Trotz eines bemühten Mike Myers gelang es Regiedebutant Bo Welch nicht, diesem Film den nötigen kindlichen Charme zu verpassen, so dass Ein Kater macht Theater nicht mehr ist, als ein langweiliger Schwachfug.
Da schon Ron Howard mit Der Grinch eine sehr witzige Realverfilmung des gleichnamigen Dr. Seuss Buchs gelungen ist und ein unglaublicher Box Office Erfolg war, ist natürlich klar, dass die Nächste nicht lange auf sich warten ließ. Dr. Seuss' Ein Kater macht Theater, welche zu den zehn meistverkauftesten Kinderbüchern aller Zeiten gehört, war nun an der Reihe und mit Mike Myers schienen die Macher einen würdigen Nachfolger für Jim Carrey gefunden zu haben.
Die Mutter von Conrad und Sally hat es nicht immer einfach, da ihre beiden Kinder grundverschiedener gar nicht sein können: Während Conrad ein Rabauke ist, wie er im Buche steht, ist Sally das genaue Gegenteil, nämlich ein kleiner Kontrollfreak. Da sie heute wichtigen Besuch von ihrem Chef erwartet muss das Haus natürlich TipTop sein, doch kurz nachdem sie das Haus verlassen hat, steht plötzlich ein lebensgroßer Kater vor ihnen, der ausgerechnet heute mit ihnen die größten Flausen anstellen will. Dies müssen die Kinder von dem aufdringlichen und fiesen Nachbarn Quinn geheim halten, der insgeheim Conrad in ein Heim stecken will und auf die Kohle von seiner Mutter aus ist.
Zu Beginn hat man den Anschein, dass der von den US-Kritiker gescholtene Ein Kater macht Theater wirklich was werden könnte: Der Beginn mit den Dreamworks und Imagine Logos empfand ich als sehr originell und auch die ersten Szenen konnten überzeugen. Jedoch ist das Pulver schon nach ca. einer halben Stunde verschossen und ab da, kommt es einem so vor, als hätte der Film, trotz seiner geringen Laufzeit, Überlänge und man ertappt sich dabei, die gesamte Vorstellung pausenlos auf die Uhr zu schauen. Der Stoff gibt einfach viel zu wenig für einen abendfüllenden Familien-Film her.
Ebenso enttäuschend sind die lieblosen Kulissen und das Set. Gab es bei Der Grinch noch wunderschöne kitschige Bauten zu sehen, so ist die Welt in der Ein Kater macht Theater spielt zwar auch extremst kitschig, wirkt aber eben ziemlich fantasie- und seelenlos. Gleiches gilt auch für die Effekte, bei denen wohl das Motto war: Je greller und bunter, desto besser und dementsprechend sieht das Ganze dann auch aus.
Den Darstellern will ich jetzt mal gar nichts vorwerfen, die wirken sichtlich bemüht! Mike Myers kann im Vergleich mit Jim Carreys Darstellung des Grinches leider nicht ganz mithalten. Zwar kommen fast alle Lacher aus seinem Mund und er versteht es mal wieder perfekt, die Leute zum Schmunzeln zu bringen, aber ein bisschen weniger Austin Powers hätte ihm hier sicherlich gut getan. Spencer Breslin (The Kid - Image ist Alles) und Dakota Fanning (Ich bin Sam) waren in ihren Rollen gut platziert, ebenso Alec Baldwin, der als gemeiner Nachbar mal so richtig schön den Fiesling raushängen lassen darf.
Leider enttäuscht diese Dr. Seuss Verfilmung auf der ganzen Linie und nicht einmal dem guten Mike Myers ist es mit seiner Performance gelungen den Film zu retten. Jedoch ist er es alleine, der den Karren noch wenigstens ein bisschen aus dem Dreck ziehen konnte.