MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu Nirgendwo in Afrika vergrößern

Film-Seite zu Nirgendwo in Afrika
Trailer zu Nirgendwo in Afrika
Poster zu Nirgendwo in Afrika
PDF zu Nirgendwo in Afrika

Nirgendwo in Afrika

(Nirgendwo in Afrika, 2001)

Dt.Start: 27. Dezember 2001 Premiere: 27. Dezember 2001 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 141 min Land: Deutschland
Darsteller: Juliane Köhler (Jettel Redlich), Merab Ninidze (Walter Redlich), Matthias Habich (Süßkind), Sidede Onyulo (Owuor), Lea Kurka (Regina Redlich als Kind), Karoline Eckertz (Regina Redlich), Gerd Heinz (Max), Hildegard Schmahl (Ina), Maritta Horwarth (Liesel), Regine Zimmermann (Käthe), Gabrielle Odinis (Dienstmädchen), Bettina Redlich (Frau Sadler), Julia Leidl (Inge), Mechthild Großmann (Elsa Konrad), Peter Lenaeku (Jogona (Kind)), Silas Kerati (Jogona), Kanya Man (Kimani), Andrew Rashleigh (Captain Caruther), Anthony Bate (Mr. Brindley), David Michaels (Robert Green), Andrew Sachs (Mr. Rubens)
Regie: Caroline Link
Drehbuch: Caroline Link


Inhalt

Die jüdische Familie Redlich flüchtet 1938 vor den Nazis nach Kenia, wo der Vater auf einer Farm arbeitet, die Mutter sich nicht zurechtfindet und die Tochter regelrecht aufblüht. Die Differenzen der Eltern münden jedoch in einer echten Ehekrise. Doch nach einigen Jahren fällt es dem weiblichen Teil der Familie schwer - trotz eines vorliegenden Arbeitsangebots für den Vater in Deutschland - Kenia wieder zu verlassen.
Shopping-Box
DVDs zu Nirgendwo in Afrika Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Nirgendwo in Afrika Poster & Merchandise
zum Film
Nirgendwo in Afrika bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Nirgendwo in Afrika bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

Nirgendwo in Afrika hat eine Wertung von 85%
Caroline Links Afrika-Epos, das 2003 einen Oscar gewinnen konnte, überzeugt auf ganzer Linie und beweist, dass es doch möglich ist, sehr gute deutsche Filme zu drehen.

Es war schon eine riesige Überraschung, als bei den Academy Awards 2003 der Gewinner in der Kategorie Bester Ausländischer Film plötzlich Nirgendwo in Afrika hieß. Oder etwa doch nicht? Nun, die Academy hatte schon immer sehr viel für Epen übrig, und genau das ist Nirgendwo in Afrika letztendlich auch, ein Epos, und zwar ein Epos aus Deutschland, auch wenn man es zuerst kaum glauben mag, dass ein Epos das Prädikat deutsch mit sich trägt.

Und da kommt auch der Punkt ins Spiel, der zu einem gehörigen Teil die Qualität von Nirgendwo in Afrika ausmacht, denn der Film ist nämlich nicht typisch deutsch, vielmehr wird er mitunter stark von dem "Spirit" Afrikas getragen, er reiht sich nicht in die desaströsen letzten Jahre im deutschen Kino ein. Er ist ein grandioses Epos aus dem Produktionsland Deutschland, mit einem deutschen Drehbuch und einer deutschen Regisseurin.

Der Inhalt basiert auf Stefanie Zweigs literarischer Vorlage: Die Familie Redlich, eine jüdische Familie, flieht 1938 - der Vater, Walter Redlich, seines Zeichens Anwalt, sah sich schon vorher zur Flucht gezwungen - nach Kenia, wo sie die Vorgänge auf einer Farm zu regeln haben. Jettel, die Mutter, tut sich schwer damit, sich an ihre neue Heimat zu gewöhnen; zu gut hat sie vorher in Deutschland in nicht zu verachtendem Wohlstand gelebt. Regina, die Tochter, die sich in Deutschland, wie sie in einem Off-Kommentar erklärt, nie richtig wohl gefühlt habe, da sie Angst vor den Leuten dort gehabt habe, geht in Afrika, in einer fremden, völlig konträren Kultur und Zivilisation richtiggehend auf.

