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In Lara Crofts neuestem Abenteuer überschreitet Regisseur Jan de Bont die Grenzen der Lächerlichkeit und schuf einen der hirnlosesten und dümmlichsten Filme dieses Jahres, der nicht einmal gute Action vorzuweisen kann.
Nach dem relativ erfolgreichem Debut von Computerspielheldin Lara Croft war eine Fortsetzung von Tomb Raider unvermeidlich. Wenigstens machte der Regiewechsel von Simon West zu Jan de Bont ein wenig Hoffnung, dass Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens etwas besser als sein eher mittelmäßiger Vorgänger werden könnte, doch weit gefehlt...
Bei einer ihrer Entdeckungen stößt unsere Titelheldin Lara Croft in einem unter Wasser liegendem Tempel auf Hinweise zur Büchse der Pandora, welche laut Mythos beim Öffnen ungeahnte Schrecken über die Menschheit bringen wird. Mitten in der Erforschung des Tempels wird ihre Gruppe von chinesischen Dealern beraubt und ermordet und auch Lara gelingt es nur in allerletzter Sekunde zu entkommen. Wieder zu Hause wird sie vom MI-6 angeworben, mit Hilfe des Ex-Agenten Terry Sheridan, die gestohlenen Artefakte in China wieder zu beschaffen. Unterdessen plant der Nobelpreisträger Dr. Reiss die Büchse der Pandora als Biowaffe an den Meistbietenden zu verkaufen.
Dass uns der 2. Tomb Raider inhaltlich nicht viel bieten wird, war ja von Anfang an klar, aber dass es so schlimm werden würde, hätte ich mir echt nicht vorgestellt. Es kommt einem so vor, als hätten sich die Macher nicht entscheiden können, ob sie einen richtigen Abenteurerfilm a la Indiana Jones oder eine typische übertriebene Computerspielverfilmung drehen wollen. Des Weiteren fällt sehr auf, dass diese (Pseudo-)Handlungselemente nur da sind, um Lara von einer gefährlichen (hirnlosen) Situation in die Nächste zu führen. Es fehlt einfach der rote Faden und je weiter sich der Film zieht, umso lächerlicher wird das ganze Szenario, egal ob es nun die Lovestory, diverse Monster, die Dialoge oder die Moralpredigt in den letzten zwanzig Minuten des Filmes ist: Hier stimmt einfach gar nichts!
Falls ihr wie ich die Hoffnung habt, dass wenigstens die Action (die in Teil 1 noch richtig gut war und somit den Film rettete) noch Einiges herausholen kann, dann irrt ihr gewaltig! Die Actionszenen sind so billig und schlecht, dass man sie locker auf eine Stufe mit den diesjährigen Vehikeln Extreme Ops und Halbtot stellen kann. Ich frage mich, wie man so viel Geld in solche künstlich wirkenden Effekte verschwenden kann und das ist nicht nur bei einer Szene der Fall, denn es gab im gesamten Film nicht eine nur halbwegs gelungene Actionsequenz. Aber auch von den anderen technischen Aspekten (Kamera, Schnitt, etc.) gibt es nichts Positives zu berichten, so hat z. B. sich auch Alan Silvestri auf das Niveau herabgelassen und einen eher schlechten als rechten Score auf die Beine gestellt.
Bei den Darstellern ist ebenfalls Hopfen und Malz verloren: Wer glaubte dass Angelina Jolie ihre Leistung beim Vorgänger nicht mehr unterbieten konnte, der irrt: Jede Bewegung und jeder Versuch etwas Mimik zu zeigen wirkt gekünstelt und auch der angepriesene Erotikfaktor ist nicht viel interessanter als ein Sack Flöhe. Den Vogel schießt jedoch Gerard Butler ab: Nachdem er in Die Herrschaft des Feuers überzeugend war und eine große Leinwandpräsenz an den Tag legte, sieht es nun so aus, als hätte ihn ein böser Djinn (ist ihm der Wishmaster über dem Weg gelaufen?) all seine Präsenz und sein Können gestohlen, denn was Butler hier abliefert, dass würde nicht einmal für eine deutsche Daily Soap genügen! Die einzige Leistung im Cast, die ich noch als in Ordnung bezeichnen würde, ist die von Til Schweiger! Er hat zwar keine große Rolle (und auch keine die eine große schauspielerische Leistung bedarf), aber er kann als rechte Hand des Bösewichts einigermaßen überzeugen und darf auch ein paar coole One-Liner zum Besten geben (die im Vergleich zu denen von Lara wenigstens witzig sind).
Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens schafft es nicht mal ansatzweise mit dem durchschnittlichen Vorgänger mitzuhalten, da wirklich alles fehlt, was man zu einem gelungenen Popcornmovie braucht: gute Action, solide Darstellerleistungen, akzeptable Story, ein paar witzige Gags! Nichts davon kann dieses Werk bieten und gäbe es nicht Til Schweiger und die "Stadtsparkasse Köln", dann wären es am Ende wohl 0 % geworden! |