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Die Verfilmung des gleichnamigen Marvel-Comics präsentiert sich als klassischer und schnörkelloser Actionfilm, bei dem auf brutale Weise zahlreiche Personen das Zeitliche segnen. Ein echter Männerfilm, bei dem man die Frau besser zu Hause lässt und ihr eine Dirty Dancing-DVD in die Hand drückt.
Aus ähnlichen Motiven wie Uma Thurman in Kill Bill - Volume 1, begibt sich Thomas Jane in der Comic-Verfilmung The Punisher auf Rachefeldzug. Drehbuchautor Jonathan Hensleigh, der mit diesem Film sein Regiedebüt gab, spielte sich im Gegensatz zu Quentin Tarantino nicht mit innovativen Erzähl- und Darstellungsweisen, sondern inszenierte seinen Film als klassischen Actionstreifen mit viel Blut, Blei und Testosteron. Man erinnere sich also an alte Actionkracher von Seagal, Schwarzenegger, Stallone oder wie sie alle heißen mögen - in derartigen Bereichen bewegen wir uns hier. Das soll allerdings keinesfalls abwertend gemeint sein, denn The Punisher ist endlich mal wieder Männerkino in Reinform.
Wie die meisten der bisher verfilmten Comics stammt auch The Punisher aus dem Hause Marval und erblickt im Februar 1974 in einem Comic der Spider-Man Serie das Licht der Welt. Im Gegensatz zu den anderen Marvel-Helden ist er jedoch nicht mit Superkräften ausgestattet, sondern nur mit einem unbändigen Willen. In der aktuellen Kinoversion wird der FBI-Agent Frank Castle (Thomas Jane) zum Punisher, nachdem der Unterweltboss Howard Saint (John Travolta) seine komplette Familie ausgelöscht und ihn fatalerweise am Leben gelassen hat. Präzise wie ein Uhrwerk bereitet sich Castle fortan auf seinen Rachefeldzug gegen Howard Saint vor. Zunächst begnügt er sich mit Nadelstichen gegen dessen Imperium, geht aber schließlich gnadenlos gegen Saint und seine engsten Vertrauten vor.
Hauptdarsteller Thomas Jane, den man bisher in Deep Blue Sea oder Dreamcatcher antreffen konnte, macht als Punisher eine ganz ordentliche Figur und überzeugt als gebrochener Mann, der nur ein Ziel vor Augen hat, das ihn am Leben hält. Seinen Kummer ertränkt er im Alkohol und seine Umwelt geht ihm am Allerwertesten vorbei. Sein Zielobjekt Howard Saint wird von John Travolta verkörpert, dem die Rolle des schleimigen Oberbösewichts gewohnt hervorragend steht. Ansonsten währe noch Rebecca Romijn-Stamos zu erwähnen, die das Mauerblümchen Joan spielt und mit zwei anderen Losertypen neben Frank Castle wohnt. Als sich zwischen ihr und Frank etwas anbahnt, fällt Frank in letzter Minute ein, dass er ja punishen muss und keine Zeit hat, mit ihr in die Kiste zu hüpfen.
Regisseur Jonathan Hensleigh ging bei seiner düster gehaltenen Inszenierung keine großen Wagnisse ein, sondern setzte auf bewährte Elemente des Actiongenres. Dass sein Film eine Comic-Verfilmung ist, kann man an manchen Stellen mit viel Wohlwollen erahnen. Viel mehr Wert wurde auf möglichst brutale, bleihaltige und "boah"-mäßige Actionsequenzen gelegt, bei denen es teilweise wirklich zur Sache geht. Leider findet sich die Brutalität und Gnadenlosigkeit nicht im Soundtrack des Films wieder. Anstatt hier mit kernigem Rocksound zu arbeiteten, winselt man uns mit unpassendem Batman-Gedudel die Ohren voll. Eine Fortsetzung von The Punisher wurde in der Handlung zwar vorbereitet, da der Film in den USA aber gerade mal die Produktionskosten einspielte, bleibt abzuwarten, ob wir Thomas Jane erneut in Totenkopfleibchen zu sehen bekommen. Actionfans würden sich darüber aber sicherlich freuen. |