Obwohl der Film sich in der ersten Hälfte eine wunderbare Vorbereitung schafft, fällt er im zweiten Teil doch leider sehr deutlich ab und ist daher nicht mehr als Durchschnitt.
Der neue Film von Jaume Balaguero (bekannt durch The Nameless) soll uns wieder in Angst und Schrecken versetzen, doch leider hat der Spanier diesmal nicht den Volltreffer erzielt, sondern sich vielmehr mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Darkness sollte die Angst vor der Dunkelheit in den Menschen wecken (das erinnert mich stark an Der Fluch von Darkness Falls), doch der Streifen schafft es trotz eines starken Aufbaus nicht das Tempo bis zum Schluss durchzuhalten.
Regine zieht mit ihrem jüngeren Brüder und ihren Eltern in ein altes Haus außerhalb der Großstadt, doch irgendetwas scheint sich zu verändern, denn ihr labiler Vater bekommt wieder Anfälle und auch ihr Bruder verhält sich äußerst sonderbar. Als sie dem Rätsel auf die Spur kommen will, entdeckt sie eine furchtbare Tat, die 40 Jahre her ist und selbst heute noch für Angst und Schrecken sorgt. Eines ist Regina klar: Ihre Familie ist in Gefahr!
Der Film profitiert von seiner ersten Stunde, denn solange dem Zuschauer noch verborgen bleibt, womit er es hier eigentlich zu tun hat, kann Darkness durchaus punkten beziehungsweise überzeugen. Die Schockeffekte sind dezent, gut platziert und erfüllen ihren Zweck. Aber auch die Schauspieler sind gut in Szene gesetzt.
Doch dann beginnt leider die letzte halbe Stunde und man fragt sich von Minute zu Minute, ob man nicht - im Sinne des Filmes - den Saal verlassen soll. Was uns hier von den Drehbuchautoren aufgetischt wird, ist weder der Fantasie noch dem Horrorgenre zuzuordnen! Nichts passt mehr zueinander und das schön aufgebaute Gedankenkonstrukt der ersten Stunde bricht in sich zusammen wie ein Haus aus Streichhölzern. Der Film schlägt sich letztendlich selbst, da er auf Zwang versucht Spannung zu erzeugen, die dann so überzogen und schlecht wirkt, dass es mehr in eine Komödie ausartet.
Abschließend lässt sich nur sagen, dass man sich die letzte halbe Stunde getrost sparen könnte, auch wenn die letzten fünf Minuten eine für dieses Genre überraschendes Ende nehmen. Wollen wir hoffen, dass sich Balaguero zurückbesinnt und beim nächsten Film wieder einen soliden Horrorstreifen abliefert, der nicht einbricht.