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Underworld

(Underworld, 2003)

Dt.Start: 29. Januar 2004
DVD: 06. Oktober 2004
Premiere: 19. September 2003 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Action, Fantasy
Länge: 121 min Land: USA
Darsteller: Kate Beckinsale (Selene), Scott Speedman (Michael Corvin), Michael Sheen (Lucian), Shane Brolly (Kraven), Bill Nighy (Viktor), Erwin Leder (Singe), Sophia Myles (Erika), Robbie Gee (Kahn), Wentworth Miller (Dr. Adam)
Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Kevin Grevioux, Danny McBride


Inhalt

Seit Jahrhunderten befinden sich die Vampire und Werwölfe im Krieg. Trotz dieser schwierigen Umstände entwickelt sich eine Romanze zwischen der Vampirkriegerin Selene, die für ihre Stärke und ihre Erfolge bei der Werwolfjagd berühmt ist, und dem friedliebenden männlichen Werwolf Michael, der heftig für ein Kriegsende eintritt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Underworld hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 63%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Martin Buchholz
Underworld hat eine Wertung von 63%
Schon seit Jahrhunderten führen Vampire und Werwölfe einen erbitterten Krieg, der nun seinen Höhepunkt erreicht. Doch trotz visuell beeindruckender Action- und Kampfszenen mag der Funke nicht so recht überspringen.

Bild aus Underworld Underworld beginnt mit einem richtigen Kanonenschlag. Wir sehen ein paar Gestalten, die dem Zuschauer nicht groß vorgestellt werden, durch eine triste U-Bahn Station gehen. Plötzlich ruft eine der Gestalten irgendwas von "Blutsaugern" und eröffnet das Feuer. Dies ist der Startschuss für eine rund 15-minütige ohren- und augenbetäubende Actionsequenz, man sieht Männer mit langen Mänteln, Frauen mit eng anliegenden Latexanzügen, die mit großen Kanonen Jagd auf einander machen, irgendwer verwandelt sich in einen Werwolf, jemand anders bekommt eine Kugel ab uns so weiter und so fort. Von der fulminanten Rasanz der Szene zwar schon beeindruckt hat das Ganze aber doch ein Problem: Man hat keine Ahnung, worum es geht, wer gut ist und wer böse und warum diese Wesen eigentlich aufeinander schießen.

Erst mit der Zeit kommen wir hinter die Verhältnisse und die Story von Underworld. Es geht um einen Klan von Vampiren und einen Klan von Werwölfen, die schon seit Jahrhunderten im Clinch liegen. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht der Vampirin Selene, gespielt von Kate Beckinsale, die zwar etwas ungewohnt wirkt mit ihrem vampirisch-bleichen Teint, in dem engen Latexanzug aber trotzdem eine sehr gute Figur macht. Selene bemerkt, dass Lucien, der Anführer der Werwölfe, der angeblich schon vor hunderten Jahren gefallen ist, noch am Leben ist und Jagd auf Michael, einen harmlosen Menschen, macht. Selene vermutet nichts Gutes, doch Vampirchef Kraven glaubt ihr nicht. Da sich Selene nicht mehr zu helfen weiß, erweckt sie den mächtigen Vampir Viktor, der friedlich in seiner Gruft schlummert, zum Leben. Doch auch Viktor führt nicht nur Gutes im Schilde. Und dass Selene beginnt sich in Michael zu verlieben, der mittlerweile aber von einem Werwolf gebissen worden ist, erschwert die Situation nur noch mehr.

Die Story ist eigentlich recht komplex, komplexer zumindest, als ich es zu Beginn erwartet hatte. Es gibt Intrigen, Hinterhalte, und es wird mit falschen Karten gespielt. Und trotzdem schafft es Underworld nicht so recht, uns in seinen Bann zu ziehen. Die Gründe dafür sind einfach. Man hat als Zuschauer einfach keinen "Freund" unter den Charakteren, keine Bezugsperson. Eigentlich sollte Selene diese Rolle ja übernehmen, sie ist aber so gefühlskalt, eigensinnig und wird durch den Film auch streckenweise in den Hintergrund gedrängt, dass man als Zuschauer nicht "warm" mit ihr wird. Und mit den anderen Charakteren verhält es sich ähnlich. Auch Michael bleibt weitestgehend undurchsichtig, unter den Werwölfen braucht man erst gar nicht zu suchen, sie sind ja die eigentlichen Bösen des Films, aber auch ein Grossteil der Vampire hat dunkle Absichten und wirkt somit eher unsympathisch auf den Zuschauer. Hinzu kommen noch einige Ungereimtheiten in der Handlung, wie zum Beispiel die Tatsache, dass sich Selene in Michael verliebt. Der Film liefert keine befriedigende Erklärung hierfür, hängt aber einen Grossteil der Story daran auf, sodass man unweigerlich beginnt, der Handlung nur noch mit einigem Unverständnis und Desinteresse zu folgen. Zudem baut sich auch keine wirkliche Spannung auf und letzten Endes interessiert es einen noch nicht einmal wirklich, wer denn den Krieg nun gewinnt.

Seine wahre Stärke zeigt Underworld aber auf einer anderen Ebene, und zwar auf der visuellen. Angefangen bei den atmosphärischen Sets bis hin zu den Kostümen sowie der Licht- und Farbgestaltung hat der Film einen richtig ausgefeilten Look. Und die Kampfszenen lassen es mal so richtig krachen. Und wenn einen die Fights schon nicht inhaltlich an den Sessel fesseln, so sorgt zumindest die rein optische Darstellung der Kämpfe dafür, dass man seine Augen nicht von der Kinoleinwand abwenden kann. Aber auch hier sollte man nicht in Euphorie ausbrechen. Orientiert sich Underworld doch recht offensichtlich an dem Sci-Fi-Knüller Matrix, so ist er doch ein ganzes Stück davon entfernt, eine ähnliche Coolness, einen ähnlichen Style zu kreieren. Mal ganz davon abgesehen, dass die Fights bei weitem nicht so innovativ sind, wie sich Regisseur Len Wiseman das wohl gewünscht hätte.

Alles in allem liefert Wiseman, der zuvor bei Filmen wie Men in Black im Art Department gearbeitet hat, mit Underworld kein schlechtes, aber auch kein vorbehaltlos überzeugendes Regiedebüt ab. Wenn man kleinere bis mittlere Aussetzer bei Story und Charakteren tolerieren kann und auf schnelle und harte Action steht, wird man bei Underworld sicherlich gut unterhalten. Und man hat sogar doppeltes Glück, denn bei dem Ende ist ein zweiter Teil so gut wie vorprogrammiert.



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