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Fear Dot Com

(FearDotCom, 2002)

Dt.Start: 17. Juli 2003
DVD: 27. Januar 2004
Premiere: 30. August 2002 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Horror
Länge: 101 min Land: UK, Deutschland, Luxemburg, USA
Darsteller: Stephen Dorff (Detective Mike Reilly), Natascha McElhone (Terry Huston), Stephen Rea (Alistair Pratt, 'Der Doktor'), Udo Kier (Polidori), Amelia Curtis (Denise Stone), Jeffrey Combs (Styles), Nigel Terry (Turnbull), Gesine Cukrowski (Jeannine), Michael Sarrazin (Frank Bryant), Jana Güttgemanns (Kleines Mädchen), Anna Thalbach (Kate), Siobhan Flynn (Thana Brinkman), Evie Garratt (Albino Woman), Lex Kreps (Tenant), Joan McBride (Frau Richardson)
Regie: William Malone
Drehbuch: Moshe Diamant, Josephine Coyle


Inhalt

Die New Yorker Polizei steht vor einem Rätsel: Vermehrt treten Todesfälle auf, deren einziger Zusammenhang darin besteht, dass die Opfer genau 48 Stunden vor ihrem Tod die rätselhafte Website Fear Dot Com besucht haben. Doch wie kann eine Website Menschen in den Tod treiben? Detective Mike Reilly wird mit dem Fall betraut, ihm zur Seite steht Terry Huston, eine Ermittlerin des Gesundheitsamts. Zur Lösung des Rätsels werden sie sich selbst bei Fear Dot Com einloggen müssen...
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Fear Dot Com hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 68%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Martin Buchholz
Fear Dot Com hat eine Wertung von 68%
Regisseur William Malone (House on Haunted Hill) präsentiert uns hier einen optisch beeindruckenden, inhaltlich aber sehr unstimmigen Thriller um die ominöse Website Fear Dot Com.

Bild aus Fear Dot Com Ein Mann betritt eine verlassene New Yorker U-Bahn Station. Er irrt umher, Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben. Plötzlich sieht er ein kleines Mädchen, das mit einem weißen Ball spielt - auf den Gleisen. Er will sie retten, wird aber vom nächsten Zug erfasst; genau das Szenario seiner schlimmsten Albträume. Auf seinem toten Gesicht kann die Polizei nur noch die pure Panik ablesen. Wenig später sterben ein paar Jugendliche, ebenfalls während eines Panikanfalls. Zunächst stehen die Ermittler Mike Reilly (Stephen Dorff) und Terry Huston (Natasha McElhone) vor einem Rätsel, doch schon bald stellt sich heraus, dass die Opfer genau 48 Stunden vor ihrem Tod die geheimnisvolle Website Fear Dot Com besuchten.

Man merkt schon, die Idee hinter Fear Dot Com ist nicht ganz frisch, schon 1998 hatte man in Japan einen ähnliche Idee, nur dass es sich damals nicht um eine Website, sondern um ein Videoband handelte, dessen Betrachtung aber ebenso tödliche Folgen hatte. Der Film trug den Namen Ringu und hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Dies wird mit Fear Dot Com wohl nicht passieren, dafür ist das Drehbuch einfach viel zu schwach. Neben der schon erwähnten bekannten Ausgangsidee lässt der Film auch sonst nur wenige Klischees des in den letzten Jahren populär geworden Genres der Horror-Thriller aus. Von den Flashs, den extrem schnellen Schnitten um die Schockelemente darzustellen bis zum perversen Bösewicht, mit dem unser Hauptcharakter natürlich früher schon mal zu tun hatte, ist alles dabei. Hinzu kommt noch, dass der Film möglichst viele Wendungen und überraschende Handlungsumschwünge mit einbauen will. Leider verstrickt er sich hierbei in so viele Widersprüche, tappt in so viele Logikfallen, dass die Handlung, je weiter der Film fortschreitet, immer weniger Sinn macht.

Trotzdem, es ist nicht alles schlecht an Fear Dot Com. Auf visueller wie auf akustischer Ebene ist der Film mehr als gelungen, teilweise sogar sehr beeindruckend. Blasse Farben dominieren, so dass das New York aus Fear Dot Com in etws so aussieht wie die anonyme Großstadt aus Sieben. Und ebenso wie in David Finchers Meisterwerk herrscht auch in Fear Dot Com Dauerregen und eine ähnlich depressive Stimmung. New York ist nicht die glänzende Metropole, sondern vielmehr erschafft Regisseur William Malone eine Art künstliches New York. Er zeigt uns keine Sehenswürdigkeiten, kein obligatorischer Blick auf die Skyline, vielmehr dominieren kaputte Scheiben und heruntergekommene Industrieanlagen das Bild. Alles wirkt etwas antik, Roger Ebert formulierte es in seiner Kritik sehr treffend: This is Dark City after a hurricane. Um dieses New York zu kreieren blieb die Crew von Fear Dot Com der Ostküstenmetropole im Übrigen fern und drehte in Montreal und Luxemburg.

Wie schon erwähnt ist Fear Dot Com dabei in sehr blassen, dunklen Farben gehalten. Teilweise wirkt er fast monochromatisch, zum Ende hin sind nur noch leichte Blau- und Braunstiche zu erkennen. In diesem Zusammenhang muss auch man die herausragende Arbeit des Münchener Kameramanns Christian Sebaldt erwähnen. Angesichts der grobkörnigen Aufnahmen, der Bildgestaltung und der schon erwähnten Farbwahl fühlt man sich an den Kameramann Janusz Kaminski (Der Soldat James Ryan) erinnert. Ebenfalls hervorheben möchte ich die Ausstattung von Jerome Latour. Liebevolle, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Sets dominieren Fear Dot Com, man kann gar nicht alle Feinheiten erkennen. Hinzu kommt noch der tolle Score von Nicholas Pike, der in jeder Szene passend, aber nie aufdringlich ist. Gleiches kann man über die teilweise sehr hämmernden Soundeffekte leider nicht sagen, trotzdem bleibt der Film auch auf akustischer Seite gelungen.

Aber, trotz aller Begeisterung über die visuellen Qualitäten von Fear Dot Com, ich muss an dieser Stelle die schlechte und undurchsichtige Handlung einfach noch einmal unterstreichen. Ich möchte gar nicht sagen, dass Fear Dot Com nicht spannend ist, im Gegenteil, einige Szenen haben es derbe in sich. Nur resultiert diese Spannung so gut wie nie aus den inhaltlichen Zusammenhängen, sondern vielmehr aus der filmtechnischen Inszenierung. Das Kinopublikum wird den Film wegen seiner unausgegorenen Handlung wohl ablehnen. Trotzdem stecken in dem Film viele optische Leckerbissen und wenn ihr bereit seid, diese trotz der verwirrenden Story zu suchen, könnt ihr mit Fear Dot Com durchaus Spaß haben.



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Dt. Start: 18. Sep 2003
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Dt. Start: 13. Feb 2003
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