Trotz der sympathischer Hauptdarstellerin Hilary Duff und der lockeren Atmosphäre bleibt diese Teenie-Romanze über weite Strecken langweilig.
Popstar auf Umwegen ist ein herrlicher Film, wenn man 13 Jahre alt ist, regelmäßig die Bravo liest, VIVA guckt und in seinem Zimmer lauter Britney Spears Poster hängen hat. Alle anderen jedoch, die nicht in diese Zielgruppe fallen, werden sich mit Popstar auf Umwegen entschieden schwerer tun.
Der Film dreht sich um ein Mädchen namens Lizzie McGuire (Hilary Duff), 15 Jahre alt, blond, sympathisch, freundlich, mit dem Traum Popstar zu werden, ein typischer Teenie halt. Lizzie beendet gerade die Junior Highschool und fährt zum Abschluss mit ihrer Klasse nach Rom. Mit ihrem besten Freund Gordo (Adam Lamberg) will sie dort ein Abenteuer nach dem anderen erleben. Und in der Tat schlittert Lizzie aufgrund einer Verwechselung in die glitzernde Welt des Showbusiness. In Italien hält man sie nämlich für die berühmte Popsängerin Isabella (auch gespielt von Hilary Duff). Sie trifft Paolo (Yani Gellman), der auch Popstar ist und in den sich Lizzie sofort verguckt. Aber was werden ihre Eltern, was ihre schrullige Lehrerin und vor allem, was wird ihr guter Freund Gordo dazu sagen?
Und so geht es halt hin und her, und schon nach relativ kurzer Zeit macht sich beim durchschnittlichen, "normalen" Erwachsenen eine gewisse Langeweile breit. Zu seicht, zu vorhersehbar, zu uninspiriert präsentiert und entfaltet sich die Story von Popstar auf Umwegen . Es gibt keinerlei größere Komplikationen, wir als Zuschauer werden in keinster Weise gefordert. Ich habe nichts gegen Feel Good Filme, ich liebe Almost Famous - Fast berühmt, aber die Welt von Lizzie und ihren Freunden ist doch etwas zu bunt und lieb und schön. Diese Attribute beschreiben auch schon ziemlich präzise das visuelle Erscheinungsbild des Films. Bunte Klamotten, poppige Farben soweit das Auge reicht. Dazu kommt noch die animierte Lizzie, eine kleine Comicfigur, die immer mal wieder auftaucht und uns Lizzies wahre Gedanken mitteilt. Na ja, ich möchte ja gar nicht ausschließen, dass dieses Konzept bei der Zielgruppe ankommt, aber halt auch nur da.
Man muss aber fairer Weise sagen, dass es auch positive Seiten an Popstar auf Umwegen gibt. Hauptdarstellerin Hilary Duff ist eine echt Freude, sie spielt munter und frei auf und kreiert so eine frische und fröhliche Lizzie, die wirklich Spaß macht. Des weiteren gelingt es Regisseur Jim Fall durchaus, inszenatorisch für Stimmung zu sorgen. Schöne Bilder von Rom mixt er mit poppiger Musik und erzeugt so eine ansprechende, unbeschwerte Atmosphäre. Was ich dem Film auch unbedingt zugute halten möchte ist dass er nicht albern wird. Es gibt ein paar Szenen, in denen versucht wird, Komik durch schlichtes Hinfallen der Hauptdarstellerin zu erreichen, ansonsten konzentriert sich der Film aber auf Situationskomik; und auch wenn längst nicht jeder Gag zündet, macht dies den Film doch sympathischer als so manch anderen Teenie-Klamauk, der sich nur auf Fäkalhumor konzentriert.
Es geht sowieso sehr brav zu bei Popstar auf Umwegen. Keine unanständigen Gags, kein Sex, keine Drogen. Wobei ich betonten möchte, dass das natürlich keine negativen Argumente sind, im Gegenteil. Es ist halt ein Film, der sehr auf seine Zielgruppe bedacht ist. Und das sind laut Einschaltquoten der gleichnamigen TV-Show, auf der Popstar auf Umwegen beruht und die in den USA äußerst erfolgreich auf dem Disney-Channel läuft, Mädchen im Alter von 6-14. Wenn ihr also in diese Gruppe fallt, ist Popstar auf Umwegen euer Film, falls es aber schon etwas her ist, dass ihr die letzte Wendy gekauft habt, werdet ihr euch hier etwas fehl am Platz fühlen.