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Irgendwann in Mexico

(Once upon a Time in Mexico, 2003)

Dt.Start: 25. September 2003 Premiere: 12. September 2003 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action, Abenteuer
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: Antonio Banderas (El Mariachi), Salma Hayek (Carolina), Johnny Depp (CIA Agent Sands), Ruben Blades (Jorge), Eva Mendes (Special Agent Ajedrez), Willem Dafoe (Barillo), Mickey Rourke (Billy), Cecilia Tijerina (Kellnerin), Danny Trejo (Cucuy), Gerardo Vigil (Marquez), Enrique Iglesias (Lorenzo), Marco Leonardi (Fideo), Cheech Marin (Belini), José Luis Avendano (Alvaro), Rodolfo De Alexandre (Omar), Pedro Armendariz jr. (El Presidente), Miguel Couturier (Dr. Guevara), Julio Mechoso (Nicolas), Ermahn Ospina (Quique), Sylvia Salpoyo (Jungesellin)
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Rodriguez


Inhalt

Der Drogenmagnat Barillo will die mexikanische Regierung mit Hilfe des korrupten CIA-Agenten Sands zu stürzen. Dieser wiederum will seinen Erzfeind General Marquez töten lassen und heutert dafür den Mariachi an.
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Kritik

Irgendwann in Mexico hat eine Wertung von 67%
Auch wenn der Streifen durchaus sehenswert ist, kann man sicherlich die Zeit bis zum DVD-Release abwarten, denn ein Kinobesuch lohnt nicht wirklich.

Bild aus Irgendwann in Mexico Es war einmal im schläfrigen Mexiko, da ereignete es sich, dass die Sieste der friedliebenden Menschen von fürchterlichen Machtgerangeln gestört wurde. Schusswaffen beherrschten das Land. Und inmitten dieser Plagen gab es ihn, eine lebende Legende. Ein großer dunkler Mann, dessen Gesicht noch nie jemand gesehen hatte. Doch er streifte mit seinem Gitarrenkoffer durch das Land und führte den Pistoleros ihre gerechte Strafe zu. Fortan erzählte man von dem "Mariachi", dem geheimnisvollen, der Angst und Schrecken in die etablierte Unterwelt brachte; eine Unterwelt, die sich vor niemandem zu verbergen brauchte - wäre nicht der "Mariachi".

Als Robert Rodriguez mit der Billigproduktion El Mariachi den Publikumsgeschmack traf und erstmalig die Geschichte des legendären Mariachi thematisierte, ging es noch um einen ehrbaren Bürger, der zufällig für den gefürchteten Gitarrenkofferträger gehalten wird. Mit etwas Witz und einer ordentlichen Portion Action zeigte Rodriguez, mit wie wenig Mitteln erfolgreiches Kino produziert werden kann. Fast könnte man meinen, er habe damit bezweckt, dem übermächtigen Hollywood mal zu zeigen, dass es auch anders geht.

Doch bereits Teil zwei der Saga ließ einen gewissen Wandel erkennen. Der wesentlich opulentere Film Desperado zeigte Hollywood-Größen wie Antonio Banderas (als Mariachi mit Gitarre und Waffenarsenal) und Steve Buscemi in einem der kultigsten Action-Filme der 90er. Plötzlich ging es nicht mehr um das komische Motiv des ersten Teils, sondern um den Hintergrund des sagenumwobenen Mann mit dem Gitarrenkoffer. Das Thema zeigte sich sehr romantisch: der Held, dunkel und unbekannt, flink und stets überlegen, schweigsam, genügsam, - ewiglich traurig. Dessenthalben findet man die schönsten Szenen auch in den Momenten, da Antonio Banderas seinem Seelenschmerz Ausdruck durch die Kunst verleiht. Damit verbuchte er auch gleich einen Erfolg mit dem Song El Mariachi, einer Ballade über die Einsamkeit des Mariachi.

Gerade die Action-Szenen ließen aber eine deutliche Inspiration durch Hollywood erkennen - so wurde unerbittlich alles zerschossen, was die Kamera gerade noch so einzufangen vermochte. Auch Teil drei der Saga verzichtet nicht auf dieses Element, das Fans auf der ganzen Welt schätzen. Eindeutig erkennbar ist jedoch eine Hommage an Sergio Leone, dem vielleicht größten Wild-West-Regisseur aller Zeiten. Das schlägt sich nicht nur im Originaltitel nieder, der nur allzu ausdrücklich an Once Upon A Time In The West erinnert, sondern auch in den Choreografien der Schussduelle, den Großaufnahmen zusammengezogener Augenbrauen bzw. verkniffener Augen und den zahlreichen Schusswechseln.

Dennoch mag nicht so recht Freude aufkommen. Starke Momente zeichnen auch diesen Film aus, doch teilweise bewegt sich die Handlung nicht recht voran und wird bisweilen auch schon mal recht kompliziert. Da gibt es einerseits den CIA-Agenten Sands (Johnny Depp), der alle möglichen Personen für seine Sache gewinnt, während auf der anderen Seite der Drogenbaron Barillo (Willem Dafoe) sein schönes Leben genießt und einen Putsch auf den Staatspräsidenten plant. Zu viele Gesichter, zu viele Personen, keine klare Linie. Teilweise werden die langwierigen Passagen durch wunderschöne Action-Sequenzen entschädigt. Zu den eindrucksvollsten Szenen gehört ein bleiintensives Duell in einer Kathedrale.

Doch auch die einfühlsamen Passagen kommen wieder vor. Das muss man dem Film zu Gute halten, gehören sie doch zu dem, worin der besondere Reiz des schwer durchdringbaren Charakters des "Mariachi" besteht. Die tiefe Melancholie dieser tief verletzten Figur wird wieder einmal deutlich, wenn in gelungenem Dekor, deren Schönheit die Kamera auf vorzügliche Weise einfängt, die dunkle Silhouette des Gitarrensaiten schwingenden Mannes eine ergreifende Ballade erklingen lässt.

Gerade wegen solcher Szenen bleibt dem Film das Attribut "sehenswert". Dafür lohnt sich der Kinogang aber eigentlich eher weniger. Bei einem Film wie diesem kann man durchaus das DVD-Release oder gar die Fernsehausstrahlung abwarten. Dem schaffen weder Antonio Banderas imposante Figur, dem Inbegriff des Mariachi, noch Johnny Depps gewohnt brilliante Leistung Abhilfe. Schade eigentlich!

von Sylvère Störmann


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