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Zwei lange Jahre hat es gedauert bis der dritte Teil des Kult-Schockers in die Kinos kam. Da Kevin Williamson alle Teile an einem Stück schrieb, machte ich mir große Hoffnungen, daß dies der geniale Schlußakt einer brillianten Horror-Trilogie werden würde. Als ich hörte daß der gute Williamson das Projekt verlassen hat, machte ich mir jedoch ernsthafte Sorgen um den Film. Doch bald darauf wurde bekannt, daß Ehren Kruger das Drehbuch für Scream 3 schreibt und der hat ja mit Arlington Road einen wirklich guten Thriller mit einem hervorragenden Ende abgeliefert. Also Bühne frei für einen genialen Film!
So nahmen wir also maskiert und voller Erwartungen im Kino Platz und warteten gespannt auf den Beginn des Films. Die Enttäuschung die ich zwei Stunden später verspürte, läßt sich überhaupt nicht in Worte fassen. Um es kurz und prägnant zu sagen: Der Film ist einfach grottenschlecht! Während der ganzen 116 Minuten kommt kein einziges Mal der Charme der ersten beiden Scream-Teile auf. Die Handlung verläuft nach dem üblichen 0815-Schema, jede Szene ist mehr oder weniger vorhersehbar. Dazu kommt noch erschwert hinzu, daß der Film keinen einzigen Schockmoment parat hält und so gut wie gar kein Blut spritzt. Gehört dieser Film überhaupt noch in das Genre Horror?! Neue absolut blaße und leblose Charaktere werden in die Handlung eingeführt, nur damit sie ein paar Minuten später abgemurkst werden können. Was mir besonders auf den Keks ging, waren diese völlig unglaubwürdigen und lächerlichen Aktionen a la "Wir könnten jetzt in der Gruppe zusammen bleiben und somit unsere Überlebenschancen maximieren, aber NEIN, wir rennen alle auseinander und laufen planlos durch ein uns unbekanntes Haus, damit es der Killer auch ja einfach hat uns alle abzustechen". Diese Szenen wiederholten sich gegen Ende fast schon im 10 Sekundentakt.
Zum großen Finale fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Die größte Enttäuschung des Jahres. Der Schluß von Scream 3 wirkt so, als hätte es irgendein drittklassiker Soap-Autor unter enormen Zeitdruck hingechludert. Das Wes Craven und die Hauptdarsteller des Films so etwas überhaupt mitgemacht haben, ist für mich eigentlich absolut unverständlich. Bei dem kitschigen Happy End wäre ich beinahe Amok gelaufen. Eigentlich sollte dies ja der letzte Teil, das Ende einer Trilogie sein, aber da Scream 3 so viel Geld eingespielt hat, ist ein (noch schlechterer?) vierter Teil nur noch eine Frage der Zeit. Schließlich haben alle wichtigen Charaktere überlebt und Sidney hat am Ende ja buchstäblich die Tür für eine weitere Fortsetzung offen gelassen. Ich hab zumindest meinen Glauben ans Kino verloren und geh jetzt mein Scream-Kostüm verbrennen! |