Wer von Rob Zombies Regiedebut eine spaßige Horrororgie erwartete wird herb enttäuscht werden, denn außer den kranken Akteuren und einer furchteinflößenden Ausstattung hat dieses Werk weder Humor noch wirklichen Splatter zu bieten.
Rob Zombie von den White Zombies gilt als einer der größten prominenten Fans des Splattergenres. Da das Allroundtalent bisher so ziemlich alles, was ihm gefiel auch selbst in die Tat umgesetzt hatte, war es nicht weiter verwunderlich dass er nun seinen eigenen, etwas anderen Horrorfilm, auf die Leinwand bringt.
Auf der Heimfahrt nehmen vier Freunde in einer regnerischen Nacht eine äußerst attraktive Anhalterin mit. Als jedoch der Reifen des Autos platzt (bzw. zerschossen wird), sind die Freunde wohl oder übel gezwungen mit in das Haus der Anhalterin zu kommen, um dort Hilfe zu holen. Doch in deren Familie herrscht nicht eitel Sonnenschein, denn es scheint dass alle Mitglieder dieser Sippe ein wenig durchgedreht sind. Wenn das nur alles wäre...
Wie man auf dem ersten Blick lesen kann, ist man bei diesem Film von einer ordentlichen Geschichte natürlich meilenweit entfernt, aber bei einem Horror-Splatter-Film erwartet man dies natürlich auch nicht, sondern nur witzige und zugleich brutale Szenen und ein paar überdrehte Charaktere, doch auch dies ist dem Haus der 1000 Leichen nicht gelungen.
Ich finde es ja gut, dass Zombie seinen Film richtig schön altmodisch im Stile der 70er-Jahre inszeniert hatte, mit kranken Charakteren und angsteinflößenden Sets, aber das war es dann auch schon mit dem Positiven, denn in Sachen Splatter (vielleicht eine Szene) und Humor (2 witzige T-Shirt-Sprüche) hat dieses Werk leider überhaupt nichts zu bieten und wirkt meiner Meinung nach ziemlich blutleer.
Über das Urteil über darstellerische Leistungen bei einem Film gibt es ja meist recht wenig zu sagen, da die Rollen meist von Laiendarstellern übernommen wurden, die sich mit schlechten Vorstellungen unterbieten. Dies ist hier auch der Fall, jedoch gibt's eine Ausnahme: Der Killer des Films Matthew McGrory (Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht) lebt seinen kranken Charakter aus und sorgt so für einige wenige Schockerszenen.
Dennoch bleibt festzuhalten dass dieser Film wohl nur was für die allerhärtesten Fans sein wird. Mir fehlte einfach Humor und Splatter, wie ich sie in den guten alten Peter Jackson Filmen vorgefunden habe. Haus der 1000 Leichen jedoch verzichtet fast komplett auf diese Stilmittel und kann wenn überhaupt nur durch die kranke, aber gelungene Inszenierung ein wenig überzeugen.