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Edward Zwick, der vor allem durch den oscargekrönten Shakespear in Love in Erscheinung trat, erfüllt sich mit diesem Film einen Lebenstraum und das fühlt man. Denn die fantastische Geschichte ist mit starken Darstellern und tollen Filmsequenzen grandios in Szene gesetzt!
Die Kultur Japans ist eine Faszination, die viele Menschen begeistert und vor allem nicht mehr los lässt. Durch Filme wie Tiger & Dragon und Hero wurde der asiatische Film auch in Deutschland salonfähig, umso höher war die Erwartungshaltung an einen amerikanischen Film mit Darstellern wie Tom Cruise, Billy Connolly (Weißer Oleander) und Timothy Spall (Harry Potter und der Gefangene von Askaban), der sich mit der Epoche der Meiji-Reformen beschäftigt.
Diese Epoche war für Japan der entscheidende Schritt in Richtung der westlichen Zivilisation, nachdem es sich 200 Jahre lang isoliert hatte und nur seinen Traditionen folgte. So kam es, dass in dieser Zeit des Wandels die Tradition und die Moderne sich gegenseitig berührten und insbesondere auch störten. Es geschah in vollkommen alltäglichen Dingen wie dem Kimono für die Frau und der Melone für den Mann, aber auch in der Auseinandersetzung der traditionellen Samurai mit ihren Schwertern und der Soldaten mit dem Repetiergewehr.
Genau diese Auseinandersetzungen waren es, die Edward Zwick (Shakespeare in Love) anspornte Last Samurai zu machen und dieser persönliche Enthusiasmus wiederum merkt man dem Film deutlich an. Auch wenn der Trailer anderes andeutet, findet man sich von der ersten Minute an in einer Produktion, die nicht nur unheimlich episch, sondern auch realistisch und nachvollziehbar wirkt. Vor allem die Gedanken und Gefühle des Captain Nathan Algren (Tom Cruise), der von den Samurai gefangen gehalten wird und dadurch die Tradition kennen lernen muss, sind für den Zuschauer deutlich sicht- und spürbar und das macht diese Produktion so sympathisch.
Aber nicht nur die Story und Umsetzung kann überzeugen, auch die Darsteller zeigen, dass es sich hier um einen echten Streifen mit Blockbuster-Format handelt. Besonders hervorzuheben ist hier sicherlich Tom Cruise, den ich durch Vorurteile als die Fehlbesetzung des Jahres eingestuft hatte und dann umso mehr überrascht war, als mir von Szene zu Szene mehr klar wurde, wie sehr ich mich hier in ihm getäuscht hatte.
Das Sahnehäubchen ist sicherlich die famose Musik von Meisterkomponist Hans Zimmer, der sich wieder einmal selbst übertroffen hat! Jedes Bild, egal ob dramatisch, theatralisch, traurig, glücklich oder einfach nichts sagend wird von gigantischen und emotional überwältigenden Tönen untermalt.
Einziger Wehrmutstropfen bei dieser aufwendigen und sehr detailgetreuen Produktion ist die letzte Konsequenz mit der auf die abschließenden Actionsequenzen hingearbeitet wird. So zerstört Zwick im letzten Teil des Film die gefühlvolle Epik und legt den Fokus sehr stark auf Action und Effekte, was dem Einen sicherlich gefällt, dem Anderen aber nach zwei Stunden wunderbarer Dramatik ein wenig zu harsch erscheinen mag. Dennoch ist Last Samurai für mich die erste große Überraschung des Jahres 2004 und ich hoffe, dass wir noch mehr von solch großartigen Filmen zu sehen bekommen! |