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Der Douglas-Clan gibt sich die Ehre und schickt gleich vier Mitglieder in diesem ansonsten eher unausgewogenen Film über eine New Yorker Anwaltsfamilie ins Rennen.
Es bleibt in der Familie macht es einem als deutschem Zuschauer nicht ganz einfach. Was man in den USA aus den Klatschspalten erfährt, wurde mir erst nach einiger Recherche klar. So beruhen durchaus einige Passagen des Films auf realen Begebenheiten in der Douglas-Familie, wie etwa der Schlaganfall von Mitchell (Kirk Douglas), die Untreue von Alex (Michael Douglas) oder das Drogenproblem von Asher (Cameron Douglas).
Doch dies sind nur einige der Probleme, mit denen sich die Grombergs, eine angesehene New Yorker Anwaltsfamilie, herumärgern muss. Im Grunde bilden sich zwei Hauptprobleme heraus, zum einen die vermeintliche Untreue des von Michael Douglas gespielten Charakters, zum anderen die unbewältigte Vergangenheit zwischen den Charakteren von Kirk und Michael. Hinzu kommen noch diverse kleinere Probleme, die die anderen Familienmitglieder mit einbeziehen, die da im Einzelnen wären: Der älteste Sohn Asher (Cameron Douglas, Sohn von Michael Douglas), dessen Großmutter (Diana Douglas, Mutter von Michael und Exfrau von Kirk). Des Weiteren wären noch die zwei Familienmitglieder zu erwähnen, die nicht von Douglasen gespielt werden: Alex' Frau Rebecca (Bernadette Peters) und das jüngste Familienmitglied, der 11-jährige Eli (Rory Culkin, also ebenfalls Mitglied einer Schauspielerfamilie). Wie gesagt, all diese Personen haben mehr oder weniger große Probleme, teils mit anderen Familienmitgliedern, teils aber auch ganz anderer Natur.
Die ganzen Probleme hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, und ich muss ehrlich sein, ich konnte mir auch nicht alles merken. Denn gerade im ersten Teil, der sich um ein gemeinsames Abendessen der Familie dreht, hetzt Es bleibt in der Familie sehr schnell von einem Charakter und dessen Problemen zum nächsten, so dass wir als Zuschauer nicht immer recht wissen, wo wir dran sind. Der Film lässt insbesondere in diesem ersten Teil einen Roten Faden vermissen. Was wir sehen ist ganz nett, aber warum wir das sehen erschließt sich uns nicht ganz. Was ist die eigentliche Geschichte des Films? Welches Ziel hat er, wo will er hin? All diese Fragen drängen sich auf, sodass man keine direkte Beziehung zu dem Film bzw. den Charakteren aufbauen kann.
Im zweiten Teil, der auf dem Landhaus der Familie spielt, geht dies etwas besser. Die Charaktere sind etabliert, der Film schaltet einen Gang zurück, wirkt insgesamt kohärenter. Jetzt erkennen wir auch die (Haupt-) Intention des Films, die in der Aufarbeitung des Verhältnisses zwischen Mitchell und Alex liegt. Bezeichnenderweise wird der Film im letzten Teil, wo es vom Lande wieder zurück ins schnelllebige New York geht, auch wieder hektischer, die Ereignisse überschlagen sich erneut, der im zweiten Teil sorgsam erarbeitet Rote Faden entrinnt wieder. Hinzu kommt, dass sich Es bleibt in der Familie über die gesamte Spieldauer nicht recht entscheiden mag, was er denn eigentlich sein möchte, eine Komödie, ein Drama oder ein Mittelding? Er hat gute, teilweise sogar sehr gute Einzelszenen, sowohl im dramatischen, wie auch im komödiantischen Bereich. Doch als Ganzes gesehen ergibt das leider überhaupt kein Bild, das Ergebnis ist unrund und unbefriedigend.
Was Es bleibt in der Familie ganz klar zugute kommt, sind die Darsteller beziehungsweise die Tatsache, dass sie größtenteils auch im realen Leben eine Familie bilden. Dadurch erhalten so manche Szenen eine beeindruckende Intensität, man merkt einfach die Vertrautheit, die zwischen den Darstellern herrscht. Als Paradebeispiel sei hier natürlich die große Aussprache zwischen den Charakteren von Kirk und Michael erwähnt, eine wirklich sehr bewegende und natürlich wirkende Szene. Des Weiteren muss man auch den Mut der Darsteller anerkennen, teilweise reale Probleme in dem Film zu thematisieren. Aber letztendlich können auch diese positiven Aspekte Es bleibt in der Familie nicht retten, es überwiegt einfach die Unausgewogenheit und das Fehlen eines Gesamtbildes. |