Trotz des guten Soundtracks ist diese nette, sympatische Komödie über die Liebe und den Hip-Hop nur Durchschnittsware und leidet unter der Vorhersehbarkeit von jeder einzelnen Szene.
Die Liebe zum Hip-Hop ist für viele Leute nicht wirklich zu verstehen. Was macht sie aus? Was ist richtiger Hip-Hop überhaupt? Um diese und ähnliche Fragen dreht sich die Komödie Brown Sugar, in der Regisseur Rick Famuyiva versucht, diesen momentan boomenden Musikstil mit dem Leben und der Liebe zu vergleichen
In dem Film geht es um die zwei Charaktere Dre und Sidney, die schon seit Jahren beste Freunde sind und eines verbindet: Ihre Liebe zum wahren Hip-Hop, welchen sie gemeinsam vor gut fünfzehn Jahren kennen gelernt haben. Sid ist eine bekannte und erfolgreiche CD-Kritikerin, die sich in der Stadt schon einen guten Ruf gesichert hat. Dre könnte auch wunschlos glücklich sein, denn auch er hat das Glück mit seiner Liebe arbeiten zu dürfen, da er als Musikproduzent bei einer Firma arbeitet, die sich auf Hip-Hop spezialisiert hat. Da diese Produktionsfirma allerdings nur auf Kommerz ausgerichtet ist und nur untalentierte Möchtegern-MCs fördert, ist er unzufrieden mit seiner Situation. Eher spontan entschließt er sich zu heiraten und während der Hochzeit merkt plötzlich Sidney, dass sie mehr Gefühle als nur Freundschaft für Dre besitzt.
Die Geschichte, die uns Brown Sugar erzählt, ist nicht neu: Es handelt sich um eine einfache romantische Komödie, die mehr als nur vorhersehbar ist, da man sich fast jede Szene Minuten vorher 1:1 ausmalen kann. Das Besondere des Films ist jedoch, dass der Drehbuchautor Michael Elliott versuchte, so ziemlich jeden einzelnen Schritt der beiden Hauptcharaktere mit dem Hip-Hop zu vergleichen. Eigentlich keine schlechte Idee, nur leider übertreibt er es manchmal mit seinen Gegenüberstellungen, so dass es im Grunde kaum eine Szene ohne irgendeinen (meist an den Haaren herbeigezogenen) Vergleich gibt. Trotz dieser negativen Aspekte gelang es Elliott immerhin durch seine sympathischen Charaktere, aber auch durch die realistischen Dialoge, einen gewissen Charme zu erzeugen. Auch in Sachen Humor braucht sich Brown Sugar nicht zu verstecken, da er einige ganz gute Gags auf Lager hat und die Dialoge des öfteren sehr unterhaltend sind.
Zu den darstellerischen Leistungen des Films gibt es wenig zu sagen, denn meiner Meinung nach hätte man alleine die beiden Hauptdarsteller Taye Diggs (Dre) und Sanaa Lathan (Sidney) gegen jeden x-beliebigen Schauspieler austauschen können. Zwar stimmt die Chemie zwischen ihnen, aber eine gute Darbietung liefern weder Diggs noch Lathan ab. Dafür sind die Nebenrollen gut besetzt: Zum einen hätten wir da Rapstar Mos Def, der überraschenderweise eine überzeugende Darbietung als neueste Entdeckung von Dre ablieferte und zum Anderen hat Haus über Kopf - Betreten auf eigene Gefahr-Star Queen Latifah als beste Freundin von Sidney auch für einige Lacher sorgen können.
Positiv herausheben möchte ich noch den Soundtrack, denn das ist diesmal nicht so ein Pseudo-Hip-Hop-Soundtrack, wie ihn momentan fast jeder Film hervorbringt, sondern endlich mal wieder einer, der viele richtig gute Hip Hop Tracks zu bieten hat; vor allem der Titelsong Brown Sugar von Mos Def ist große Klasse!
Obwohl die genannten Mängel nicht zu übersehen sind, ist Rick Famuyiva mit Brown Sugar ein solider, kurzweiliger Film mit sympathischen Charakteren, netten Gags und einem klasse Soundtrack gelungen, welcher allerdings nur Hip-Hop-Freunden zu empfehlen ist.