Regina fällt es leicht, sich umzustellen: In Windeseile lernt sie Suaheli, findet sich bestens in der neuen Kultur zurecht, und auch sonst gefällt es ihr in ihrer neuen Heimat sehr gut; so gut, dass sie Deutschland bereits großteils vergessen hat. Der eingeborene Koch Owuor ist ihr ein überaus guter Freund, der ihr den Einstieg und die Eingewöhnung in hohem Maße erleichtert. Jettel jedoch fühlt sich in Kenia hoffnungslos verloren und wird depressiv: Sie vermisst die Heimat, den Luxus, den sie gewohnt war, und hier, in Kenia, kann sie sich zudem auch nur mit größten Schwierigkeiten artikulieren - sie will weg. Dies führt zu einer großen Ehekrise, die sich erst dann leicht nach und nach bessert, als Jettel sich mit ihrem Schicksal abgefunden hat.

Als dann plötzlich das lang erwartete Kriegsende unerwartet Wirklichkeit wird, kommt schon die nächste Schwierigkeit auf die kriselnde Ehe zu: In Deutschland sucht man während der Entnazifizierung kompetentes, Nicht-Nazi-Personal; so auch in der Justiz: Der frühere Anwalt Walter Redlich erhält ein Angebot aus Deutschland, wonach er in Frankfurt als Richter wirken soll. Doch nun ist es Jettel, die, wie früher Walter, nicht aus Kenia weg will, da sie Land und Leute schätzen und lieben gelernt hat. Auch Regina fiele es unheimlich schwer, sich von ihrer neuen Heimat, in der sie die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat, zu trennen. Walter aber will auf jeden Fall gehen, da er helfen will, sein Heimatland, das in Schutt und Asche liegt, wieder aufzubauen. Jetzt liegt die Entscheidung bei Jettel und Regina, ob sie ihm nach Deutschland folgen...

Die fremde Welt, die schon in Stefanie Zweigs Vorlage, die ihrerseits eine starke autobiographische Prägung erfahren hatte, faszinierte, tut dies auch hier, sie macht Nirgendwo in Afrika erst zu dem, was es ist. Befremdung in der fremden Welt ist nämlich das Hauptthema von Caroline Links dritter Regiearbeit, die auch zugleich ihre Beste ist. Diese fremde Welt ist so authentisch, dass sich selbst der Zuschauer in ihr als Fremdkörper vorkommt; es geht dem Zuschauer also genauso, wie den Protagonisten. Dies gelingt dem Film deshalb, weil nicht in Studiolandschaften gedreht wurde, sondern unter großem Aufwand an Originalschauplätzen. Die Bilder, die von der Kamera unter der Leitung von Gernot Roll im wahrsten Sinne des Wortes eingefangen werden, prägen sich dem Zuschauer ein, sie lassen ihn eine unbeschreibliche Schönheit in der Einöde vermuten, die doch nach außen hin so menschenunfreundlich wirkt; die Bilder schaffen es mit ihren faszinierenden Panoramas, dem Zuschauer den Geist Afrikas zu vermitteln.

Die Charaktere demonstrieren, wie es für den neuen deutschen Film ungewöhnlich geworden ist, eine unheimliche Tiefe. Link versteht es, ihre Figuren so zu zeichnen, dass der Zuschauer deren Handlungen mühelos nachvollziehen kann, auch wenn er bei dieser Konstellation nicht unparteiisch bleiben wird. Dies wiederum fördert die Authentizität, die eine aufrichtige emotionale Anteilnahme des Zuschauers am Geschehen zulässt. Juliane Köhler, die Jettel, einen zunächst unsympathischen Charakter, einen solchen Wandel derart dezent vollführen lässt, dass gegen Ende der Konflikte die Sympathien auf ihrer Seite liegen, spielt, als ob ihr Leben davon abhinge. Auch die anderen Hauptrollen werden von der Besetzung hervorragend in Szene gesetzt, wobei die Nebendarsteller, die Bevölkerung Kenias, ebenfalls gehörig zur Atmosphäre und damit zum Gelingen von Nirgendwo in Afrika beitragen. Auch der Score vermittelt eindrucksvoll den Rhythmus und die Melodie der inneren Schönheit Afrikas. Damit ist Caroline Link nach Jenseits der Stille und Pünktchen und Anton mit ihrem bisher ambitioniertesten Projekt, einer authentischen Literaturverfilmung, ein grandioses Epos gelungen, das ihre beste Arbeit darstellt und Deutschland einen würdigen Nachfolger für Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel verschafft.

von Tobias Wunsch


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Die weiße Massai
Dt. Start: 15. Sep 2005
Vorschlag entfernen
Australia
Dt. Start: 25. Dez 2008
Vorschlag entfernen
Feuerherz
Dt. Start: 29. Jan 2009
Vorschlag entfernen
Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika
Dt. Start: 24. Dez 2009
Vorschlag entfernen
 

© 2010 MovieMaze.de