Hollywood-Traumpaar Jennifer Lopez und Ben Affleck dürfen sich nun auch vor der Kamera ihre Liebe beweisen, verpackt wurde das Ganze in den Rahmen einer Gangstergeschichte, die gnadenlos hinkt.
Dass Jennifer Lopez und Ben Affleck privat zu einander gefunden haben ist ja schön und gut. Aber warum man darum auch noch einen Film stricken muss, erschließt sich mir nicht so ganz. Dass man dann zudem noch einen Zwitterfilm, der sich nicht zwischen Gangsterfilm und romantischer Komödie entscheiden kann, erschaffen hat, ist mir erst Recht ein Rätsel.
Im Zentrum der Handlung steht Larry Gigli (Ben Affleck), ein Gangster aus Los Angeles, der für seinen Boss den psychisch behinderten Bruder eines Staatsanwaltes entführen soll. Doch offensichtlich traut man Gigli den Job alleine nicht zu und schickt ihm zur Unterstützung die attraktive Ricki (Jennifer Lopez) vorbei. Müßig zu erwähnen, dass die beiden schon schnell mehr Interesse an einander als an dem Job entwickeln. Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, dass Ricki ja eigentlich lesbisch ist und sie schon bald von der Mafia gejagt werden.
Liebe mit Risiko ist im Grunde genommen ein Film ohne Struktur und ohne klar erkennbare Handlung. Nachdem der Anfang geschafft ist und Gigli, Ricki und Brian, der psychisch behinderte Bruder des Staatsanwaltes, mehr oder weniger freiwillig zusammen gefunden haben, verfällt der Film in einen Zustand, den man nur als Episodenfilm bezeichnen kann. Die Drei erleben eine Situation nach der anderen, das Problem ist nur, dass diese Episoden größtenteils in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang stehen. Es wird weder die Krimi-Geschichte konsequent fortgesetzt noch die Liebesgeschichte zwischen Gigli und Ricki, der Film ist einfach nur eine Aneinanderreihung von unbedeutenden Ereignissen. Zwar passiert sowohl auf Gangster- wie auch auf Liebesebene etwas, nur das hätte man auch locker in der Hälfte der Zeit erzählen können und dem Zuschauer eine Menge nervtötende und unwichtige Szenen ersparen können.
Hinzu kommt, das Liebe mit Risiko reichlich unglaubwürdig ist. J.Lo als Gangsterfrau ist ja noch ganz OK, aber bei Ben Affleck hört der Spaß wirklich auf. Das er nicht wirklich schauspielern kann, ist ja bekannt, aber hier spielt er so schlecht und unglaubwürdig; wir nehmen ihm den harten Ganoven einfach nicht ab. Als Gigli zum Beispiel am Anfang vorgestellt wird, malträtiert er gerade einen Typen in einer Waschmaschine. Amüsiert lächelte ich über diese klischeehafte Szene und die Gangsterkarikatur, die Ben Affleck zum Besten gab, bis mich der Gedanke beschlich, dass der Film das bierernst meint. Zu diesen Unglaubwürdigkeiten kommen dann noch inhaltlich nicht ganz stimmige Szenen wie zum Beispiel die, in der Gigli Brian entführt und einfach in das Pflegeheim spaziert, in dem Brian wohnt und ihn mitnimmt. Da ist nicht mal ein Pfleger, dem das komisch vorkommt, warum auch? Später fahren die Drei die ganze Zeit in Giglis' Cabrio durch die Gegend, essen in Fast-Food Restaurants und spazieren durch Shopping-Malls; mit dem entführten Bruder eines hohen Staatsanwaltes dabei, das fällt natürlich keinem Polizisten auf. Von der Tatsache, dass Gigli im Laufe des Films Ricki von ihrer Homosexualität "kuriert" mal ganz zu schweigen. Im Prinzip sind das nur Kleinigkeiten, sie stören aber doch empfindlich, sodass wir den Film nicht für voll nehmen.
Positiv zu erwähnen bleiben eigentlich nur zwei Szenen, und die sind witzigerweise auch nur wegen ihrer Gastauftritte gelungen. In der ersten Szene tritt Christopher Walken als ein Polizist auf, der Gigli in seinem Appartement besucht und vermutet, dass dieser irgendwie Dreck am stecken hat und ihn daraufhin in die Mangel nimmt. In der zweiten Szene sehen wir Al Pacino als Ober-Gangsterboss, der in beeindruckender Manier mal kurz aber heftig die Nerven verlieren darf. Nur, auch diese zwei guten Szenen rechtfertigen nicht den Kauf einer Kinokarte, sodass man um Liebe mit Risiko einen großen Bogen machen sollte.