Ein ehemaliger Kinderstar muss für eine ernste Filmrolle seine verpasste Kindheit nachholen, und lässt sich zu diesem Zweck von einer Familie für einen Monat adoptieren. Nur wenn er versteht, wie ein normales Kind aufwächst, hat er eine Chance auf die Rolle, welche sein Comeback bedeuten würde. Die dabei vollzogene Wandlung vom egoistischen Ekel zum liebenswerten Zeitgenossen macht David Spade - und dem Zuschauer trotz teilweise etwas seichter Handlung - großen Spaß, weswegen Dickie Roberts: Kinderstar sicher zu den unterhaltsameren Familienkomödien gehört.
Zwei Jahre nach dem vom Publikum eher schlecht als recht aufgenommenen Joe Dreck, schrieb David Spade (Ein Königreich für ein Lama, Die Bankdrücker, Tommy Boy) sich die nächste Hauptrolle auf den Leib. Aufgrund des Misserfolges von Joe Dreck erhielt Dickie Roberts: Kinderstar allerdings zu wenig Beachtung, denn im Gegensatz zu seinem vorherigen Werk, besitzt diese Komödie eine ganz gehörige Portion Herz und Nostalgie.
Die Grundidee zu Dickie Roberts: Kinderstar ist klasse: Ein inzwischen untergegangener Kinderstar versucht alles, um ein Comeback zu schaffen. Leider ist er aber durch seine verpasste Kindheit zu einem egoistischen Zeitgenossen verkommen, weswegen ihm niemand eine interessante Rolle anbieten will. Doch selbst nachdem ihn seine Freundin verlassen hat, gibt er nicht auf, und schafft es sogar, dass Rob Reiner ihm doch eine winzige Chance gibt. Nun hat er einen Monat Zeit seine Kindheit nachzuholen und danach beim Casting zu überzeugen. Als seine Rettung tritt die Familie Finney auf den Plan, welche einwilligt, ihn bei sich aufzunehmen und wie ein Kind zu behandeln. Was folgt ist eine typische Familienkomödie mit einer punktuell zu aufgesetzt wirkenden Moralkeule, bei welcher man das Ende als Genrefan leicht vorhersehen kann. Doch wie so oft ist auch hier der Weg das Ziel, und dieser ist - inklusive nicht fehlen dürfender Romanze - sehr lustig mitzuerleben.
Wer wollte nicht schon einmal wissen, wie sich die Macaulay Culkins dieser Welt durchs Leben schlagen? Hier bekommen wir eine spezielle Variante eines solchen Lebens geboten, welche schon alleine aufgrund der vielen Gastauftritte (unter Anderem treffen wir Brendan Fraser, Leif Garrett, Tom Arnold und den bereits erwähnten Rob Reiner, die sich allesamt selbst spielen) viel Unterhaltungswert besitzt. David Spade geht in der Rolle des Dickie Roberts sichtlich auf, so wie auch seine Entourage durchgehend zu überzeugen weiss. Da wäre Mary McCormack (K-Pax: Alles ist möglich, Zimmer 1408) als Dickies neue Mutter Grace Finney, Craig Bierko (Scary Movie 4, Superhero Movie) als Vater und ebenfalls großer Egoist George Finney, sowie die beiden von Scott Terra (Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster, Daredevil) und Jenna Bond (The Missing, Eine für 4) gespielten Kinder Sam und Sally. Alle füllen ihre Rollen sehr gut und vor allem auch, den Umständen entsprechend, sehr glaubhaft aus.
Für eine gehörige Portion Nostalgie sorgt schlussendlich ein genialer Song im Abspann, welcher von einem ausschließlich aus Kinderstars bestehenden Chor vorgetragen wird. Schon allein deswegen lohnt es sich, den Film einmal gesehen zu haben! Doch auch alle, die wissen wollen, was es mit der Satanskatze auf sich hat und wie ein Haarfärbeunfall zum neuesten Modetrend werden kann, sind herzlich eingeladen es sich beim Werdegang des Dickie Roberts: Kinderstar gemütlich zu machen.