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Gefühle, die man sieht...(Things You Can Tell Just by Looking at Her, 2000)
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17. April 2003 DVD: 15. September 2003
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Premiere: |
22. Januar 2000 (Sundance Film Festival, USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
110 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Glenn Close (Dr. Elaine Keener), Cameron Diaz (Carol), Calista Flockhart (Christine), Kathy Baker (Rose), Amy Brenneman (Kathy), Holly Hunter (Rebecca), Matt Craven (Walter), Gregory Hines (Robert), Miguel Sandoval (Sam), Noah Fleiss (Jay), Danny Woodburn (Albert), Valeria Golino (Lilly), Penny Allen (Nancy), Roma Maffia (Debbie), Elpidia Carrillo (Carmen) |
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Regie:
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Rodrigo Garcia |
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Drehbuch:
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Rodrigo Garcia |
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 Inhalt
7 Frauen und ihre Schicksale, erzählt in 5 Episoden: Kathy und ihre blinde Schwester Carol, Dr. Keener, die mit ihrer pflegebedürftigen Mutter zusammenlebt, Christine und ihre sterbende Lebensgefährtin Lilly, Rose mit ihrem pubertierenden Sohn und Rebecca, die siebte der Frauen, die sich von einem verheirateten Mann schwängern lässt. Alle glauben, sie hätten ihr Leben im Griff, doch im Inneren wissen sie, dass es nicht so ist; alle werden von mehr oder weniger großen Ängsten und Sehnsüchten geplagt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, doch ihre Probleme müssen sie alleine bewältigen. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Martin Buchholz
Lose verknüpft Regiedebütant Rodrigo Garcia das Leben von 7 Frauen, deren Ängste, Wünsche und Sehnsüchte er in den Mittelpunkt dieses einfühlsamen und sensiblen Episodenfilms stellt.
In dem 90ern haben wir einige bedeutende Episodenfilme kennen gelernt, darunter Meisterwerke wie Robert Altmans Short Cuts und P.T. Andersons Magnolia. Und um es gleich vorweg zu nehmen, an solche Filme kommt Gefühle, die man sieht..., der Debütfilm von Rodrigo Garcia, Sohn des kolumbianischen Autors und Nobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez, nicht heran. Trotzdem hat der Film die Behandlung, die ihm in den USA widerfahren ist, von der Produktion direkt ins Fernsehen, nicht verdient. Vielmehr ist der Film eines dieser Kleinode, die aus dem Kinoalltag herausstechen, deren Charaktere wir ins Herz schließen und der uns auch nach der Vorstellung noch im Gedächtnis bleibt.
Der Film ist in 5 Episoden gegliedert, in deren Verlauf wir die 7 Frauen, deren Leben Dreh- und Angelpunkt des Films ist, kennen lernen. So beginnen wir mit Dr. Keener (Glenn Close), die zu Hause ihre Mutter pflegt und auf den Anruf eines Kollegen wartet, in den sie verliebt ist. Es klingelt an der Tür, Christine (Calista Flockhart) erscheint, um Dr. Keener die Tarotkarten zu legen. Später sehen wir, wie sich Christine um ihre sterbenskranke Lebensgefährtin Lilly (Valeria Golino) kümmert und wir sehen, wie Dr. Keener eine Abtreibung bei Rebecca (Holly Hunter) vornimmt. Nach diesem Prinzip werden uns im Verlaufe des Filmes dann auch die anderen Frauen vorgestellt, wie die Polizistin Kathy (Amy Brenneman), die mit ihrer blinden Schwester Carol (Cameron Diaz) zusammen lebt, und wir lernen Rose (Kathy Baker) kennen, die über das schnelle Erwachsenwerden ihres Sohnes schockiert ist. Immer wieder werden die einzelnen Handlungsstränge locker verknüpft: Charakteren, die am Anfang auftauchen, wird hinterher eine ganze Episode gewidmet oder wir treffen Personen, mit denen sich der Film zu Beginn intensiv beschäftigt hat, später noch einmal kurz wieder.
Doch diese Verknüpfungen sind, wie schon gesagt, immer recht locker gehalten, geraten fast zur Nebensache. In der Tat legt Rodrigo Garcia das Hauptaugenmerk von Gefühle, die man sieht... eindeutig auf die Charaktere an sich und nicht auf deren Verbindungen zueinander. Der Film nimmt sich Zeit und führt uns langsam und sensibel in die (Gefühls-)Welt jeder der Frauen ein. Denn letztendlich sind zwar alle Charaktere von anderen Personen umgeben, mit ihren Problemen stehen sie jedoch alleine da. Bezeichnend dafür ist eine der vielleicht stärksten Szenen des Films: Rebecca hat gerade ihre Abtreibung hinter sich. Für die taffe Bankkauffrau war die Abtreibung beschlossene Sache, sie war alleine beim Arzt, hat den Eingriff tapfer durchgestanden. Sie steht vor der Praxis und wartet auf einen Freund, der sie abholen soll. Und plötzlich überkommt es sie, der Schmerz, die Tränen brechen aus ihr heraus, sie bricht auf der Straße zusammen. In diesem Momenten halten wir Zuschauer die Luft an, wir erschrecken, leiden mit, so verbunden fühlen wir uns mit den Charakteren.
In diesen Momenten lebt der Film natürlich von seinen Darstellerinnen, die durch die Bank überzeugen. Besonders Glenn Close und Holly Hunter liefern sehr gute Darstellungen, aber auch Cameron Diaz fängt ihre diffizile Rolle sehr überzeugend ein. Positiv überraschen kann auch Calista Flockhart, die aus der TV-Serie Ally McBeal bekannt ist und hier nun auch auf der großen Leinwand (zumindest in Deutschland) glänzen kann. Rodrigo Garcia inszeniert den Film auf sichere Art und Weise, ohne besondere dramaturgische Extravaganzen. Zwar ist der Film dadurch teilweise etwas unspektakulär, er läuft aber auch nicht Gefahr, überladen oder aufdringlich zu wirken, was bei der Thematik sicherlich schlimmer wäre. Insgesamt wirken lediglich einige Kreuzungen der einzelnen Handlungsstränge etwas gekünstelt und aufgesetzt, hier sind Filme wie der oben genannte Magnolia einfach flüssiger. Ansonsten muss sich aber auch das Drehbuch keine Vorwürfe gefallen lassen, die Dialoge wirken insgesamt sehr präzise und natürlich.
Gefühle, die man sieht... ist ein kleiner Film über große Gefühle, ein Film über Frauen, keinesfalls ein Film nur für Frauen und definitiv ein Film, den kein Kinoliebhaber verpassen sollte.  Weitere interessante Filme
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