|
Ein Fluch, zwei Schiffe, viele Piraten. Blockbuster-König Jerry Bruckheimer und Ring-Regisseur Gore Verbinski meldet sich mit einem Piratenabenteuer zurück, das beste Unterhaltung verspricht!
Düstere Schiffe gleiten über den aufgewühlten Ozean. Beide sind von Piraten besetzt, die zu allem bereit sind. Doch während die einen aus Fleisch und Blut und durchaus lebendig sind, verwandeln sich die anderen bei Mondschein zu Skeletten. Denn der Fluch der Karibik will es, dass sie als Untote über die Meere ziehen. Was sich auf den ersten Blick wie ein Horrorschocker anhört, ist in Wahrheit ein romantisches, unterhaltsames, stilecht inszeniertes Abenteuer.
Lange Zeit war es still geworden auf den großen Meeren. Doch jetzt sind die Piraten zurück! Ihr Ziel: weltweit die Kinosäle erobern. Allen voran Johnny Depp, der sich bereits in Chocolat als Flußpirat auf seine spätere Rolle eingestimmt hat. Als Captain Jack Sparrow zeigt er charmant, schrullig, aber dennoch treffsicher, dass er seit Don Juan den Kampf mit dem Säbel nicht verlernt hat. Johnny Depp ist wirklich eine Traumbesetzung, die viel Vergnügen bereitet. Doch auch Gefährte Legolas paßt sich seiner neuen Umgebung problemlos an. Orlando Bloom darf als geborener Pirat Will Turner endlich seine ungestüme Männlichkeit unter Beweis stellen. Das wallende Haar ziert zwar immer noch sein Haupt, dafür hat er sonst alle Qualitäten, die ein romantischer Held mitzubringen hat. Bloom und Depp bilden gemeinsam ein amüsantes Team, dem man gerne beim Fechten zusieht.
Natürlich darf bei einem Piratenfilm die holde Maid nicht fehlen, die aus den Fängen des Bösewichts befreit werden muß. Diese Dame wird von Keira Knightley schlagfertig und nicht immer ladylike verkörpert. Die Beinarbeit war schon in Kick it like Beckham bemerkenswert. Doch nun kommt der ganze Körper zum Einsatz. Das kann Geoffrey Rush mit Sicherheit bezeugen. Als fieser Schuft und untoter Meuterer Captain Barbossa hat er so seine Problemchen, seine Geisel zu zähmen. Dabei sieht man ihm den Spaß, den er in seiner Rolle als Fiesling hat, deutlich an.
Gänsehauterprobt weiß Lord of Ring Gore Verbinski die Schauermär in ansprechende Bilder zu verwandeln. Von romantisch schönen Landschaften bis zu gruselig faszinierenden Effekten ist alles vertreten, was das popcornessende Zuschauerherz begehrt. Ein besonderes Highlight bietet sich in einem Duell in einer Grotte, in die sich das Mondlicht durch einige Spalten seinen Weg bahnt. Den Wechsel von Mensch zu Skelett sollte man sich unbedingt genauer ansehen. Doch auch die übrigen Kampfduelle sind großartig choreographiert und rasant in Szene gesetzt. Man wünscht sich aber stellenweise, die Szenen seien nicht so schnell geschnitten, denn man kann sich kaum an den originellen Ideen erfreuen. Dafür hat Fluch der Karibik den großen Vorteil, dass durch das konsequent durchgezogene Tempo Langeweile gar nicht erst aufkommen kann.
Man mag dem Piratenspektakel vorwerfen, dass die Story zu seicht und der Genre-Mix zu vielfältig ist. Man mag auch kritisieren, dass der nötige Piratenbiss fehlt, den die Klassiker des Genres besitzen. Aber man kann nicht sagen, dass Fluch der Karibik kein kurzweiliger, unterhaltsamer, aufwendig produzierter Blockbuster ist, der durch seinen liebenswerten Humor schon mal ein Lächeln provozieren kann. Der Film nimmt sich selbst nicht ganz ernst, und das ist das Beste daran. Deshalb gilt für alle Abenteurer und die, die es werden wollen: reingehen und erobern lassen! |