseure Angela Christlieb und Stephen Kijak diese fünf besonderen Exemplare der Spezies "Filmfreak" aufgetan und sie bei ihrem täglichen Kinobesuch beobachtet.
Da wäre zum Beispiel Bill. Bill nimmt sich gerne was zu essen mit ins Kino. Für den Fall, dass es im Saal ein wenig kühl werden könnte, hat er seine Rheumaunterwäsche immer dabei. Da wäre auch noch Jack, der seinen Tagesablauf auf die Minute genau im Voraus plant. Er könnte ja wegen einer Fahrplanverschiebung der U-Bahn einen Film verpassen. Roberta sammelt gerne Presseheftchen, Colabecher mit Filmwerbung und auch sonst alles, was ihr zum Thema Film in die Finger kommt. Roberta fühlt sich im Kino so wohl, dass sie es sich dort sogar im häuslichen Unterwäsche-Outfit gemütlich macht. Harvey freut sich jedes Mal wie ein Schnitzel, wenn er den Kartenabreißer austricksen konnte. Er sieht sich absolut jeden Film an und stoppt ganz genau die Laufzeit mit, denn in manchen Programmen wird schon mal eine Minute zuviel angegeben. Zu guter Letzt gibt es auch noch Eric, der Ginger Rogers und Komödien liebt. Dafür kann er französische Filme nicht ausstehen und haßt Multiplexe.
Es macht unglaublich Spaß, den Königen des Kinosessels zuzusehen und ihre Geschichten zu erfahren. Man kann über die Eigenarten der schrulligen Filmsüchtigen herzhaft lachen. Es macht sich aber auch ein gewisses Unwohlsein breit. Man könnte es als Mitleid bezeichnen - oder aber als leise aufkommende Selbstzweifel. Kann man wirklich manisch süchtig nach Kino sein? Kann mir das auch passieren? Oder stecke ich bereits mitten im Anfangsstadium? Jedenfalls sollte sich jeder, der öfter als ein Mal im Monat ein Kino aufsucht, unbedingt Cinemania ansehen. Denn der Film über Filmliebhaber ist für Filmliebhaber gemacht. Also: Schnell die Cinema-Survival-Bag gepackt und ab ins nächste Kino! |